Freitag, 1.2. – Sonntag 3.2.2019

 

 Am Freitag bauen wir den alten Schlauch mit vereintem ziehen und stossen aus. Der neue Schlauch lässt sich eigentlich erstaunlich gut einführen. Nachdem er beidseitig wieder angeschlossen und dicht ist erfolgt die Prüfung, ob das WC wieder funktioniert. Siehe da, nach abgeschlossener Totalrevision funktioniert auch das WC wieder tadellos! UUFFFF!!!!!

 

Am Sonntag haben wir wieder einmal viel Wind hier in Cap d’Agde, das Boot schaukelt unruhig hin und her und lässt die Festmacher so richtig knarren.

 

Am Montagmorgen gibt die Gasflasche nach dem ersten Kaffee den Geist auf und muss ausgetauscht werden. Auch habe ich gesehen, dass der starke Wind gestern die Leine mit der Gastlandflagge gelöst hat und diese wieder neu eingezogen werden muss. Also steige ich in den Klettergurt und steige den Mast hoch bis zur Saling, um die Leine dort wieder neu einzufädeln.
Das Wetter hat sich wieder beruhigt und macht einem vorfrühlingshaften Himmel Platz, die Temperatur ist knapp 15 Grad, so dass ich einigen Stellen am Rumpf schleifen und grundieren kann.

 

Bei dem anhaltenden warmen Frühlingswetter packen wir die günstige Gelegenheit am Schopf, um unsere Kojen auseinander zu nehmen und mitsamt Holzrost, Matratzen und Decken an Deck zu bringen, um sie an der Sonne austrocknen zu können.

 

Am Mittwoch machen wir wieder einmal einen langen Spaziergang bis zum «Au Bout du Quai» um dort bei einigen Taps und einem Pichet Rosé den Frühlingstag zu geniessen. Der warme Nachmittag erlaubt es auch wieder abgeblätterte Schadstellen am Anstrich zu schleifen und zu grundieren.

 

Am Donnerstagabend kochen wir ein feines Chilli, nachdem auch wieder einige Schadstellen an der Farbe ausgebessert wurden.

 

Der obligate Wocheneinkauf im Hyper U fällt diesmal recht günstig aus, wir benötigen recht wenig. Meine zeitaufwändige Suche nach Kunststoff- Unterlagsscheiben in den beiden Briccolageläden verläuft leider ergebnislos.

Wie immer findet auch heute Samstag der Markt in Cap d’Agde statt. Eine gute Gelegenheit, um eine Rolle Nähgarn zu suchen. Wir müssen einige aufgebrochene Nähre an der Spray Hood nachnähen, bevor uns das Dingens in einem Sturm um die Ohren fliegt.

 

Montag 4.2. – Sonntag 10.2.2019

Die Gasflasche gibt ihren Geist aus, gut ist die Tankstelle für die Ersatzflasche nur 10 Minuten Fussmarsch entfernt. Der Skipperin gefällt ihre Frisur nicht mehr, sie meldet sich zum Haareschneiden beim Bordcoiffure an. Am Dienstag gibt es wieder einmal grosse Bordwäsche, vor lauter Wäsche geht das Boot völlig unter. Der Mittwoch sieht uns mal wieder beim Schleifen und malen, zur Belohnung gibt es Tapas Au Bout de Quai. Am Donnerstag geniessen wir unser selber zubereitetes Chilli con Carne, allerdings in der Kajüte, im Cockpit ist’s am Abend noch immer empfindlich kühl. Nach dem Wocheneinkauf am Freitag geht’s mit Schleifen und malen weiter. Der obligate Bummel durch den Samstagmarkt gerät wieder etwas länger, es sind wieder einige Aussteller dazu gekommen, seit die Temperaturen wieder etwas freundlicher sind. Besonders der grosse Gemüsestand mit seiner großartigen Auswahl hat uns in den vergangenen Wochen sehr gefehlt.

 

Montag, 11.2 – Sonntag 17.2.2019

Anfangs Woche erledigt Doris einige Ausbesserungen an der Sparyhood und näht einige Nähte nach, während ich mich mit der Ankerwinde abmühe. Trotzdem ich alle Muttern mühelos lösen konnte, bleibt die Winsch wie festgeklebt an Ort und Stelle. Erst als ich mir im Briccolage Hammer, Meissel und Stemmeisen beschaffen konnte, gelingt es mir die Winsch von der Träger- Plattform sorgfältig zu lösen.
Am Dienstag kann ich bei der örtliche Mairie die Bestätigung für meine Pension abstempeln und unterschreiben lassen. Ich bin somit wieder für ein Jahr amtlich am Leben und weiterhin pensionsberechtigt. Der Abend klingt dann im Cactus bei einem Glas Chardonay und dem Telefon mit Nico aus. Schön, mit ihm immer wieder mal zu plaudern.
Zu Ehren vom Valentinstag entführe ich Doris in die nahe Creperie Bretone, das Wetter meint es gut, wir sitzen als einzige draussen an der Sonne.
Am Freitag tauschen wir die Relingsdrähte auf der Santjana aus. Die alten plastikummantelten waren schon länger zum Teil rostig und wenig vertrauenserweckend. Weiter ziehen eine neue Dirk ein, die bisherige zeigte auch schon Alterungserscheinungen.

 

Montag, 18.2. – Sonntag 24.2.2019

 

Die Pensionskasse meldet sich nochmals bei mir, die eingescante Bestätigung genügt offensichtlich nicht. So schicke ich also das Orginal noch per Post nach. Auf dem Weg zum Briccolage am Dienstag erhalten wir mit tiefer Bestürzung die Nachricht, dass Onkel Leo verstorben sei. Sehr gerne hätten wir ihn noch einmal getroffen und mit ihm geplaudert. Er war immer am Zeitgeschehen interessiert, sein Humor und sein schier unerschöpflicher Vorrat an Witzen werden wir immer in guter Erinnerung behalten.
Heute Mittwoch ist der neue E-Motor für die Winsch eingetroffen. Ich baue die revidierte Winsch wieder zusammen, baue sie wieder in den Ankerkasten ein und löte die Verbindungskabel wieder an. Anschliessend wird wieder alles sauber in Schutzschläuche platziert und isoliert mit selbstvulkanisierendem Isolierband. Derweil nimmt sich Doris die Hölzer an Bord vord und bestreicht sie mit Teaköl.
Am Freitag sind wir unterwegs nach Beziers, einem Nachbarstädtchen, ca. 15 Minuten von Agde entfernt. Vom Bahnhof geht es hügelan durch ein etwas heruntergekommenes Quartier. Oben angekommen wechselt sich die Szenerie schlagartig, wir gelangen auf einen grossen Platz, der von zahlreichen Cafés und Bistros umsäumt ist. Der Frühlingstag lädt geradezu zum Verweilen ein. Von hier spazieren wir zu Kathedrale, dazu müssen wir wieder runter ans Flüsschen Orb, anschliessend wieder hinauf auf den Hügel. Rund um die Kathedrale, einem alten Bau aus dem 15. Jh. Doris will noch die Brücken über den Orb sehen, also nochmals runter vom Hügel, über die Vieux Pont auf die andere Uferseite und zurück wieder über die Pont Neuf. Dann geht’s natürlich nochmals zurück rauf auf den Hügel! Das ewige Hügel rauf und runter hat Durst gegeben, ein erstes Bier an diesem Frühlingstag auf dem Grande Place du Théatre. Das Handy von Doris macht Zicken, die Fotos lassen sich nicht mehr verschieben, obwohl noch genügend Platz auf der Karte wäre. Nach dem letzten Handy- Debakel, bei dem das Interface seinen Dienst gekündigt hat, werden wir vorsichtiger und suchen einen Elektronikshop, um eine neue Speicherkarte zu kaufen. Im Einkaufszentrum Polygone mag es ja gefühlte 1000 Boutiquen und Shops für Klamotten, Schuhe und was weiss ich noch haben. Aber den gewünschten Laden gibt es hier leider nicht. Etwas ausserhalb gibt es eine noch grössere Mall, aber ohne Auto dahin zu gelangen, ist uns dann doch zu umständlich.
Das Wochenende ist wieder frühlingshaft warm, die ersten Sonnenhungrigen liegen schon am Strand, einige ganz wagemutige sehen wir schon im Meer beim Schwimmen….

 

Montag 25.2. – Donnerstag 28.2.2019
Die Winsch läuft wieder und schnurrt zufrieden wie eine Katze, jetzt muss nur noch die Sache mit der Fernbedienung geregelt werden. Ich hatte schon länger im Sinn, die alte Drahtlos- Fernbedienung durch eine Drahtbedienung zu ersetzen, Die man in der Nähe der Ankerwinsch einstecken kann. Die voraussichtlichen Bohr- und Verlege- Arbeiten für das Steuerkabel haben mich dann aber das Ganze noch einmal überdenken lassen. So bestellen wir dann eine neue Fernsteuereinheit, mit der wir dann die Ankerwinsch wieder drahtlos bedienen können.
Der Donnerstag ist sehr windig, die Santjana zerrt an ihren Festmachern. Wir denken an den Urknall in Lozärn und erinnern uns zurück an vergangene Urknall- Donnerstagmorgen.
Trotz Wind beginnen wir mit Malerarbeiten im Cockpit.