Montag, 1.07.2019 – Gibaltar

Schon ist wieder ein halbes Jahr vorbei, Wahnsinn, wie schnell die Zeit vorbeigerauscht ist. Erst waren wir noch drei Monate in Südfrankreich, dann Balearen und schon sind wir hier. Hoffentlich vergehen die nächsten Wochen und Monate nicht gar so schnell.
Heute wollten wir eigentlich mit der Cable Car auf The Rock. Als wir um halb Elf ums Eck gegen die Seilbahnstation laufen, sehen wir eine lange Warteschlange von Leuten, die Gleiches vorhaben. Zwar schreien die Taxifahrer uns die Hucke voll, dass sie viel, besser, schnell und billiger seien, doch wir verschieben dann doch unser Vorhaben mit The Rock auf Morgen und besuchen stattdessen den Botanischen Garten von Gibraltar. Sehr schön angelegt und gepflegt werden Bäume aus sämtlichen Erdteilen gezeigt. Den Nachmittag verbringen wir mit Blog schreiben, und Anderem.

 

Dienstag, 2. Juli 2019 – Gibraltar

Diesmal stehen wir früher auf und verplempern keine Zeit beim English Breakfast. So schaffen wir es eine halbe Stunde an der Bahnstation zu sein, bevor um 09:30 dann der Betrieb der Seilbahn losgeht.
Im Gegensatz zu gestern stehen erst wenige Leute an der Kasse an, so dass wir es mit der ersten Kabine heute auf den Rock schaffen. Die Aussicht oben ist auch diesmal wirklich ein Traum. Gegen Westen sehen wir die Strasse von Gibraltar mit den grossen Pötten, die nach Westen und Osten fahren. Dann sieht man die ganze Bucht von Gibraltar mit den Häfen, Raffinerie und dem Flugplatz. Auf der Südseite, wo der Fels steil ins Meer abfällt, sehen wir weit in das glitzernde Mittelmeer. Die Affen machen sich zurzeit noch rar, also gibt es hier oben erst mal einen Kaffee.
So gestärkt machen wir uns auf den Weg zur O’Hara Battery, die am Südende des Bergs hoch über dem Meer thront. Auch hier können wir weit hinüber auf die Afrikanische Seite sehen, die hier etwas 15-20sm weit südlich ist. In der Michael Cabin kehren wir nur kurz ein, Höhlen haben wir ja das letzte Mal schon besucht. Im Vergleich zum letzten Mal sind heute die Temperaturen zwar wesentlich angenehmer, aber Durst gibt es trotzdem. Wir machen einen kleinen Umweg zur Suspension Bridge, die wir letztes Mal nicht besucht haben. Der Umweg lohnt sich nur schon wegen der beiden Affenhorden, die sich am anderen Ende tummeln. Eigenartigerweise hat es hier in der Mitte des Rocks wesentlich mehr Affen, als oben beim Restaurant. Wir kommen also voll auf unsere Kosten und es werden «nur» zwei oder drei Fotos geschossen. Gegen drei Uhr geht es dann am Moorish Castle vorbei wieder in Richtung Stadt Zentrum.
Nach dem Duschen in der Marina geht es dann recht zeitig in die Koje, die Wärme und das längere bergab laufen fordern ihren Tribut.

 

Mittwoch, 3. Juli 2019 – Gibraltar

 

Heute gibt es wieder einmal einige Arbeiten an Bord zur erledigen wie Malerarbeiten und Fender putzen. Wir verputzen unsere vorigen Pfundmützen drüben in Gibraltar mit einigen Souvenirs und einem kleinen Apero mit zwei White Spritzers.

 

Donnerstag, 4. Juli 2019 – Gibraltar

 

Wieder einmal Wäsche Tag und einkaufen im Mercadona in Alcaidesa. Dann gibt es noch ein paar Vorbereitungen für die morgige Weiterfahrt zu erledigen. Das Hochwasser ist morgen früh um ca. 5 Uhr, wir können also mit dem auslaufenden Wasser die Strasse von Gibraltar durchqueren. Der Wind weht allerdings aus Richtung West, also voll auf die Nase. Wenigsten ist der Wind eher mässig stark vorhergesagt.

 

 

Freitag, 5. Juli 2019 – Gibraltar – Barbate

Es heisst heute Morgen zeitig aus den Kojen. Um sechs ist es allerdings noch stockdunkel, aber nach einer halben Stunde kann man bereits recht gut sehen. Wir verlassen die Marina um ca. halb Sieben und nehmen Kurs auf das westliche Kap an der Bucht von Gibraltar. Erst haben wir ordentlich Wind, der dann mitten in der Bucht einschläft, um dann vor Tarifa wieder zuzulegen. Zwischendurch haben wir immer wieder mal unruhiges Wasser, man sieht sich eher in einem Fluss, als im Meer. Nach Tarifa gilt es ein paar Stellnetze für den Thunfischfang zu umfahren. Beim näherkommen sieht mal allerdings mehr Fischfarmen als Stellnetze. Wir lassen diese Hindernisse trotzdem an Steuerbord und legen Kurs in die Bucht von Barbate. Auch hier hat es gemäss Seekarte und Pilot ein grosses Stellnetz, das aber jetzt nur zur Hälfte ausgelegt ist. Allerdings sind aus den vorher gesagten 11 Knoten Wind mittlerweile deren 20Knoten geworden. Immer wieder eine freudige Voraussetzung für das kommende Anlege- Manöver. Der Marinero winkt uns aber grad zu unserem Liegeplatz durch der Warte Ponton ist eh mit einem Patrouillenboot der Guardia Civil besetzt. Kurz nach zwei machen wir die Santjana fest in der Marina von Barbate. Es sieht alles eigentlich noch gleich aus wie bei unserem letzten Besuch vor zwei Jahren. Speziell die Duschen haben wir sehr genossen, letztes Mal war es auch hier um einiges heisser.
Am Abend finden wir wieder einmal Zeit mit Nico zu telefonieren, es ist schon ein Weilchen her seit dem letzten Mal. Immer wieder schön voneinander zu hören.

 

Samstag, 6.Juli 2019 – Barbate

 

Heute ist es stark bewölkt, es fallen einige Tropfen vom Himmel, s dass wir uns fragen, ob wir für die halbe Stunde Fussweg ins Städtchen besser einen Schirm mitnehmen sollten oder nicht.
Der Weg von der Marina ins Städtchen scheint uns kürzer als letztes Mal, wohl weil es jetzt kühler ist.
Am Strand ist trotz dunkel grauem Himmel wesentlich mehr Betrieb als letztes Mal, kein Wunder, ist ja auch Wochenende. Der Cafe con Leche schmeckt gut. Es hat sehr wenig ausländische Touristen hier. Wohl nur die paar Segler von unserer Marina und ein paar Leute, die mit Wohnmobilen unterwegs sind. Ansonsten herrscht die Einheimischen vor, die sich lautstark zwischen den Tischen unterhalten.
Der Nachmittag sieht uns beim Schiff abspritzen und putzen, auch das muss mal hin und wieder sein.
Der Wind ist recht kühl, zum Abendessen, es gibt Spiessli mit Gemüse, müssen wir uns im Cockpit doch etwas mehr anziehen. Aber dennoch schön den Tag bei einem Glas Rosé an Bord ausklingen zu lassen.

 

Sonntag, 7.Juli 2019 – Barbate

 

Nach dem Desayuno an Bord spazieren wir ins Städtchen, trinken n der Cerveceria einen kühlen Schluck und gehen noch kurz frisches Gemüse einkaufen inkl. Katzenfutter. Am Rand der Marina leben zwei Katzenfamilien unter den Oleanderbüschen mit je etwa vier Jungen, die jeweils Freude dran haben, wenn eine barmherzige Seele wieder mal eine Dose Futter spendiert.
Der Wind bläst stärker und es ist recht kühl so dass wir uns in die Koje zum Blog schreiben und lesen verziehen.

 

Montag, 8. Juli 2019 – Barbate

 

Z’Morge im Restaurant, dann wieder mal Wasser kaufen, ansonsten gemütlicher Tag.

 

Dienstag, 9. Juli 2019 – Barbate

 

Wir kaufen nochmals frisches Gemüse und Früchte im Mercadona von Barbate, auch die Hafenkatzen bekommen noch einen letzten Festschmaus von uns. Es ist schon wieder ordentlich warm am Vormittag, so dass wir uns vor dem halbstündigen Fussmarsch zurück zur Santjana erstmal mit einem Shandy stärken «müssen».

 

Mittwoch, 10. Juli 2019 – von Barbate nach Rota

 

Wir lassen die Marina von Barbate in ihrem Schlummer zurück. Es ist eine schöne Marina, leider etwas abseits der Route zwischen Cádiz und Gibraltar, aber alles ist sauber und gepflegt.
Es geht Richtung Cabo Trafalgar, die Wassertiefe ist gering, vielleicht ein Dutzend Meter. Zusammen mit der Tide baut sich hier schon eine rechte Dünung auf, Wind haben wir praktisch noch keinen. Wenn es richtig bläst hier, sollte man das Cap besser mit sehr grossem Abstand umrunden. Jetzt bei dem ruhigen Wetter ist es problemlos, obwohl es nur schon jetzt einige Male bis ins Cockpit spritzt.
Es geht weiter der Küste nach in Richtung Norden, die Fischer sind wieder einmal sehr aktiv. Dann kommt die grosse Spannbrücke von Cádiz in Sicht. Wir durchqueren die Bucht von Cádiz, beinahe fahren wir in eine schwimmende Trosse, erst im letzten Augenblick können wir einen Bogen um das Teil machen. Lieber keine Trosse im Ruder oder Propeller.
Wir machen an der Tankstelle der Marina Rota fest und füllen Diesel nach. Das Marina Office ist erst ab fünf wieder geöffnet, so vertreiben wir die drei Stunden mit Lesen.
Um sechs liegt die Santjana vertäut an ihrem Liegeplatz und wir vertreten uns in die Beine in der nahen Stadt. Im Gegensatz zu den meisten spanischen Städten ist die Altstadt hier praktisch vollständig erhalten und sehr gepflegt. Die Häuser weisen höchsten zwei Stockwerke auf, die hässlichen Hotelbunker fehlen völlig oder sind erst weiter drinnen in den neueren Stadtteilen zu finden.

 

Donnerstag, 11. Juli 2019 – Rota

 

Heute heisst es früh aus den Federn, wir machen einen Ausflug nach Cádiz. Der Shuttle verlässt Rota um 8:30 und bringt uns in ca. 40 Minuten quer über die Bucht nach Cádiz. Unterwegs können wir noch einen Blick auf die Navy Schiffe werfen, die in ihrem Marine Stützpunkt festgemacht sind.
Vom Hafen geht es über den Platz San Juan de Dios in Richtung Altstadt. Am Platzende hat es ein Resto, das nach Desayuno riecht. Also versuchen wir unser Glück mit zwei Desayuno Completto.
Zuerst bringt der Kellner zwei kleine «Berliner» einer mit Schokolade, der andere mit Vanillecreme gefüllt. Dann folgen zwei grosse Orangenjus, dann zwei Kaffee und zuletzt zwei Toastbrötchen eins mit kaltem Braten, das andere mit Jamon Iberico belegt. Natürlich konnten wir nicht warten, bis alles auf dem Tisch steht und haben stattdessen schon mal mit den «Berlinern» begonnen …..  Doris zieht mich derweil wegen dem «süssen» z’Morge dauernd auf, Spanisch ist nicht so meine Stärke, ich geb es ja zu …..
Von dort geht es weiter zur Kathedrale von Cádiz, der Platz vor der Kathedrale ist beinahe noch leer, in ein, zwei Stunden wird sich das Bild ändern und Tagestouristen werden die Szenerie dominieren.
Durch die Calle Compania schlendern wir weiter in Richtung Mercado Central. Wieder einmal sind wir überwältigt von den bunten Gemüse- und Fruchtständen, wo die Händler ihre Ware liebevoll darbieten. Die grosse Fischabteilung ist auch sehenswert, allerdings «fischelets» dort für meine Begriffe etwas zu stark. Wir verziehen uns in den Schatten zu einem zweiten Kaffee. Kaum abgesessen, kommt auch schon der spanische Gitano mit der Guitarre um die Ecke und baut seine Musikbox mit Verstärker und Lautsprecher vor dem Restaurant auf. Das Lied klingt wirklich gut, erst beim zweiten Mal hinsehen bemerke ich, dass der Ursprung der Musik wohl kaum von der Gitarre kommt, sondern von einer Konserve aus dem Inneren der Box. Seine Frau kommt daraufhin auch schon mit der Büchse um zu sammeln, naja, was soll ich sagen, ehrlich gespielt, hätte wohl mehr abgeworfen, mit saurer Miene ziehen die beiden von dannen, um ihre Masche in der nächsten Beiz zu probieren ….
Wir kommen an Südende der Altstadt, zum Castillo de Santa Catalina, hier könnte man sehr gut Western drehen, so mit alten mexikanischen Häusern im Hintergrund. Eine Ausstellung zeugt von der grossen Explosionskatastrophe von 1947, bei der sich in einem Munitionsdepot der Marine Wasserbomben entzündet hatten und ganze Ladungen an Mienen, Granaten etc. mitentzündeten.

 

Der ganze Hafenkomplex mit den angrenzenden Quartieren wurde völlig eingeebnet, leider mussten sehr viele Tote und Verwundete beklagt werden. Die Fotografien sind stumme, aber sehr eindrückliche Zeugen der damaligen Katastrophe.
Etwas neben dem Castillo ist der örtliche Badestrand, der heute mit hunderten von Badegästen und vielen bunten Sonnenschirmen einen fröhlichen Kontrast bildet. Allerdings ist der Strand rappelvoll, eigentlich bin ich ganz froh, als wir wieder retour in Richtung Stadt gehen.
Um ca. vier haben wir genug gesehen und machen uns auf den Rückweg nach Rota. Der Wind hat merklich aufgefrischt und die Katamaran Fähre schaukelt einiges stärker als am Morgen, aber wir haben ja See Beine ….
Als wir den Navy Stützpunkt von Rota passieren wird gerade ein grosser Katamaran à la James Bond «Tomorrow never dies» aus der Basis geschleppt, ein Riesending, wozu das wohl dienen mag?

 

Nach den etlichen Kilometern, die wir heute zu Fuss zurückgelegt haben und der Temperatur so um die 30 Grad, schätzen wir unsere Dusche in Rota extrem!

 

Freitag, 12. Juli 2019 – Rota

 

Nach dem z’Morge sichtet Doris unsere Vorräte, die sich über die letzten Wochen und Monate in den Schapps aufgestaut haben und verschafft  sich einen Überblick, was es noch alles zu Futtern da wäre.
Zum Brot kaufen schlendern wir etwas durch die Altstadt von Rota und bleiben dann auf dem Plaza del Padre Eugenio bei einem kleinen Tapas Imbiss hängen. Patatas bravas und Albondigas, allerdings leider mehr Patatas als Albondigas,  ….. die Albondigas sind beinahe so gut, wie die von Doris.

 

Samstag, 13.Juli 2019 – Rota

Einkaufen im Mercadona, dazu «Spaziergang» eine halbe Stunde hin eine halbe Stunde beladen zurück. Das Route 66 verspricht mehr als das es hält, die beiden Bedienungsdämchen sind extrem überlastet, wenigstens ist das Bier kalt.
Gegen Abend legen viele Boote in der Marina an, sie bleiben aber nur bis zur Dunkelheit, dann geht es vermutlich wieder retour nach Port Sherry oder Cádiz.

 

Sonntag, 14. Juli 2019 – Rota

 

Französischer Nationalfeiertag, hier ist davon natürlich nix zu spüren, nicht mal Franzosen hat es hier.

Jetzt haben wir grad Frühstück im Cockpit genossen, Doris näht draussen an der Sprayhood und töggele den Bericht der letzten Woche in den PC. Kaum zu glauben, schon wieder eine Woche durch.
WLAN gibt es hier leider nirgends, der Update für unseren Blogg muss also noch eine Weile warten.

 

Montag, 15.07.2019 – Rota, Ausflug nach Cádiz

Um halb neun stehen wir vor verschlossenen Türen beim Ferry- Ticketschalter. Nach einer Weile finden wir einen kleinen Aushang wo auf Spanisch ausgeführt wird, das heute an Stelle der Fähre ein Bus nach Cádiz fahre. Also wieder zurück zum Anfang unseres Piers, wo auch schon der Bus gefahren kommt. Der Tag ist bedeckt und grau. Nach einem Cafe con Leche mit Tostadas machen wir uns auf in Richtung Botanischem Garten. Dank dem bedeckten Himmel hat es heute nur vereinzelte Touristen, die wie wir durch die Altstadt von Cádiz schlendern. Der Botanische Garten ist schon einen Besuch wert, allein schon wegen den fantasievoll geschnittenen Tujabäumen.
Der Weg hinaus zum Castillo San Sebastian ist weit draussen mit einem Gitter blockiert «Wegen Bauarbeiten geschlossen». Es wird zwar nicht gearbeitet, aber geschlossen ist es trotzdem.
Das Wetter will heute nicht so recht, gut haben wir unsere «Schönwetter- Bildchen» bereits letztes Mal geschossen.
Um halb vier geht dann die Fähre wieder zurück nach Rota, es hat ordentlich Schwell auf dem Weg zurück, einige Mitfahrende werden immer stiller, je länger die Fahrt dauert.
Wieder auf der Santjana geniessen wir unser Cockpit bei einem kühlen Trunk und schauen der Paloma aus Long Beach bei ihrem Anlegemanöver zu. Kaum ist das Boot mit zwei Strippen am Steg vertäut, springen die beiden Segler auf den Steg, verwerfen die Hände und marschieren energisch in Richtung Steg, allerdings ist es bereits 3 Minuten nach acht, die Capitania also bereits geschlossen für irgendwelche Beschwerden. Nach einer Weile erscheinen die beiden wieder etwas gekickt durch die Pünktlichkeit des Büroschlusses und kramen Wasserschlauch und Schrubber ans Tageslicht. Die Möwen lieben es nämlich die Stege ebenfalls zum ausruhen zu benutzen und lassen dann mit Vorliebe ihre Hinterlassenschaft auf dem Steg zurück. Mit Schlauch und Schrubber bewaffnet rückt nun das Amipaar dem leicht verschiessenen Steg zu Leibe. Hafenkino pur! Nach dreiviertel Stunden haben die beiden wohl den saubersten Steg in der ganzen Marina. Wie lange wohl?

 

Dienstag, 16.07.2019 – Rota

Heute wollten wir eigentlich einkaufen gehen, aber ein Blick in die Seewettervorhersage für unseren nächsten Schlag nach Sines zeigt, dass wir wohl besser noch einen zusätzlichen Tag warten. Dafür kommt Doris nochmals zum Wäschewaschen und am Nachmittag gibt es einen Spaziergang entlang dem Strand, einen Kaffee mit einem Stück Torte und dem Rückweg durch die Stadt. So finden wir auch unser Café wieder, wo es Free WiFi gibt. Morgen können wir unseren Blog wieder einmal aktualisieren!

Mittwoch, 17.07.2019 - Rota

Wir sind heute noch in Rota geblieben, um Cap bei Sagres ist noch Zuviel Wind auf die Nase, morgen sieht es besser aus.
Wir nutzen die Zeit um Frisches einzukaufen und unseren Blog zu aktualisieren. Beim ersten Mal geht der Akku in die Knie, beim zweiten Mal das Internet. Wenigstens hat es so noch einen feinen Capirina gegeben!

 

Donnerstag, 18.07.2019 – von Rota nach Sines in Portugal.

 

Nach einem letzten Café con Leche sind wir genügend wach um unsere Vorbereitungen zum Auslaufen abschliessen zu können. Um halb elf ist es dann wieder einmal soweit, nach beinahe einer Woche werfen wir die Leinen los in Rota. Zuerst geht es Richtung Nordwest über die Bucht von Cadiz zum Cabo de Santa Maria. Es geht gegen den Wind, wir haben aber keine Lust zum aufkreuze. Morgens kurz nach sechs stehen wir vor Portimao, wo wir kurz halt machen, um aufzutanken für den zweiten Teil der Reise nach Sines. Wir hatten eigentlich geplant direkt weiter ums Cabo de Sao Vicente zu fahren, doch Probleme mit unserem grossen Tank zwingen uns leider zu diesem unfreiwilligen Stop. Nach drei Stunden warten geht es dann wieder hinaus aufs Meer. Um 13.30 runden wir dann endlich Cabo de Sao Vicente, es bläst ein starker Nordwest, der eine beträchtliche Welle aufgeworfen hat. Zudem hüllt sich das Meer vor uns immer Mehr in Nebel, alles in allem eine sehr unfreundliche Szenerie. Nach zwei Stunden Hackerei ist das Cap endlich achteraus ausser Sicht. Der Rest der Strecke ist nicht viel besser. Wir haben Windsee von vorne und eine hohe Dünung von der Seite, zusammen ergibt das einen veritablen Korkenzieher. Schlafen ist nur möglich auf einer Matte auf dem Fussboden, dort sind die Schiffsbewegungen noch am wenigsten zu spüren.
Morgens um zwei Uhr laufen wir in den Hafen von Sines ein und machen Am Stegplatz F24 fest.
Die Spaghetti die wir noch kochen wollten lassen wir sausen und legen uns nach einer Schale Suppe in die Koje. Genial, das Boot liegt absolut still, nichts rumpelt und bewegt sich, man wird nicht durch die Gegend geschleudert. Nach drei oder vier Atemzügen herrscht Ruhe im Schiff.

 

Samstag, 20.07.2019 – Sines
Ich gehe uns erstmal in der Captania anmelden. Dann machen wir einen Spaziergang zum Städtchen hinauf. Es tut gut mal wieder die Beine vertreten zu können und mal wieder richtig zu laufen. Zurzeit finden im Juli Musikwochen in Sines statt. Es gibt einige Musikbühnen und viele Budenstände, wo lokale Speisen angeboten werden. Allerdings ist mir das Angebot etwas zu Tintenfischlastig …..
Mein «Deis café com leitte» versteht der Wirt in der Bar dann doch nicht, immerhin gelingt es mir nach einigen Handgebärden dann doch noch das Gewünschte zu ergattern.
Der Wind ist recht kühl, um nicht zu sagen kalt, irgendwie erinnert und das Wetter hier eher an einen warmen Herbsttag in der Schweiz und nicht an Hochsommer. Zum Nachtessen bereiten wir dann die besagten Spaghetti zu mit einer feinen Gemüsesauce. Wir haben immer noch etwas Nachwehen von den letzten beiden Tagen auf See, darum wird es auch nicht allzu spät ehe wir unsere Kojen aufsuchen. Von Ferne können wir noch etwas der Musik und der Gesänge an Land zuhören, dann kehrt Ruhe ein bei uns.

 

Sonntag, 21.07.2019 – Sines

 

Unser Marsch zum zweiten Spar oben im Städtchen ist auch nicht sehr ergiebig. Nur ein paar Dinge lassen sich auf unserer Einkaufsliste abstreichen. Die Bars und Restos sind auch alle geschlossen. Wir laufen an x geschlossenen Restos vorbei. Als wir in der Ferne nochmals Sonnenschirme und Stühle entdecken, habe ich dann keine Lust mehr, auch noch dorthin zu laufen, was mir Doris übelnimmt.
Es scheint, nicht nur der Norte ist heute kühl, …..
So bleibt also wieder einmal Zeit für den Blog, während am Heck die Wellen monoton dagegen klatschen. Eine Stimmung wie auf einem Fischkutter, fehlen nur noch die zu filetierenden Flundern …..

 

Montag, 22.07.2019 – Sines

 

Heute wird in Sines umdekoriert, es sieht mehr nach Goa Party aus, auch wenn man das neue Publikum sieht, welches auf den Plätzen und Strassen neuerdings umherzieht. Ansonsten wieder einmal ein strahlender Tag, der Hoffnung auf wärmere Zeiten macht.

 

Dienstag, 23.07.2019 -  von Sines nach Povoa da Varzim

Wir bekommen einigermassen gute Verhältnisse für die Strecke nach Povoa da Varzim. Einzig an den beiden Kaps Espichel und Cabo da Roca ist mehr Wind vorausgesagt.
Kurz vor acht verlassen wir den Steg in Sines und suchen unseren Weg nach Norden durch die vorgelagerten Hummerkörbe und Fischfarmen vor Sines.
Kurz nach zwei vor dem Cabo Espichel hat der Wind merklich aufgefrischt, zwischen Cabo Espichel und Cabo da Raco haben wir 27 kn Gegenwind mit einer entsprechenden unangenehmen Well von vorn. Nach Cabo da Roca lässt der Wind nach, um dann kurze Zeit später erneut heftig zu werden. Am Cabo Espichel haben wir das erste Reff eingelegt, kurze Zeit später das zweite und nun fahren wir unter dreifach gerefftem Gross und Motorunterstützung so gut es geht gegenan. Schön ist anders!
Erst nach 23.00 lässt der Wind und später auch die Welle nach. Um zwei runden wir die Halbinsel von Peniche mit den beiden vorgelagerten Inseln. Gegen fünf suchen wir unseren Weg Richtung Nazare zum auftanken. Es ist neblig, die Sicht nicht besonders gut. Um fünf liegen wir fest vertäut an der Tankstelle, welche um sechs Uhr bereits wieder geöffnet haben soll.
Nachdem wir kurz nach sechs aufgetankt haben, geht es wieder weiter in Richtung Sines. Es wird Tag und mächtige Dünung rollt von Westen heran. Langgezogene, recht hohe Wellenberge rollen auf uns zu, immer 3-4 Meter rauf und dann wieder runter. Um 13.Uhr passieren wir Figueira da Foz. Immer wieder sehen wir Delfine, manche sind am Jagen, manche kommen auch vor unseren Bug, um in unserer Bugwelle zu schwimmen. Sie sind immer wieder gern gesehene Gäste bei uns.
Um elf stehen wir vor Porto, wo wir uns den Weg zwischen zwei grossen Tankern suchen, die dort vor Anker liegen. Gerade als wir den ersten passieren wollen, schiebt sich von Steuerbord ein weiterer Tanker in unseren Weg. Mit lautem Getute besteht er auf seinem Wegrecht. Er hätte seinen Kurs nur um 1 bis zwei Grad nach Backbord verlegen müssen, so wären wir gut aneinander vorbeigekommen. Aber er ist der Grössere und recht, also weiche ich dem Riesen aus. Kaum hat der Tanker uns passiert, schwärmen wie auf Startschuss die Fischer von Porto aus dem Hafen und jagen auf uns zu. Gut kann ich jetzt in die Koje und Doris darf sich mit den anstürmenden Fischern herumschlagen. Die meisten passieren uns allerdings achteraus.
Von Westen schiebt sich unaufhaltsam eine dunkle Wolkenwand auf uns zu. Als wir vor zwei Uhr morgens in Richtung Marina Povoa fahren, hat sich Nebel breit gemacht, aus dem es lästig nieselt. Wir machen am Warteponton von Povoa fest und legen uns erstmal ein paar Stunden aufs Ohr.

 

Donnerstag, 25.07.2019 – Povoa da Varzim

 

Wir checken im Marina Office ein und verlegen die Santjana an den Stegplatz. Natürlich haben wir für das Anlegemanöver wieder möglichst ungünstigen, was einiges an Gezerre an den Festmachern erfordert, bis das Boot am Steg fest ist. Der Schwel der von den grossen Wellen in den Hafen hereingedrückt wird, bekommen wir recht unangenehm zu spüren. Das Boot bewegt sich in der Marina wie sonst draussen auf dem offenen Meer.
Das Wetter ist trübe, es nieselt, später als wir beim Frühstück mit einem Omelett und Kaffee sitzen regnet es draussen tatsächlich. Natürlich haben wir keinen Regenschirm bei uns, so warten wir dank dem guten WiFi und einem zweiten Kaffee und anschliessendem Icetea auf besseres Wetter.
Als wir uns dann einige Zeit später einen Schirm kaufen, hört es schlagartig auf zu regnen. Dafür sind wir jetzt stolze Besitzer eines Allez-Hop Regenschirms.
Wir bewegen uns heftig am Liegeplatz, immer wieder verändern wir die Trossen, spannen hier nach, lockern dort. Es knirscht und knarrt überall, dazu vollführt das Boot von Zeit zu Zeit regelrechte Bocksprünge.

 

Freitag, 26.07.2019 – Povoa da Varzim

 

Ich habe dank portugiesischem Rotwein gut geschlafen und nichts von Geknarre und Gequitsche gehört. Im Gegensatz dazu Doris, die erst seit drei Uhr morgens schlafen konnte. Trotz besserem Wetter ist die Stimmung an Bord zurzeit etwas trübe. In den beiden nächsten Tagen soll die Dünung abklingen, was sich hoffentlich positiv auf Schafqualität und Stimmung niederschlagen wird.

 

Samstag, 27.07.2019 – Povoa da Varzim

 

Immer noch lässt uns die Dünung aus Westen nicht in Ruhe. Wir versuchen etwas mehr Ruhe ins Schiff zu kriegen, in dem wir die Santjana quer über den benachbarten Liegeplatz verspannen. Dies bringt wenigstens etwas Beruhigung in unsere Schiffsbewegungen. Danach gehen wir Frühstücken im Cafe …., die Omletta Mista und der Café com Leitte haben uns sehr gut geschmeckt, dazu ist das WiFi hier 1a, hier werden wir wohl noch öfters gastieren.

 

Sonntag, 28.07.2019 – Povoa da Varzim

 

Kraboum, …. Kraboum, irgendetwas knallt draussen bestialisch. Gut sind wir schon eine Weile wach. Keine Ahnung was der Grund für diese Knallerei ist. Vertreibung der Möwen, Festivitäten?

 

Montag, 29.07.2019 – Povoa da Varzim

 

Wir benötigen für die Weiterfahrt noch Diesel, die Tankstelle soll irgendwo bei den Fischern drüben sein. Unsere Nachforschungen bringen uns aber auch nicht weiter. So mache ich mich den mal wieder auf die Suche nach einer Ferretteria, Bau & Hobby oder wie diese Shops hier wohl heissen mögen. Dr. Google sei es gedankt, dass ich fündig werde. Nach einem gut halbstündigen Fussmarsch quer durch Povoa, bin ich stolzer Besitzer von zwei schwarzen Jerrycans, mit denen wir bei der städtischen Tankstelle Diesel holen können. Die Schlepperei per Hand ist mühsam, der Transport per Rolli ist nicht viel besser, da der Rolli eher für Kleinwüchsige konstruiert wurde.

Mit vereinten Kräften transportieren wir die beiden Kanister zur Santjana. Wenn es morgen früh windstill ist, kann ich den Tank nachfüllen.

 

Dienstag, 30.07.2019 – Ausflug nach Porto

 

Mit der Metro fahren wir bis zur Station Trinidade am Rande der Altstadt von Porto. Zuerst aber stärken wir uns aber mit einem Café com Leitte und einem Croissant im Café «Garden». Anschliessend geht es den Gassen nach hinunter zum Ufer des Duros. Gegenüber sehen wir die Dächer der Porto Lagerhäuser mit Marken wie Sandeman, Offley, Càlem, Taylors. Leider ist die Promenade zurzeit noch mit Lieferwagen verstopft, aber offensichtlich warten die Restaurants, Bars und Anbieter von Flussfahrten auf den kommenden Ansturm der Touristen. Wir bewegen uns in Richtung Ponte Luis, wo wir den Duro überqueren. Neben der Sandeman Porto Handlung lassen wir uns zu einem Bier und einem Sandwich nieder. Ist zwar ein Stilbruch unter all den Porto Häusern, aber ehrlich, wer mag um 12 Uhr schon Porto? Für mich eher ein Getränk gegen den frühen Abend.

 

Wir besuchen die Ausstellung von Sandeman, interessant dargestellt, aber die Eu 40 pro Nase sind mir dann doch etwas zu hoch gegriffen, auch wenn das ein Tasting von 40 Jahre altem Porto beinhaltet. Wir machen uns dann auf durch schmale Gassen hoch zur Oberen Ebene der Gitterbrücke Ponte Luis und haben vom Mosteiro da Serra do Pilor eine super schöne Aussicht über den Fluss Duro und die Altstadt von Porto. Es wird zwar viel renoviert, aber es gibt auch sehr viel zu renovieren, häufig sind die Häuser in einem sehr schlechten Zustand, etliche Dächer sind eingestürzt und zeugen vom Wegzug der Einwohner. Alles in allem ist Porto eine sehenswerte Stadt, die sehr viel zu bieten hat an alten Kirchen, Museen, Portwein Handlungen, einer Fahrt auf dem Duro.

 

Am späteren Nachmittag machen wir uns wieder per Metro auf den Heimweg nach Povoa.

 

Mittwoch, 31.07.2019 – Povoa da Varzim

 

Heute haben wir uns noch einmal das Holz im Cockpit vorgenommen. Zwei Stunden langen schrubben wir den Steuerbord Cockpit Bank und den Cockpit Tischen, erstaunlich was da alles herunterkommt. Der Vergleich von Steuerbordbank und Backbordbank ist wirklich wie Tag und Nacht. Dann gehen wir noch einiges einkaufen im Supermercado. Alles ich dort alle Waren auf das Laufband gelegt habe, gibt mir die Kassierin zu verstehen, dass dies eine Cash only Kasse sei. Ja, ok, und? Darauf holt sie von der anderen Kasse die CC-Lesestation. Ok, geht doch.

Alles versorgen in Kühlschrank und Schapps, dann geht es nochmals in die Stadt für eine zweite Runde Diese. Diesmal nehmen wir zwei Einkaufswagen wird, so lassen sich die beiden Kanister direkt komfortabel transportieren.

 

Donnerstag, 1. August 2019 – Povoa da Varzim

 

Nach dem Z’Morge nochmals für eine Café com Leitte ins ……, nochmals etwas vom super Wifi profitieren. Dann noch den Rest für die nächsten paar Tage einkaufen. Diesmal stehen wir an der anderen Kasse an. Diesmal ist das aber die Cash only Kasse, was uns die Kassierin mit einem Süss-sauren Lächeln zu verstehen gibt. Was haben die hier für ein System, grade/ungrade Tage, Männlein oder Weiblein, oder was? Nach einigem hin und her, wird der CC-Leser rüber gereicht. Oh my……

Von der nahen Kirche klingt das Glockenspiel herüber, es erinnert und doch etwas ans Tessin....