Samstag, 1.06.2019 – Marina Valencia
Wir machen uns zu Fuss auf in Richtung Stadt. Es ist bereits ordentlich warm, wenigstens windet es immer wieder etwas und sorgt so für etwas Abkühlung. Der Weg um das Hafenbecken zieht sich recht in die Länge, bis wir endlich durch die Av. Del Puerto und Menorca in Richtung Ciudad de las Artes y las Ciencas kommen. Die Gebäude wurden von den Architekten Santiago Calatrava und Félix Candela entworfen und 1998 eröffnet. Die weissen modernen Gebäude und das umliegende hellblaue Wasser bilden eine sehr futuristische, aber anziehende Szenerie. Insbesondere der Palao de les Arts Reina Soffia aus dem Jahr 2005 hat es mir sehr angetan. Das Opernhaus mit seinen vier Auditorien fällt durch seine ungewöhnliche geschwungene Form auf. Wir schlendern anschliessend wieder durch den Jardin del Turia in Richtung Süden. Die Parkanlage zieht sich über mehrere Kilometer über dem Flussbett des Rio Turia und bildet so ein sehr attraktives und grünes Erholungsgebiet mitten in Valencia.
Die Dusche nach dem langen Fussmarsch war eine Wohltat und der Salat mit Lachs und Toastbroten hat ebenfalls sehr gut geschmeckt.
Dem Rücken von Doris geht es glücklicherweise auch wieder besser, nachdem sie beim Festmachen am Donnerstag knapp einem Hexenschuss entgangen war.

 

Sonntag, 2.06.2019 – Marina Valencia

 

Da heute Sonntag ist, lassen wir uns mit einem Desayuno Ingles und Kaffee à Discretion auswärts verwöhnen. Wir spazieren dem Hafenbecken entlang zurück zur Santjana. Nur wenige Überbleibsel an den Americas Cup 2007 sind noch zu sehen. Das Alinghi Gebäude wurde seit unserem letzten Besuch vor zwei Jahre zwar renoviert, aber es erinnert nichts mehr an die einstige Verwendung. Draussen steht verlassen der Rumpf der Alinghi und dämmert vor sich hin, die Kielbombe steht irgendwo daneben.
Jetzt heisst es wieder einmal am Blog arbeiten, wie schnell die Tage vorbei rauschen und wie viel man wieder vergisst.

 

Montag, 3.6.2019 – Valencia

Mit dem Bus #95 geht es bis zu den Torres de Seranos. Von dort setzen wir unseren Rundgang durch die Altstadt von Valencia zu Fuss fort. Am Plaza Deus del Mar gibt es einen zweiten Kaffee. Es ist schon ordentlich warm, am liebsten würde ich den nahen Springbrunnen sitzen, um mich abzukühlen. Im Mercado Central haben wir Lust auf ein paar Empandas, die uns beim letzten Besuch so gemundet hatten. Offensichtlich ist heute Einheimischen Tag, den wir werden nicht bedient. Nach zehn Minuten warten und zusehen wie der Verkäufer immer wieder seine laufende Nase am Handrücken abstreift, vergeht uns die Lust auf die ansteckenden Krapfen. Wir kaufen uns dann bei einem Stand zwei Reihen weiter weg ein Bocadillo con Jamon, was uns wesentlich besser schmeckt, als die Krapfen à la Rotz.
Von da kehren wir wie an den Rio Turia zurück und schlendern durch die wunderschöne Parkanlage wieder in Richtung Meer.
Den Tag beschliessen wir passend zum kühlen und grauen Himmel mit einem feinen Raclette und El Coto Weisswein.

 

Dienstag, 4. 6.2019 – Valencia

 

Bordalltag auf der Santjana, Wäsche waschen, putzen, schleifen und malen….

 

Mittwoch, 5.6.2019 – Valencia
Heute haben wir vor die Harry Potter Ausstellung zu besuchen, welche in der Ciudad de las Artes y las Ciencas stattfindet. Wir freuen uns sehr, denn im Gegensatz zum Wochenende, hatte es heute nur sehr wenige Besucher und die Warteschlange vor dem Ticketschalter ist entsprechend kurz bzw. nicht vorhanden. Bald sind wir stolze Besitzer von zwei Harry Potter Tickets und streben dem Eingang der Ausstellung zu. Dort werden wir informiert, dass die Ausstellung nicht bereit sei, weil eine wichtige Anlage in der Ausstellung nicht funktioniere. Dann gehen wir halt mal einen Kaffee trinken.
Nach einer guten Stunde stehen wir wieder vor dem Eingang, gleiche Situation wie vorher, nur haben sie diesmal noch weniger Ahnung, wie lange es dauert, bis die Ausstellung wieder zugänglich ist. Also wieder zum Schalter, um das Ticket zurückzugeben, bzw. auf Morgen zu verschieben. Das gehe nicht, sie könne das nicht, etc. langsam wünsche ich mir einen Zauberstab, um der Dame im Ticket- Kabäuschen Quiditch beizubringen! Nach einigem Hin und Her erhalten wir dann doch die Zusage, dass wir die Ausstellung morgen besuchen können. Bin ja mal gespannt….

 

Donnerstag, 6.6.2019 – Valencia

Heute zweiter Marsch zur Ciudad de las Artes y las Ciencas, die Tickets werden tatsächlich aktzeptiert! Die Ausstellung ist sehr gut gemacht und zweigt in mehreren Räumen verschiedene Szenarien und Figuren aus den Harry Potter Romanen. Die Besucher werden vom sprechenden Hut in eines der vier Häuser von Hogwarts verteilt, man kann an kreischenden Alraunen ziehen und die Kostüme von Dumbledor, Madame Hooch und Hagrid bewundern. Alles in Allem ein unterhaltsamer und lohnenswerter Besuch. Zur Abwechslung gehen wir für den Apero in die nahe Marinabar und geniess Sonne und laute Discomusik zu einem Aperolspritz.

 

Freitag, 7.6.2019 – Valencia
Bordalltag auf der Santjana, Frühstück an Land, einkaufen, Wäsche waschen und trockenen an Bord

 

Samstag, 8.6. 2019 - Valencia

Eigentlich wollten wir heute weiter nach Calpe, aber es bläst recht stark und eine unangenehme auflandige Welle hat sich auf dem Meer aufgebaut. Wir verlängern deshalb unseren Aufenthalt hier in Valencia um einen Tag. Zum Abschluss wollten wir uns eigentlich hier noch einen Glacé Coupe gönnen, aber die Restaurants sind heute Freitagnachmittag bereits rappelvoll, keine Chance einen Tisch zu ergattern. So gehen wir in den nicht all zu nahen Consum einkaufen und leisten uns dann für den Weg zurück zur Santjana eine Packung mit sechs Mini Eiscornets, es hat sehr gemundet. Eine tolle Entschädigung für den entgangenen Glace Coupe.

 

Sonntag, 9.6.2019 – Valencia nach Calpe

Als wir die Marina Valencia kurz vor Neun verlassen ist der Himmel grau verhangen und auf dem Meer treffen wir eine heftige Dünung vom gestrigen starken Wind an. Bis Cabo Antonio im Südwesten nimmt zwar der Wind stetig ab, aber die lästige Dünung von der Seite bleibt. Ab Cabo de la Nao einige Seemeilen weiter, legt der Wind dann wieder ordentlich zu und als wir in Calpe in die Marina einlaufen wollen, haben wir beinahe 20 Knoten Seitenwind. Wir kommen einen sehr engen Platz in einer schmalen Zufahrtsgasse zugewiesen. Ohne Bugstrahlruder ist uns das Risiko zu gross uns in diesen Platz zu zwängen. Wir verlassen daher die Marina Calpe wieder und laufen weiter nach Alicante, was nochmals 4 Stunden Fahrtzeit heisst. Natürlich ist es in Alicante dann bereits Nacht, was heisst die Hafeneinfahrt mit Hilfe von Leuchtzeichen und Plotter auszumachen. Im Hafenhandbuch 2017 steht etwas von Ausbauten an der Mole, welche wir aber nicht ausmachen können. Die Einfahrt erweist sich aber dann als sehr grosszügig und gut beleuchtet. Wir machen kurz vor zwölf am Wartequai fest und werden dort vom Security Mann aufgefordert uns am nächsten Morgen bei der Reception zu melden um einen Platz zugewiesen zu bekommen. Wir sind noch gar nicht müde, daher setzen wir uns noch zu einem Glas Rosé ins Cockpit und geniessen die laue Nacht.

 

Montag, 10.6.2019 Alicante

Kurz nach neun stehe ich in der Reception der Marina für den Checkin. Dann verholen wir die Santjana an den Platz L38, spritzen sie von Bug bis Heck ab, um das Salz wieder loszuwerden das an Deck gespritzt wurde während der Überfahrt. Bald darauf können wir uns ein verdientes Bier gönnen an der Strandpromenade. Vor lauter Leute sieht man den Sandstrand nicht mehr, ach ja, es ist ja Pfingstmontag. Zuhause in der Schweiz kämpfen sie mit Regenfluten, Überschwemmungen und Rückreiseverkehr. Wir schlendern noch etwas entlang der Promenade Esplanada de Espana, wo es sich angenehm kühl im Schatten unter vielen Palmen spazieren lässt.
Den Tag beschliessen wir mit einem sehr feinen Curry mit Poulet und Gemüse im Cockpit. Dann geht es zeitig in die Koje, die Rüttlerei von gestern fordert ihren Tribut.

 

Dienstag, 11.6.2019 – Alicante
Den Tag beginnen wir mit einem English Breakfast in der Taberna am Quai. So gestärkt gehen wir zu Fuss auf Entdeckungstour durch Alicante. Im Gegensatz zu den Städten Calpe und Benidorm hat es hier zwar viele Blockbauten aber sehr wenige Hochhäuser, dazu fallen uns immer wieder auch ältere schön restaurierte Fassaden auf. Wir finden den Mercat Central, wo auf zwei Stockwerken Gemüse und Früchte sowie Fleisch und Fisch angeboten werden. Es ist immer wieder toll die bunten Gemüse und Früchtestände zu bewundern, es scheint als ob jede Frucht und jedes Gemüse erst sorgfältig von Hand poliert würde, bevor es dann sorgfältig in der Auslag arrangiert wird.
A Nachmittag zieht es zu, de Himmel wird grau und es sieht nach Regen aus, der dann aber doch nicht kommt. Stattdessen wird es unfreundlich kühl, so dass wir uns fürs Abendessen in die Kajüte verziehen. Der Tomatensalat mit Mozzarella hat trotzdem sehr gut geschmeckt.

Mittwoch, 12.6.2019 – Alicante
Heute ist früh Tagwache, ich werde durch das laute surren der Wasserpumpe nicht ganz schlagartig wach, erst das Geschirrgeklapper von Doris hilft mir auf die Sprünge. Wir wollen ja zeitig los, um auf die Festung Santa Barbara zu steigen, die hoch über dem Hafen von Alicante thront.
So hoch ist der Berg Benacantil, auf dem die Festung steht, zwar auch wieder nicht, trotzdem sind wir froh, dass wir die 170m Höhe grösstenteils noch im Schatten überwinden können. Beim Aufstieg sind wir fast allein, wir müssen uns den Zugang durch die Gassen und Treppen selber suchen. Aber oben angekommen, treffen wir bereits auf einige Touristen, die aber alle mit dem Auto hochgefahren sind. Einigen davon hätte etwas körperliche Betätigung sicher nicht geschadet.
Die Festung geht auf die Römer und Mauren zurück und wurde dann über nachfolgende Perioden immer wieder erweitert. Gegen Ende des 19Jh. wurden Gebäude bis ca. 1961 noch als Gefängnis benutzt. Von der Festung hat man einen schönen Blick über die Bucht und die Stadt Alicante. Das Treppensteigen und die Lauferei über die Felsen innerhalb der Festung haben ordentlich Durst gegeben, den wir mit einem lang ersehnten Shandy löschen. Der Abstieg ist vergleichsweise recht kurz, bietet aber auch immer wieder schöne Ecken zum anschauen.

 

Donnerstag, 13.6.2019 – Alicante

 

Bummel durch die Altstadt von Alicante. Es ist sehr windig. Die Boote bewegen sich recht stark in der Marina, die Trossen knarren ständig und die Santjana ruckt unsanft in ihre Festmacher  ein.

Freitag, 14.6.2019 – Alicante
Es geht in die Stadt, heuteFreitag.14.6.2019 – Alicante
Es geht in die Stadt, heute ausnahmsweise mit Regenschirm. Während draussen ein längerer Schauer niedergeht sitzen wir am Trockenen bei einem Croissant und einem Cafe con Leche. Nach dem Regen schmeckt die Luft frisch draussen und wir machen auf zum nächsten Mercadona.
Am Nachmittag nehme ich mir nochmal den Ablauf des Kühlschranks vor. Mit etwas Gebastel mit etwas Schlauch und einem kleinen Trichter gelingt es mir den Ablauf zu verlegen
ausnahmsweise mit Regenschirm. Während draussen ein längerer Schauer niedergeht sitzen wir am Trockenen bei einem Croissant und einem Cafe con Leche. Nach dem Regen schmeckt die Luft frisch draussen und wir machen auf zum nächsten Mercadona.
Am Nachmittag nehme ich mir nochmal den Ablauf des Kühlschranks vor. Mit etwas Gebastel mit etwas Schlauch und einem kleinen Trichter gelingt es mir den Ablauf zu verlegen

 

Samstag, 15.6.2019 – Alicante nach Torrevieja
Wir legen im ersten Morgengrauen ab und verlassen die Marina Alicante. Es geht der Küste entlang in Richtung SW. Unser nächstes Ziel ist Torrevija lediglich ca. 4 Fahrstunden entfernt. Vor gut 20 Jahren war ich auf meinem Meilentörn von Malaga nach Palma einmal eine Nacht Gast hier. In der Zwischenzeit hat sich einiges verändert. Es wurde eine zweite Marina gebaut auf der Ostseite des Hafenbeckens. Wir bekommen einen Platz in der neuen Marina Salinas. Der Steg, an dem wir festmachen ist recht hochgebaut, gut haben wir Bugwärts festgemacht. Wieder einmal heisst es zuerst die Santjana abspritzen und auftanken. Dann gehen wir auf Erkundungstour in die Stadt. Die Stadt sieht für uns mehr nach Industrie und Fischerei aus, obwohl es auch hier Touristen aus Skandinavien und England hat. Diese drängen sich an den zwei oder drei kleineren Stränden, verglichen mit Valencia wirklich klein ausfallen. Wir setzen uns in eines der Srandcafes und schauen dem treiben zu.
Der Vollmond scheint wunderschön in die Kabine, leider sind auch noch einige blutgierige Nachtschwärmer unterwegs. Morgen werden wir wieder einmal die Moskitonetze hervorkramen
, um uns vor den ungebetenen Gästen zu schützen.
Von der nahen Discothek ertönt die Waschmaschine, BUMM, ….. BUUUMM, .. BUUUMMM, BUM, BUM…..


 

Sonntag 16.06.2019 – Torrevieja
Am Morgen werden wir durch einen laut plärrenden Lautsprecher geweckt. Es findet ein Triathlon statt und der Speaker verkündet lautstark seine Eindrücke. Wir verziehen uns daraufhin ins Calipso zum z’Morge. Zwar fahren nach einer Weile hunderte von Radfahrern hin und her, aber wenigstens gibt es hier keinen quakenden Lautsprecher. Ein anschliessender Spaziergang bringt uns zu einem schönen Park im Zentrum von Torrevieja. Wir wollen weiter zum alten Genueserturm im Osten der Stadt. Aber nach einem einstündigen Fussmarsch ist der Turm noch immer in weiter Ferne. Wir erfrischen uns stattdessen an einer Kugel Glacé und geniessen das sonntägliche Hin und Her auf der Promenade.

 

Montag, 17.6.2019 – Torrevieja nach Cartagena

 

Einmal mehr geht es früh los in Torrevieja. Im Gegensatz zum Einlaufen in diesen Hafen furzt uns kein deutscher Segler quer vor den Bug, um dann in die Marina International einzufahren. Wir haben uns da beide schon etwas an den Kopf langen müssen, aber klar ICH zuerst, alle anderen sollen selber schauen!
Vor der Einfahrt begegnen wir dem Patrouillenboot P036 der spanischen Marine, das dort mit geringer Fahrt herumdümpelt. Die Küste auf dem weiter Verlauf ist nicht unbedingt schön. Immer wieder treffen wir auf Städte, die aus vielen Blocks und auch Hotels bestehen. Nicht unbedingt ein schöner Anblick. Nach ca. 5 Stunden runden wir das Cabo de Palos mit seinem markanten Leuchtturm. Dahinter wird die Küste wieder rau, hohe Klippen stürzen beinahe senkrecht in Meer.
Kurz vor der Einfahrt zum Hafen von Cartagena fällt auf einmal die Drehzahl des Motors zusammen, er stottert und bleibt dann stehen. Laut Tankanzeige haben wir noch genug Diesel in den Tanks. Dennoch schalte ich auf den Tank 2. Der Motor springt zwar an, aber läuft eine zeitlang unrund. Ich prüfe den Vorfilter und finde dort flockige Teile im Diesel. Ich verdächtige einen verstopften Vorfilter.

Trotz einem ersten Schrecken können wir unsere Fahrt unter Motor weiterfortsetzen und gelangen dann an unseren Platz im Yacht Port Cartagena.

 

Dienstag, 18.6.2019 – Cartagena

Derweil Doris in der Lavanderia unsere Wäsche wäscht, mache ich mich auf die Suche nach einem neuen Dieselvorfilter. Im dritten Nautic Zubehörladen werden ich dann tatsächlich fündig, nachdem ich in den beiden ersten radebrechender Weise auf spanisch zu erklären versuchte, was ich eigentlich suche. Der Tausch des Vorfilters natürlich auch nicht ohne Probleme, den das Ding sitzt bombenfest und widersetzt sich jeglicher Versuche den Filter heraus zu drehen. Das heisst für mich einen weiteren Marsch durch die diversen Nautic Läden, um einen entsprechenden Filterschlüssel zu suchen. Damit ausgerüstet ist der Filteraustausch dann wirklich ein Kinderspiel. Fehlt noch die abschliessende Entlüftung der Dieselzuleitung und siehe da der Motor läuft wieder ohne zu husten. Hoffentlich bleibt das jetzt auch weiterhin so!
Mittlerweile ist die Wäsche ebenfalls trocken und wir dürfen in frischen Bettbezügen schlafen.

 

Mittwoch, 19.06.2019 – Cartagena

 

Nach dem z’Morge im La Tartana suchen wir die Markthalle von Cartagena, die wir dann aber nicht wirklich finden. Dafür tun wir uns dann an einigen Bocadillos im Lizzaran gütlich.
Mittlerweile sind wir drei Schweizer Boote und sehr viel mehr englische Boote in der Marina. Ein englischer Skipper ist immer auf der Ausschau nach neuen Gesprächspartnern, ist jemand erst einmal in seinen Klauen entlässt er die Unglücklichen erst wieder nach einer stündigen Volldröhnung. Bisher konnten wir uns noch immer dem Wortschwall entziehen, hoffentlich bleibt das auch weiterhin so!

Donnerstag, 20.06.2019 – Cartagena

Wieder einmal in einem Chinaladen, kaum zu glauben was man dort alles finden kann. Wir benötigen einen neuen Bodenbelag im Klo und werden natürlich prompt dort fündig.

 

Freitag, 21.06.2019 – Cartagena

Nach einigem Suchen finden wir auch den Eingang ins Theatro Romanum, einem Museum, das die Besiedlung von Cartagena zum Thema hat. Prunkstück ist das ausgegrabene und teilweise wieder hergestellt Teatro Romanum, welches Ende des 1Jh v.Ch gebaut wurde. Im 5 Jh. n.CH. diente das Gelände mit dem verfallenden Teatro als Marktplatz.
Zurück auf dem Boot wartet wieder einmal der Blogg auf mich, wenigstens gibt es dazu ein kühles Shandy. Bald haben wir Apero mit Amanda und xxx unseren Nachbarliegern aus England.

 

Samstag, 22.06.2019 – Cartagena

 

Heute besuchen wir das Marinemuseum von Cartagena, hier wird uns die Marine Geschichte von Spanien und im Speziellen von Cartagena gezeigt. Ein sehr interessanter und abwechslungsreicher Rundgang durch eine liebevoll gestaltete Ausstellung. In einer Halle neben dem Museum wird eines der ersten U-Boote gezeigt, entwickelt von Isaac Peral im späten 19Jh. Das Unterseeboot war damals revolutionär und konnte als erstes U-Boot ein Torpedo unter Wasser abschiessen.

 

Sonntag, 23.06.2019 – Cartagena

 

Neben der Wäsche sitzen wir heute wieder einmal zusammen um die «Planung» für die nächsten zwei Wochen etwas näher anzuschauen. Mittlerweile sind hier in Cartagena Boote aus USA, GB, Frankreich, Schweden, Holland und auch einige aus der Schweiz eingetroffen.

 

Montag, 24.06.2019 von Cartagena nach Almerimar, ankern in der Bucht Playa el Playazo de Rodalquilar

Von Cartagena geht es wieder einen Rutsch weiter gen Westen der Küste entlang. Wir haben auflandigen Wind mit auflandiger Dünung nicht so doll für unser Anker in einer Bucht. Auf dem Weg entlang der Küste treffen wir auf eine grosse Schule von Delfinen, sicher sind es 5 Dutzend Tiere. Etwas weiter treffen wir noch zwei Seeschildkröten an, um die wir ein Bogen machen müssen, da sie sich nicht gross von der Santjana beeindrucken lassen.
Trotzdem werfen wir gegen Abend Anker in der Bucht Playa el Playazo de Rodalquilar. Kaum neigt sich die Sonne dem Horizont zu, werden wir von Hundertschaften kleiner Fruchtfliegen überfallen, die sich i ganzen Boot verteilen. Die nächsten beiden Tage sind wir beschäftigt den Viechern mit der Fliegenklatsche den Garaus zu machen. Am Ostende der flachen Bucht steht ein halb verfallenes Castell. Trotz Geschaukel durch die auflandige Dünung schlafen wir hier einigermassen ruhig.

 

Dienstag, 25.06.2019 Playa el Playazo de Rodalquilar nach Almerimar

 

Es geht weiter aus der Fliegenbucht nach Almerimar. Am Nachmittag freue ich mich zu früh, weil ich glaube die letzte Fruchtfliege gekillt zu haben. Die Freude dauert aber nur an, bis ich kurz mal in die Achterkabine gehe. Bbbssssssssss….. ah, hierhin hat sich der ganze Rest verzogen, na wartet, Fliegenklatscheeeeeeeee…….

 

Am frühen Nachmittag treffen wir in Almerimar ein, tanken bei der Capitania und fahren weiter zu unserem zugewiesenen Liegeplatz. Kaum dort angekommen, rollt unser französischer Nachbar seine Rollläden am Bimini herunter. Ah, offen sichtlich wollen die beiden nicht gestört werden und wollen sich auch nicht mit uns abgeben. Na, dann halt nicht, au reservoir!

 

Mittwoch, 26.06.2019 – von Almerimar nach Gibraltar

 

Wir stehen «früh» auf und suchen um acht Uhr eine Beiz, die bereits geöffnet ist und mit etwas frühstückmässigem aufwarten kann. Bei den ersten Restaurants stossen wir mit der Nase auf geschlossene Türen. Die Bar, in der wir gestern unseren Anlegetrunk hatten, öffnet erst um 12 Uhr. Gestern haben wir zweimal nachgefragt, ob sie Desayunos hätten. Sicher, um 12 Uhr. Hä, das ist aber schon Mittag ,…. Nein, erst um 12 Uhr, das ist uns zu spät ….
Wir finden dann doch noch eine Bar, die Kaffee und Tostadas serviert.
Gegen Elf legen wir ab und machen uns wieder auf gegen Westen, das Ziel heisst Gibraltar.
In der Nacht passieren wir Malaga und Marbella.

 

Donnerstag, 27.06.2019 – Gibraltar

Der Morgen begrüsst uns mit einer grauen Decke, es ist kühl und windig, eigentlich sollte jetzt die Sonne bereits scheinen, aber offensichtlich wird das Wetter immer englischer je näher wir zu Gibraltar kommen. Von weitem können wir schon «The Rock» sehen, immer mehr grosse Pötte liegen hier vor Anker und warten, bis sie einlaufen können. Wir runden Europa Point, den äussersten Zipfel der Halbinsel, vor uns ein Gewusel an grossen und kleineren Schiffen, dazwischen drängen sich noch die gestressten Motorboote hindurch und lassen uns in ihren Heckseen wild hin und her tanzen. Danke sehr, so nahe hätte die Vorbeifahrt nicht sein müssen ,…..
Gegen zwei Uhr treffen wir in der Marina von Alceidesa ein, da uns die Marinas von Gibraltar auf unsere Anfragen nach einem Liegeplatz keine Antwort gaben, haben wir uns hier für die nächsten Tage eingenistet. Das erste Mal wieder anlegen an Pontons, nach dem langen Gefummel mit Mooringleinen eine Wohltat.
Nach dem Boot abschruben und abspritzen machen wir uns auf den Weg nach Gib für einen wohlverdieten Willkommenstrunk am Chasematte Square in Gibraltar. Dazu müssen wir erst die Grenze von Spanien nach England überqueren und dann noch die Start- und Landebahn des Flughafens überqueren. Schön sind wir noch einmal ein paar Tage hier. Leider hat es Nico nicht geschafft auch zu uns zu stossen, ich denke, es würde ihm auch gefallen hier.

 

Freitag, 28.06.2019 – Gibraltar

 

Heute sind wir im Cafe Calpe in Gib für ein erstes English Breakfast, es isch fein gsi. Allerdings ist es auch schon ordentlich warm, um nicht zu sagen heiss. Aber immer noch kühler hier, als in der Schweiz, wo Hitzerekorde geknackt werden.

 

Samstag, 29.06.2019 – Gibraltar

 

Wieder einmal heisst es Einkaufen für die nächsten paar Tage. Im Mercadona von La Linea werden wir fündig. Gut, haben wir unser Poschtiwägeli, nicht auszudenken, das Geschleppe sonst.
Die Versuche heute Wäsche zu waschen scheitern an den anderen Bordfrauen, die ihrerseits die Waschmaschine bestürmen. Dann wird halt eben am Sonntag gewaschen.

 

Sonntag, 30.06.2019 – Gibraltar

 

Heute gelingt es uns tatsächlich auch mal die Waschmaschine zu besetzen und unsere Wäsche durchzulassen. Trocknen wird es heute ebenso gut wie gestern, auch heute scheint die Sonne heiss aus einem wolkenlosen Himmel und der Wind weht beständig von Süd her. In der Waschpause geniessen wir einen zweiten Kaffee in der nahen Marina Bar.
Anschliessend muss Doris wieder einmal ihre Nähkünste zeigen. Ein paar Nähte am Bimini sind brüchig geworden und müssen nachgenäht werden.
Der Abend ist eher kühl wegen dem ständigen Wind vom Meer her, aber eine angenehme Abwechslung zum gestrigen windstillen Tag.
Nach der Passkontrolle und Zoll warten wir vor der geschlossen Schranke an der Seite der Piste bis der British Airways Flug gelandet ist. So nahe kommen wir nur sehr selten an einen Flugbetrieb wie hier.

Am späteren Nachmittag sehen wir dem bunten Treiben auf dem Chasematte Square zu einem White Spritzer und einigen Mini Bocadillos.