Mittwoch, 1. Mai 2019 – Arenal

 

Zur Erst Mai Feier versuchen wir uns wieder einmal an einem English Breakfast im «El Sol», damit wir für die Demo am Nachmittag gewappnet sind…… will sagen für unseren _Spaziergang entlang der Küste. Irgendwie müssen wir ja die Warterei überbrücken. Zum Glück hat die Capitania heute auch Feiertag, sonst müsste ich da wieder auftauchen, um nochmal Verlängerung zu fordern.

Donnerstag, 2. Mai 2019 – Arenal

 

Vielleicht bekommen wir ja heute unsere Pumpe wieder, Die nette Dame im Büro der Volvo Vertretung hat ja versprochen sie rufe uns an, wenn die Pumpe wieder eingebaut werden könne.
Den ganzen Tag sitzen wir wie auf Nadeln, um es vorweg zu nehmen, es kam weder Telefon noch Pumpe. Bei meinem erneuten Besuch im Büro hiess es nur «Manana» und man werde uns bestimmt morgen anrufen.
Doris vertreibt sich derweil ihre Zeit am Wochenmarkt, während ich an Bord warte. Auch so wird es Abend.

Samstag, 4. Mai 2019 – Ankern vor Es Tenc

 

Der Wind legt zu durch den Tag, leider aus einer sehr unvorteilhaften Richtung. Von den fünf Booten sind wir am Abend das einzige, das noch vor Anker liegt. Die Wellen beuteln uns arg hin und her. In der Nacht sollen Wind und Wellen nochmals zulegen, na das kann ja heiter werden.

 

Freitag, 3. Mai 2019 – Arenal
Wir machen uns bereit zum Ablegen, vielleicht, wenn alles klappt und nichts dazwischenkommt, könnte es noch losgehen. Um halb eins erscheint unser Mech mit der reparierten Pumpe, das Wellenlager war komplett zerfressen und musst ausgetauscht werden. Einige Handgriffe später ist unsere Pumpe fürs Kühlwasser wieder an ihrem Ort und angeschlossen. Leider weigert sich der Diesel beharrlich zu starten. Die Dieselzuleitung muss erst noch entlüftet werden. Dann aber schnurrt er wieder wie eine grosse Katze. Mit knapp 2 Stunden Verspätung können wir dann doch noch vom Steg beim Club Nautico ablegen. Wir fahren ums Cabo Blanco vor den Strand bei Es Trenc, wo wir wieder ankern. Auf dem Weg dorthin ist es kalt und regnerisch, im Norden ziehen sich schwarze Wolken zusammen, die sich alsbald über uns entleeren.

Sonntag, 5. Mai 2019 – Es Trenc  - nach Cabrera

 

Der Anker hat uns die ganze Nacht wunderbar gehalten, trotz einiger Wellenhaufen, die an uns herumgezerrt haben. Endlich wird es Morgen, nach dem ganzen Gerumpel und Geschüttel ich erst um fünf Uhr in die Koje gekrochen bin, schlafe ich erst mal einige Stunden in den Tag hinein. Mittlerweile hat der Wind nachgelassen und das sehr bewegte Meer hat sich wieder beruhigt. Gegen Mittag gehen wir Anker auf in Richtung Cabrera. Beim dritten Anlauf klappt es endlich mit Cabrera. Das erste Mal habe ich mich bei der Reservation im Datum geirrt, das zweite Mal mit Nico konnten wir wegen dem schlechten Wetterüber Ostern nicht hinfahren.
Der Wind ist eingeschlafen, doch meldet er sich alsbald zurück, so dass wir eine grosse Strecke unter Segeln zurücklegen können. Das letzte Mal waren wir vor ca. 18 Jahren hier. Das Castel aus dem 14 Jh. steht immer noch hoch auf der Klippe und bewacht die Einfahrt in die Bucht. Wir suchen uns eine Boje aus, etwas abseits der anderen Bojen. Wir haben eine gute Platzwahl getroffen, den am Abend kommt drei Cats mit russischer Chartercrew, die alsbald lautstark ihren Platzanspruch geltend machen. Dann wird das Dinghi hervorgezerrt und mit heulendem Motor durch die Bucht gejagt. Ich suche schon nach unserem Nebelhorn, als sich ein grösserer Tender vom Quai löst und Kurs auf die Cats nimmt. Der Park Ranger verweilt kurz dort, worauf das Dinghi stillgelegt wird und der Lärmpegel wieder auf ein erträgliches Mass sinkt. Tja, gut das Regeln eben auch durchgesetzt werden. Wir bleiben an Bord und geniessen die Ruhe im doppelten Sinne. Die Santjana liegt absolut ruhig, ein besonderer Genuss nach der letzten bockigen Nacht. Das Cabrera Archipel besteht aus mehreren Inseln, von denen nur eine von einigen Park Rangern und Fischern bewohnt ist. Das ganze Archipel steht unter Naturschutz, man darf nur in dieser Bucht an den zu reservierenden Bojen festmachen. Ankern, tauchen, fischen, jagen, an Land umherstreifen ist verboten.
Um uns herum ist es ruhig, wir sehen den neu eintreffenden Crews bei ihren Manövern zu. Hafenkino pur, die Krönung ist eine Yacht, die es auch nach 15 Minuten nicht fertigbringt, an der ausgesuchten Tonnen fest zu machen. Unglaublich, was geschieht da wohl bei Mann über Bord, wird da dann die Crewliste einfach um eine Position verringert?
Bald kommt der Abend und es wird richtig romantisch, über uns der Sternenhimmel, die Ankerlichter der Boote, die hier liegen. Es fehlt nu noch ein Piratenschiff, dann wäre die Kulisse für «Pirates of the Caribbean» komplett.

Montag, 6. Mai2019 – Cabrera

 

Wir fahren mit unserer Snoopy an Land und brauchen erst mal einen zweiten Cafe con Leche um richtig wach zu werden. Der Aufstieg zum Kastel ist angenehm kühl, ganz im Gegensatz zum letzten Besuch hier. Damals war es Hochsommer und unerträglich heiss. Leider zieht es am Himmel immer mehr zu. Genau über der Insel steht eine grosse, dicke graue Wolke. Naja, kann man nichts machen, wir kehren wieder zur Cantina zurück. Nach dem wir unseren gestillt haben, ist die Wolke weg. Also, nochmals hoch zum Kastel. Kaum sind wir oben, zieht auch schon wieder die Wolke vor die Sonne. Immerhin haben wir die gewünschten Fotos mit blauem Himmel ohne Grauschleier davor schiessen können.
Ans Baden ist leider noch nicht zu denken, es mir viel zu kalt. Allerdings werden wir von der Badenixe auf dem Nachbarboot überrascht, die das Ganze dann noch textilfrei durchzieht – heisse Frau!

 

Dienstag, 7. Mai 2019 – Cabrera nach Portocolom
Eigentlich wollten wir nochmals mit der Snoopy rüber zur Cantina auf einen Cafe con Leche. Aber die Tische vor der Cantina sind noch im Schatten, es ist noch kühl und ausserdem hat der Wirt offensichtlich verschlafen, denn die Türe ist um elf Uhr noch immer verschlossen. Also werfen wir unsere Festmachertrossen kurz vor zwölf los und verlassen die wunderschöne Bucht von Cabrera und fahren quer durch den Archipel, zwischen der Ziegeninsel und der Haseninsel. Kaum zu glauben, dass diese beiden Inseln als Gefangenlager für ca. 9000 Gefangene des Frz.- Sp. Krieges waren. Die meisten der Gefangenen starben an Unterernährung und Krankheiten. Ein Denkmal erinnert an diese Gräuel.
Wir jedoch segeln an der SW-Küste Mallorcas hoch nach Portocolom. Zuerst ist die Küste wild und menschenleer, doch schon bald wechseln sich riesige Hotelkästen und mondäne Villen direkt an der Klippe ab.
In Portocolom machen wir mit Unterstützung eines Marineros an einer Boje fest. Meine Arme waren leider zu kurz, um selber die Boje einfädeln zu können. Hier liegen wir gut geschützt in ei er tiefen Bucht. Allerdings liegen hier bereits viele Boote, offensichtlich zum Überwintern.
User Liegeplatz liegt so nahe am Steg, wir können beinahe zu Fuss hinübersteigen. Aber eben nur beinahe, so machen wir anschliessend die Snoopy für einen Landspaziergang bereit.

Mittwoch, 8. Mai 2019 – Portocolom
Nach dem z’Morge an Bord im Cockpit machen wir uns auf den Weg zum Leuchtturm, der am Eingang der Bucht von Portocolom steht. Der Spaziergang dauert ca.45 Minuten und führt uns durch den alten Stadtteil von Portocolom vorbei an Fischerbooten und einer idyllischen Bucht. Leider ist das Areal um den Leuchtturm für Besucher gesperrt, so dass wir nur einige Fotos durch das Gittertor in Richtung Turm schiessen können. Eine kleine Bar auf dem Rückweg liegt einladend an einer kleinen Bucht. Es sieht beinahe wie in der Karibik aus. Der Preis für unser Getränk beinhaltet aber wohl nebst Kurtaxe auch noch eine Taxe für die einmalige Aussicht.
Das Leben an Bord bietet doch immer wieder Überraschungen. Die Dame auf dem Nachbarboot erscheint im gehäkelten Nichts an Deck, um sich dort in der Sonne zu räkeln. Derweil ihr Gatte sämtliche Handreichungen an Bord selber machen muss (oder will?) Nach einiger Zeit ist die Dame der Sonne überdrüssig und sie wird von ihrem Gatten per Dinghi an Land gefahren, das gehäkelte Nichts wurde vorher durch ein transparentes Irgendwas ausgetauscht. Offensichtlich haben sich die beiden von der Cote d’Azur hierher verirrt, anders kann ich mir diese Tenues nicht erklären.

Donnerstag, 9. Mai 2019 – Portocolom
Heute machen wir einen Bordtag und geniessen das schöne Wetter an Bord. Erst gegen Abend verlassen wir die Santjana zum ersten Teil Einkauf und für einen Sundowner an Land.

Freitag, 10. Mai 2019 – Portocolom
Am Vormittag spazieren wir zur Cala Marcal, einer tief eingeschnitten Bucht mit einem kleinen Sandstrand. Anscheinend ist die Wassertemperatur recht angenehm, es hat recht viele Leute im Wasser. Heute ist es auch besonders heiss, der erste Tag hier in diesem Jahr mit über 25 Grad.
Anschliessend folgt der zweite Teil unseres Einkaufs für die nächsten par Tage. Den Schweiss von der Schlepperei können wir uns nochmals in den Duschen im Club Nautico abwaschen. Meine Duschkabine mit der tollen Brause ist heute allerdings bereits belegt. Ein dicker Cucaracha hockt dort am Türrahmen als ich in die Kabine will. Ich ziehe daher die Cucaracha freie Kabine visavis vor.
Am Abend können wir wieder einmal mit Nico telefonieren, wir schicken ihm etwas Sommerfeeling in die Schweiz, dort ist das Wetter leider immer noch sehr durchwachsen.

Samstag, 11. Mai 2019 – Portocolom nach Es Trenc

 

Wir verlassen die Bucht von Portocolom und fahren der Küste entlang nach Süden, vorbei an Sant Jordi. Wir ankern wieder vor Es Trenc. Offensichtlich will man keine Boaties mehr an Land, es gibt keine Fahrgasse für Dinghis zum Strand. Wir geniessen das warme Wetter und die Sonne an Deck. Gegen Abend frischt der Wind auf und treibt immer höhere Wellen in die Bucht. Es wird einmal mehr eine unruhige Nacht.

Sonntag, 12. Mai 2019 – Ankern vor Es Trenc.
Die Wellen haben zwar jetzt etwas nachgelassen, aber für die nächste Nacht ist nochmals Spektakel angesagt. Wir müssen nochmals einen Tag hier ausharren, bis wir dann am Montag nach Cabrera rüber an die Boje können. Trotz Muttertag, werden die Wellen immer höher und stehen in die Bucht, wir sind mittlerweile das einzige Boot hier. Allen anderen war es viel zu unruhig und haben Zuflucht im nächsten Hafen gesucht. Wir werden in unserer Bugkoje ziemlich durchgeschüttelt, die Santjana zerrt an der Ankerkette, wenn wieder einmal eine besonders grosse Welle sie stampfen lässt.

Montag, 13. Mai 2019 – Es Trenc – Cabrera

 

Auch die längste und schaukeligste Nacht geht einmal zu Ende. Mit unserer defekten Ankerwinsch den Anker zu heben ist anstrengend. Im starken Wind ist die Kette sehr straff, sobald sie etwas lockerer wird, muss ich schnell mit drei, vier Pull am Winschenhebel rasch einen halben Meter Kette einholen. Bei 30m Kette dauert das Ganze so seine Zeit. Frühsport…

Die Überfahrt ist ebenfalls alles andere als schön, die Welle schön von der Seite lässt uns heftig hin und her schaukeln. Erst als wir in die Bucht auf Cabrera eindrehen wird es langsam ruhiger. An der Boje spüren praktisch nichts mehr von Wind und Welle, die draussen auf dem Meer mit der Santjana spielten.
Hier in der Ruhe schmecken die Tapas an Bord noch einmal so gut. Es gibt Albondigas, kaltes Gemüse und Patata Bravas. Die Nacht schlafen wir in vollkommener Ruhe an unserer Boje, kein Vergleich zu den unruhigen Stunden am Anker vor Es Trenc!

Dienstag, 14. Mai 2019 – Cabrera

Wir feiern hier unseren 31. Hochzeitstag. Bei einem ausgiebigen Spaziergang über die Insel, entdecken wir neue interessante Plätze. So gibt es ein Museum, das die Leiden der franz. Kriegsgefangenen zeigt. Leider ist das Museum geschlossen.
So bleibt uns nach der Inselwanderung noch Zeit, um an Bord auf unseren Hochzeitstag anzustossen. Die Sonne brennt heute recht heiss, wir kühlen uns mit einem sehr raschen Sprung ins Meer schnell ab. Das Meer ist allerdings noch recht kühl, also sind wir schnell wieder auf der Leiter und an Deck, um uns an der Sonne auf zu wärmen.

Mittwoch, 15. Mai 2019 – Cabrera – Santa Eulalia (Ibiza)

 

Als wir am Morgen früh Tagwache haben, steht über uns noch die wunderschön anzuschauende Milchstrasse. Es ist absolut dunkel hier, so dass die Sterne einmalig schön leuchten und sehr gut sichtbar sind. Nur mit Mühe lösen wir uns von der Pracht und beginnen die Santjana auf ihre Fahrt nach Ibiza vorzubereiten. Es ist halb sechs als wir schliesslich von der Boje losmachen und dem Ausgang der super schönen Bucht zustreben.
In den ersten paar Stunden haben wir noch leidlich Wind, der uns erlaubt das Gross mit Motor zu fahren. Ab der Hälfte schläft der Wind dann mehr und mehr ein, es bleibt die nervige Welle von der Seite. Somit bergen wir das Gross und fahren die letzten Stunden mit nacktem Mast. Um ca. halb Fünf erreichen wir die Marina von Santa Eulalia, wo wir Diesel tanken und uns anmelden. Dann verholen wir die Santjana an den Liegeplatz für die nächste Tage. Der Wind hat natürlich aufgefrischt und somit gelingt es uns erst im dritten Anlauf die Santjana in die enge Lücke an den Steg zu bringen.

Die Ankunft in Ibiza feiern wir mit einer Pizza und einem Glas Bier. Der Wirt ist enttäuscht ob unserem 0815 Wunsch, erklärt er uns doch des Langen und Breiten, was es heute alles für Spezialitäten aus seiner Küche gebe. Wir haben aber weder Lust auf Spinat, noch Pulpe mit Käse oder Vongole, sondern geniessen einfach nur seine Pizza Napoli. Immerhin bekommen wir am Ende dann doch noch von ihm einen Limoncello spendiert.

Donnerstag, 16. Mai 2019 - Santa Eulalia

Hier frischen wir erst mal unseren Getränke Vorrat auf, es kommt einiges an Mineral an Bord, auch ein oder zwei Bier und ein oder zwei Rosé. Hier können wir endlich wieder einmal richtig duschen, dh. duschen mit heissem Wasser. Ansonsten hat sich hier noch nicht viel verändert seit unserem letzten Besuch vor zwei Jahren. Zur Zeit hat es viele Deutsche und Engländer hier, offensichtlich Sonnenhungrige, denn sie entstiegen allesamt einer Mehlkiste, will sagen, sie sind sehr bleich.
Am Abend ist Happy Hour im Melrose, coole Musik, Abendsonne und ein Pint.

Freitag, 17.Mai 2019 – Ausflug nach Eivissa
Mit dem Bus geht es kurz nach acht in Richtung Eivissa, auch hier der übliche Morgenstau, alles fährt in die Stadt. Kurz nach neun sind wir dann am Ziel, einige Strassen weiter finden wir dann ein Café mit Croissants.
Der Hafen von Eivissa bietet das übliche Bild, viele Touristenboote, viele grosse Motorschüsseln, jeder versucht noch grösser und eindrücklicher als sein Nachbarlieger zu scheinen. Wir lassen den Hafen hinter uns und steigen zur Festung von Ibiza empor, die über den Eingang zum Hafen wacht.
Es ist angenehm kühl, ganz im Gegensatz zum letzten Besuch, wo uns der Schweiss in Strömen herunterlief. Im Gegenteil, wir sind froh, wenn die Sonne die Wolkendecke durchdringt, sonst wäre es dann bereits schon Zeit für den Pullover, den wir natürlich nicht mitführen. Der Rückweg führt uns am S’Escalinata vorbei, seine farbigen Kissen auf den Treppenstufen laden zum Verweilen ein. Eine Guacamole Casrlo und ein Bocadillo Caprese schmecken so gut, dass wir noch ein Bocadillo Caprese nachlegen müssen. Es ist wirklich schön hier, mit all den Touristen, die hier auf die Festung aufsteigen.
Eigentlich ist es noch zu früh für die Heimkehr denn die Möchte-gern Schönheiten beginnen sich erst bereit zu machen für den Abend und die Nacht.
Als wir unseren Bus besteigen wollen, ist bereits schon ein Menschenauflauf vor der Haltestelle, wir verzichten und warten auf den nächsten Bus, der einiges mehr Luft bietet. Kurz vor fünf treffen wir wieder bei der Santjana ein. Ein wunderschöner Tag geht zu Ende, natürlich in der Happy Hour im Mirage bei Oldies und Rock.

Samstag, 18.5.2019 – Santa Eulalia

 

Es ist bedeckt und eher kühl, mal wieder ein Arbeitstag. Erst gehen wir einkaufen, bewaffnet mit Einkaufswagen und Tragetaschen. Dann machen wir uns hinter einige Stellen an Deck, wo die Farbe abzublättern beginnt. Kaum sind wir mit der Schleiferei fertig und machen uns ans Malen, da fallen auch schon die ersten Regentropfen. Echt super ausgesucht!
Den Abend beschliessen wir passend zum kühlen und regnerischen Wetter draussen bei einem Raclette in der Kajüte.

Sonntag, 19.5.2019 – Santa Eulalia

Nach dem z’Morge an Bord, geht es nochmals in den Supermercado, für den zweiten Teil Einkauf.
Am Nachmittag gibt es noch einiges zu tun an Bord, Malerarbeiten, Wasser auffüllen, Blog schreiben und einiges mehr. Bald ist es wieder Abend, morgen geht es weiter.

 

Montag, 20.5.2019 von Santa Eulalia nach Puerto de Espalmador (Formentara)

Nach einem zweiten Cafe und dem Bezahlen von Wasser und Strom verlassen wir die Marina in Santa Eulalia und nehmen Kurs auf die Durchfahrt zwischen Ibiza und Formentera. Viel Betrieb ist zurzeit noch nicht, ausser den Fähren, die mit hohem Tempo zwischen Eivissa und Formentera hin und her fahren. Die Bojen in der Bucht sind noch nicht ausgelegt, wir versuchen daher möglichst über Sandgrund zu ankern, um das Posidonia Seegras zu schützen. Posidonia ist die Kinderstube für viele Meerestiere, daher versucht man mit einen Inselweiten Projekt bestimmte Gegenden zu schützen. Ein Anker ist halt wie ein Pflug, er ist nicht gerade freundlich mit dem Seegrund. Auch will man so verhindern, das andere, aggressive Meerespflanzen eingeschleppt und verbreitet werden. Kaum hat unser Anker gegriffen, kommt auch schon Senorita Posidonia und prüft, ob wir regelkonform ankern. Bei uns ist es ok, während andere nochmals ihren Anker heben und an einen anderen Platz verholen müssen. Im Übrigen ist es schön sommerlich warm, der Tag endet mit einem wunderschönen Sonnenuntergang, leider liegt wie so oft eine Motorschüssel davor.

 

Dienstag, 21.5.2019 – Puerto de Espalmador (Formentera)
Heute ist es bewölkt und eher kühl, die Sonne lässt sich nur selten blicken. Es gibt wieder mal einen Bordtag, den wir mit Lesen verbringen.

 

Mittwoch, 22.5.2019 – Puerto de Espalmador (Formentera)

Heute ist das pure Gegenteil von gestern, die Sonne zeigt sich bereits am frühen Morgen an einem stahlblauen Himmel. Der Tag entschädigt für das trübe Wetter gestern. Nach dem z’Morge machen wir uns mit dem Dinghi auf zu einer kleinen Expedition an Land. Die Insel ist in Privatbesitz, man darf sich nur am Strand aufhalten, jegliches durchqueren der Insel ist mit Absperrungen und vielen Verbotstafeln untersagt. Naja, der Strand ist jedenfalls wunderschön und jetzt in der Vorsaison ist man fast alleine hier. Ein Kormoran breitet am Strand seine Flügel zum trocknen aus, er will partout nicht aus dem Weg, so dass wir ihn umgehen, um ihn nicht bei seinem Sonnenbad zu stören. Die Guarda Civil kommt mit einem Tender in die Bucht und klappert die ankernden Boote ab. Offensichtlich zufrieden mit dem was sie sehen ziehen sie nach einer Weile wieder ab in die nächste Bucht.

 

Donnerstag, 23.5.2019 von Puerto de Espalamador nach Sant Atoni (Ibiza)

Gegen 10 Uhr gehen wir Anker auf, im Gegen Satz zu unserer Ankunft hat es nur wenige Boote und die alle mit grossem Abstand zu uns. Es geht also doch offensichtlich auch so!
Wir nehmen die Durchfahrt zwischen der Isla Vedra und Ibiza, welche mit hohen Klippen auf beiden Seiten aufwartet. Auch hier sind wir allein, nur hin und wieder begegnen wir anderen Booten. Dan geht es um die Insel Conejera hinein in die Bucht von Sant Antoni. Unsere Anfragen bezüglich Platzreservierung wurden zögerlich beantwortet, man sei zurzeit noch an Arbeiten an der Infrastruktur und könne deshalb keine Plätze anbieten, vom ersten Juni an sei das wieder möglich.
Es hat wenig Boote, die in der Bucht liegen, also gehen ankern. Der vorgesehene Ankerplatz ist aber voller Bojen, die nicht belegt sind, also warum nicht an eine Boje? Als wir an eine ausgesuchte Boje festmachen wollen kommt ein Tender der Marina herangerauscht und fordert uns auf erst bei der Marina nachzufragen, welche der Bojen frei sei. Dann rauscht der mit hoher Bugwelle davon. Es beginnt eine längere Diskussion mittels Funk und Telefon, an deren Ende wir dann die Boje 71 zu gewiesen bekommen. Die Boje ist ein Riesending, das tief im Wasser liegt und ich nur mit Mühe die eine Leine zum Festmachen durch den Ring ziehen kann. Nach einigem Gezerre sind wir dann aber sicher vertäut. Wie wir später merken ist zur Zeit Siesta, den üblicherweise helfen die Marineros den neu ankommenden Yachten beim Festmachen….
Den wohlverdienten Ankertrunk genehmigen wir uns vor dem Shenangians, einem Pub in Sant Antoni. Wir kommen ins Gespräch mit der irischen Barmaid, die uns zu Schluss noch einen Absacker spendiert. Die Rückfahrt ist windig und wellig, am Himmel ziehen sich dunkle Wolken zusammen.

 

Freitag, 24.5.2019 – Sant Antoni (Boje)

 

Als der Wind etwas nachlässt fahren wir rüber zur Capitania, um uns anzumelden. Für knapp 140 Eu dürfen wir uns sieben Tage an die Boje hängen. Inklusive Dusche. Zu allem Überfluss beginnt es nun auch noch zu Regnen. In der Hoffnung, dass es bald wieder aufhöre trinken wir einen Cafe con Leche, dann einen zweiten, der Regen bleibt aber…. Am Nachmittag soll es noch mehr giessen, sodass wir uns auf eine nasse Überfahrt machen.

Samstag, 25.5.2019 – Sant Antoni (Bordtag an der Boje)
Die ganze Nacht hat es stark geregnet, es regnet auch am Morgen weiter und auch am Nachmittag, erst gegen den späteren Abend hört es endlich auf und der Himmel klart zusehends auf.

 

Sonntag, 26.5.2019 – Sant Antoni (Boje)

Desayuno Ingles in der Cantina, hier können wir auch wieder einmal unsere Silikonknechte aktualisieren und mit neuer Software beglücken, dann machen wir einen langen Spaziergang entlang der Strandpromenade, des Laufstegs der «Schönen» und Eitlen. Das O Beach öffnet bereits früh um zwei Uhr und lässt seinen wummernden Sound über die Bucht dröhnen. Für mich klingt das zwar eher nach kaputter Waschmaschine, aber wer’s mag. Ob der vielen Strandschönheiten krieg’ste ein Augenleiden am anderen…
Wir verziehen uns dann wieder in Richtung Marina, wo wir eine langersehnte Dusche geniessen.

 

Montag, 27.05.2019 – Sant Antoni
Hafenalltag in Sant Antoni, die Hafen Taxis flitzen ans uns vorbei. Unsere Boje scheint der Ansteuerpunkt der Taxi-Kapitäne zu sein. Es schaukelt ganz ordentlich, wenn eines dieser Kähne an uns vorbei rauscht. Am späteren Nachmittag treffen wir uns mit Annie und ihrem Mann François bei einem gemütlichen Plausch in einer der Strandbars. Wir haben uns einiges zu erzählen, die Zeit in Arzal liegt ja auch schon zwei Jahre zurück.
Obschon es tagsüber recht warm ist, wird es kühl sobald die Sonne untergeht. Dann ist es vorbei mit der Gemütlichkeit im Cockpit und lange Hosen und Pulli werden wieder hervorgekramt.

 

Dienstag, 28.05.2019 – Sant Antoni

 

Wir geniessen den Alltag in Sant Antoni. Die Promenade ist ein sehr abwechslungsreicher Ort, eine nie aufhörende Schar von Strandschönheiten gibt sich hier ein Stelldichein.

Mittwoch, 29.05.2019 – Sant Antoni
Einkaufen, anschliessen ein letztes Mal Duschen in den wirklich sehr grosszügigen Duschen des Club Nautico. Dann hieven wir unser Dinghi an Deck, putzen und zerlegen es soweit es geht. Dann wird es verpackt und ins Vorpiek gestopft für die Weiterfahrt.
Ein letztes Mal geniessen wir den prächtigen Sonnenuntergang in der Bucht bei einem Glas Wein. Dann geht es früh in die Koje, morgen wollen wir für die Überfahrt ans Festland früh raus.

 

Donnerstag, 30.05.2019 Überfahrt von Ibiza ans Festland Valencia

 

Nach einem sehr frühen Kaffee kurz nach 04.00 bereiten wir die Santjana für die Überfahrt nach Valencia vor. Der Wind ist eher schwach vorher gesagt für den grössten Teil der ca. 80sm. Erst kurz vor der Küste soll der Wind dann stärker werden. Unter Gross und Motor verlassen wir die breite Bucht von Sant Antoni. Trotz der frühen Stunde wird die Bucht durch all die Lichter der Promenade und der Hotels recht gut ausgeleuchtet. Bald lassen wir den Leuchtturm auf der Insel Conejera hinter uns zurück, im Osten erlöschen die Sterne zusehends. Wir müssen um einige Fischerboote herumfahren, die Fischzucht anlagen im Schlepp haben. Dann plätschert der weitere Tag so dahin. Wir werden aber vo sehr vielen Delfinschulen besucht, immer wieder spielen sie in unserer Bugwelle. Kaum sind die einen des Spiel überdrüssig, finden sich auch schon die nächsten der eleganten Schwimmer ein. Wir sehen hier mehr Delfine an einem Tag, als während unserer Atlantiküberquerung!
Am Nachmittag kommt die Küste in Sicht mit dem markanten Cabo de la Nao im Südwesten.

Gemäss der Vorhersage nimmt der Wind zu und es entsteht eine Welle, die uns zwar vor sich he-r schiebt, beim Segel bergen dann aber unangenehm von vorne über den Bug kommt.
Wir passieren die lange Hafenmauer von Valencia, die zum Americas Cup 2007 hier zum Schutz der Marina errichtet wurde. Wir machen am Wartequai der Marina fest und checken ein, die gute Dame am Schalter ist etwas gestresst, vermutlich weil heute Auffahrt ist und sie abreiten muss. Keep Smiling. Nach ein paar Mal fragen sind alle Klarheiten beseitigt. Vor uns liegt noch eine dänische Yacht, die auch noch an den Liegeplatz gebracht werden muss. Die Marinera ist ebenfalls etwas überfordert, da zwei Boote zur gleichen Zeit eingewiesen und fest gemacht werden müssen. Nach etwas hin und her und einigen Wartekreisen werden wir dann zum Platz D3 gelotst, wo wir dann endlich festmachen können. Wir sind in Spanien, da braucht alles seine Zeit. Anstelle eines kühlen Anlegetrunks im Cockpit, werde ich zu einem längeren Fussmarsch an die Strandpromenade genötigt.
Wenigsten können wir unseren Durst am Schatten löschen, obwohl, kaum ist die Sonne weg, wird es auch schon wieder kühl.

Freitag, 31.05.2019 – Marina Valencia
Wir schlafen uns ausgiebig aus, gestern war ein langer Tag. Dann wird die Santjana von Bug bis Heck abgespritzt, Wasser getankt und grosse Wäsche in der Münzwäscherei gehalten. Es hat sich einiges an Wäsche aufgestaut. Dann kommt das Schiffsinnere an die Reihe, auch hier gibt es wieder einiges zu putzen. Anschliessend testen wir die örtlichen Duschen, super alle sind sauber, Boot und Mannschaft. Zum z’Abig gibt es feinen Härdöpfelsalat mit Gemüse-Bratwurst Spiesschen!