Samstag, 1.09.2018 – Baje de San Ciprianu
In der Nacht hat es ordentlich geblasen, wir messen 35kn in den Spitzen. Gegen Morgen lässt es vorübergehend etwas nach, so dass wir uns beide zum Schlafen hinlegen können. Aber bereits nach dem etwas verspäteten z’Morge findet der Wind wieder zu seiner alten Form zurück und bläst kräftig aus SW über die Bucht. Wir verbringen den Tag lesender Weise an Bord.

 

Sonntag / Montag, 2./3.9.2018 – Baie de San Ciprianu

 

Wir geniessen das türkisblaue Wasser rings um die Santjana. Trotz Saisonende finden sich einige Boote in dieser Bucht ein. Solange sie uns etwas Platz und Luft lassen, kein Thema. Wenn sie uns allerdings den Anker in den Vorgarten schmeissen, dh. weniger als zwei Bootslängen von uns weg, müssen wir halt hie und da mal unserem Ärger Luft machen. Die einen kapieren was gemeint ist und bewegen sich etwas weiter weg, andere schalten auf stur und verwerfen die Hände, der Süden lässt grüssen. Trotzdem zwei schöne Tag mit Karibik-Feeling.

 

Dienstag, 4.9.2018 – Baie de San Ciprianu

 

Heute ist es zur Abwechslung mal eher kühl und regnerisch. Im Gegensatz zu gestern, machen wir keinen Ausflug an Land, sondern bleiben an Bord und lassen die dicken Regenwolken über uns hinweg ziehen. Gegen Abend klart es zunehmend auf. Allerdings wird es ein kühler Abend, den wir seit langem wieder einmal in der Kajüte verbringen.

Mittwoch, 5.9.2018 – Baie de San Ciprianu
Nach dem z’Morge fahren wir mit dem Dinghi in das nahe Dorf, wo wir uns in dem kleinen Dorfladen wieder mit dem nötigsten eindecken. Am frühen Nachmittag statten wir dem «Cabanon Bleu» einen Besuch ab und lassen uns dort einen Salatteller mit Pouletspiess schmecken. Hier ist nun wirklich Karibik pur, so wie wir uns die Karibik vor zehn Jahren vorgestellt haben, als wir das erste Mal hier vor Anker lagen. Weisser Sandstrand, türkisblaues Wasser, leise Musik aus den Lautsprechern, fehlt nur noch die Hängematte und ein paar Kokospalmen. Der Nachmittag geht viel zu schnell vorbei, die Dämmerung kommt auch schon einiges früher, als noch vor ein paar Wochen. Bald dehnt sich wieder ein eindrucksvoller Sternenhimmel über uns, es wird wieder ein recht kühle Nacht werden.

Donnerstag, 6.9.2018 – Baie de San Ciprianu – Bouches de Bonifacio – Porto Pollo

Am Morgen stehen bereits dicke graue Wolken am Himmel, nur gut sind sie noch etwas nördlich von uns und unser Kurs führt uns weiter in den Süden. Wir queren die Einfahrt nach Porto Vecchio und umrunden Punta Chiappa, das vorgelagerte Cap. Dann geht es weiter der Küste entlang nach Süden in Richtung Bouches de Bonifacio. Das Wetter bleibt ruhig, trotz der Wolkentürme, die sich jetzt auch im Süden aufbauen. Daher fahren wir durch die Passage de Piantarella, nördlich der Lavezzi Inseln. Die Passage führt durch die Riffs zwischen Festland und den Lavezzi- Felsen, dank Plotter können wir uns ein gutes Bild der Klippen und Untiefen machen, die wir vorteilhafterweise umfahren. Bals ist der N-Quadrant, der als optischer Ansteuerpunkt dient querab und wir können auf südlichen Kurs wechseln, um den Steingarten wieder zu verlassen. Es ist beinahe windstill, so ruhig haben wir die Bouches de Bonifacio bisher noch nie erlebt. Meist ging es hier eher ruppig zu und her, öfters hat wir ein mühsames Gegen an gegen Wind und Welle. Bei der ersten Durchfahrt haben wir vergessen das Luk der Bugkajüte ganz zu schliessen. Bei der Durchfahrt kamen dann einige Wellen an Deck und sorgten für nasse Betten. Wir mussten anschliessend die Matratzen, Decken, Kissen an Deck in der Sonne trocknen. Seit damals sind wir schlauer und schliessen das Vorluk 😉
Wir passieren wieder den Leuchtturm von Cap Pertusato, fahren entlang der hohen Klippen auf denen Bonifacio ruht und drehen dann Richtung Norden ein.
Wir lassen Cap Feno und Cap Senetosa steuerbords liegen und drehen in die Bucht von Propriano ein. Zuerst wollten wir nochmals in Campomoro auf der Südseite der Bucht ankern, aber der NW-Wind belehrt uns eines Besseren und wir queren Bucht von Propriano um an der NE- Seite den Ankerplatz in der Baie de Taravu aufzusuchen. Mittlerweile sind die Wolkentürme wieder beachtlich gewachsen, im Norden blitz es kräftig und die Donnerschläge kommen immer näher. Eine Regenwand schiebt sich über die Bergkrete nördlich von uns begleitet mit Blitz und Donner. Ob es uns noch gelingt den Anker zu werfen ohne das wir dabei pitsche-patsche nass werfen, die sich schnell nähernde Regenwand lässt einige Zweifel aufkommen…..
Kaum ist der Anker unten und im Sandgrund eingefahren, fallen die ersten Tropfen und während ich an Deck vom Bug zum Cockpit laufe beginnt es zu giessen wie aus Kübeln. Unablässig knallen Donnerschläge über unseren Köpfen, uns ist bei der ganzen Blitzerei eher mulmig zu Mute. In einer Blitzpause nehme ich an Deck eine Dusche, im nu bin ich klatschnass und durch den starken Regen vom Schweiss des schwülen Tages befreit. Kaum wieder im Cockpit, geht die Knallerei am Himmel nochmals los. Der Regen wird nochmals so stark, das Land verschwindet in einem weissen Vorhang, wir können noch knappe zwei Bootslängen um uns herum sehen. Das Land und die anderen Boote, die hier vor Anker liegen sind in der Regenwand verschluckt worden. Nach einer halben Stunde ist der Spuk vorbei, die Wolken haben sich an Ende der Bucht nach Propriano verzogen, schwarte Wolken mit einem weissen Regenschleier darunter werden von Blitzen durchzuckt, das Gewitter hat sich zwar verlagert, aber noch nicht an Intensität eigebüsst. Das Gewitter ist ein eindrückliches Naturschauspiel, ein Regenbogen setzt dem ganzen noch einen Farbtupfer auf.
Die Luft wurde durch das Gewitter stark abgekühlt, daher geniessen wir die Gnocchi mit den selbstgemachten Tomaten/Gemüsesauce umso mehr.

Freitag, 7.9.2018 – Baie de Tavaru

 

Es ist wesentlicher kühler heute als die letzten paar Tage. Irgendwie reizt es keinen von uns ins Meer zu springen. Gut haben wir noch einiges an e-Books in unserer Bibliothek.

 

Samstag, 8.9.2018 – Baie de Taravu – Port de Ciavari (Golfe de Valinco)

 

Anker auf auf, einmal mehr per Hand, dann Grosssegel setzen, auch per Hand, nix mit Knöpfchen drücken. Wir verlassen die hübsche Bucht mit dem langen Sandstrand und passieren das Felsriff vor Porto Pollo. Zuerst haben O-Wind, dann W-Wind aber nur ein laues Lüftchen. Dafür haben wir ordentlich Schwel, der uns an unseren Transatlantiktörn erinnert. Irgendwo im Westen muss es in der Nacht kräftig geblasen haben, dass solche Wellenberge unter uns durchgleiten. Bald sind wir in der Bucht von Valinco, wo wir unseren Ankerplatz beim Ancient Port de Chiavari ansteuern. Kurz nach Mittag fällt der Anker vor einem fast verlassenen Sandstrand.

 

Sonntag, 9.09.2018 – Port de Chiavari nach Port Tino Rossi bei Ajaccio
Wir verlassen dien Ancient Port de Chiavari und fahren quer über die Bucht von Ajaccio hinüber zur Marina Port Tino Rossi. Es wehr nur ein leichter Hauch von Wind, dafür hat es umso mehr Motorboote, die uns von der anderen Seite entgegenkommen, um in die Bucht einzulaufen, aus der wird grad kommen. 
Unser Funkruf an die Marina wird nur verstümmelt beantwortet, also gehen wir erstmal längsseits ans Quai d’Accueil. Die ein und ausfahrenden Boote produzieren einen tollen Wellenschlag, der den Quai d’Accueil zu einem nassen und sehr unruhigen Liegeplatz werden lässt. Im Office du Port wird uns der Platz am Pier «B» zugewiesen. Nach dem obligaten Anlegetrunk, folgen Boot abspritzen, Wasser tanken, Abfall entsorgen und Duschen in einer tollen Duschanlage.
Wir machen uns dann auf den Weg durch die verwinkelten Gassen der Altstadt, wo wir dann über kurz oder lang auch vor dem Geburtshaus von Napoleon Bonaparte stehen. Da ein mittelgosser Liner am Quai vertäut ist, begegnen uns Heerscharen von Passagieren auf Gegenkurs, alle im Gleichschritt von einer Sehenswürdigkeit zu anderen unterwegs. Dazu werden sie über Ohrstöpsel mit den wichtigen Infos versorgt und sind entsprechend abgelenkt. Nach einer Weile haben wir Lust auf ein Glace und lassen uns in einer Gelateria nieder. Mein Peche Melba gerät allerdings sehr süss und hat kaum Ähnlichkeit mit der Abbildung der Glace Karte. Eine Kugel weniger Erdbeereis hätte mir auch gereicht. Anschliessend gibt es noch grosses Wäschewaschen und die Koje für Nico will auch noch geräumt und vorbereitet sein.

Montag, 10.09.2018 – Port Tino Rossi bei Ajaccio (Nico kommt zu uns)
Im «Terasse du Port» kommen wir zu einem französischen Petit Dejeuner, anschliessend geht es auch schon zum Gare CFC, wo Nicos Bus pünktlich ankommt. Es wird wieder ein freudiges Wiedersehen, toll das er es einrichten konnte und fast eine Woche zu uns auf die Santjana kommt.
Wir haben einander viel zu erzählen, immerhin sind es auch schon wieder drei Monate seit wir uns das letzte Mal in Bremgarten gesehen haben.
Ganz speziell ist es wieder mit Nico zu dritt unser "Aaluvä und Abfallä" zu zelebrieren.

 

Dienstag, 11.09.2018 Port Tino Rossi nach Calvi
Der Dienstag sieht uns auf der Fahrt von Ajaccio nach Calvi, Wind hat es nicht viel, wir motorsegeln daher das grösste Stück. Trotzdem geniessen wir drei die Fahrt, die entlang Korsikas Westküste nach Norden führt. Beim Anlegen an die Boje in Calvi ist uns Nico eine grosse Hilfe. Zu zweit die Boje fischen und das Tau durch den Bojenring ziehen ist immer so ne Sache. Das Wasser um uns herum ist ein Traum, also nichts wie hinein.
Denn Sprung ins kühle Meer geniest Nico ganz speziell, er ist auch am Morgen immer der erste der ins Wasser springt und das Morgenbad imPool um die Santjana in vollen Zügen geniesst. Gegen Abend bringen wir unser Dinghi zu Wasser, befestigen den Aussenborder an dessen Heck und fahren hinüber zu Hafen von Calvi. Wir gehen durch die engen Gassen und Treppen hinauf zur Citadelle, die gebieterisch hoch über dem Hafen thront. Der Ausblich über die Bucht von Calvi ist wirklich immer wieder ein Traum. Tief unter uns schaukeln noch einige wenigen Boote zusammen mit der Santjana an den Bojen. Kein Vergleich zu dem, was vor ein paar Wochen noch hier los war. Der Sonnenuntergang ist ebenfalls genial, mit dem Cap de Revelletta im Vordergrund.

Mittwoch, 12.09.2018 – Calvi an der Boje
Um zehn Uhr sind wir wieder an Land und fahren mit dem CFC (Chemin de Fêr Corse) nach Ile Rousse. Da hier auch zwei grosse Passagierschiffe vor Anker liegen ist der Zug beim Verlassen der Station entsprechend voll und bis zum letzten Platz besetzt. Unterwegs steigen aber noch weitere Reisende zu und bis zur Endstation in Ile Rousse ist der Wagen wirklich brechend voll. Wir sind froh als wir das Gedränge hinter uns lassen können und uns für einige Stunden in Ile Rousse die Füsse vertreten können. Offensichtlich bereitet man sich hier auf das jährliche Boule Tournier vor. Der grosse Dorfplatz ist mit einer Tribüne belegt. Wir finden eine schöne gedeckte Markthalle, in der lokales Gemüse, Früchte, Wurst und Käse angeboten werden. Bald ist es schon drei und wir machen uns auf den Rückweg, wir wollen uns ja noch etwas abkühlen durch einen Sprung ins Meer. Das Abendessen geniessen wir zu dritt im Chez Doume auf dem Kirchplatz von Calvi, es war wieder einmal sehr fein. Mittlerweile ist es stockdunkel, als wir zurück zur Santjana fahren, gut weisst uns ein N-Quadrant den Weg zu unserem Bötchen.

 

Donnerstag, 13.09.2018 von Calvi nach Cala Vecchia (Golfe de Giorolata)
Das z’Morge an Deck ist doch immer wieder etwas vom Schönsten an Bord. Wir sitzen gemütlich im Cockpit während rund um uns herum die Bucht zum Leben erwacht und unterhalten uns über Gott und die Welt. Wir lassen unsere Boje zurück und verlassen das schmucke Städtchen. Mittlerweile haben die beiden Liners die Bucht wieder verlassen und die Ruhe ist wieder eingekehrt hier. Wir passieren erneut den Leuchtturm von La Revelletta und den Naturpark von Scandola. Dann geht es hinein in die Bucht von Giorolata, wo wir unseren Ankerplatz in der Cala Vecchia wiederfinden. Zurzeit liegt dort bereits eine riesige Sloop vor Anker und bald gesellt sich auch noch ein grosser Breitmaulfrosch (Katamaran) hinzu, der sich natürlich 20m neben uns legen muss. Es hätte allerdings noch reichlich Platz für einen viel grösseren Abstand gehabt, aber nein ….. Als das dann noch einige Male lauthals herumgekrakeelt wird, kann ich mit ein meinerseits lautstarkes «ta geule» nicht verkneifen. Oh Wunder nach einiger Zeit macht sich der Cat in Richtung Port de Giorolata auf. Wir machen uns unsererseits an die Vorbereitungen für unsere Gemüse-Spaghetti. Sie schmecken uns hier in freier Natur nochmals so gut wie anderswo.
Die Nacht verläuft absolut ruhig unter einem absolut phantastischen Sternenhimmel.

Freitag, 14.09.2018 von Cala Vecchia nach Baje de Liscia (Golf de Sagone)
Heute soll es schwachwindig bleiben, aber bereits beim Verlassen der Bucht messen wir schon knapp 20kn und binden das erste Reff ein. Von den vorhergesagten 8kn werden dann satte 23kn, natürlich voll auf die Nase. Eigentlich wollten wir vor Cargese ankern, wegen der direkt in den Ankerplatz laufenden Wind und Welle verziehen wir uns lieber tiefer in den Golfe de Sagone und ankern vor der Baje de Liscia. Immerhin können wir nach dem Cap bis zu unserem Ankerplatz einmal schön segeln! Hier in der Baje de Liscia ist es allerdings ebenfalls alles andere als ruhig. So wird unser Raclette an Bord immer wieder durch Windstösse unterbrochen, nach denen wir die Rechaudkerzen immer wieder neu anzünden müssen. Trotzdem wird es ein gemütlicher Abend, wenn nur das elende Geschaukel wegen der teilweise recht heftigen Wellen gewesen wäre.
Die Nacht wird ebenfalls recht unruhig, immer wieder schaukeln uns die Wellen gehörig durch, der Wind ist mittlerweile eingeschlafen, daher legt sich die Santjana in die Welle, um uns gehörig zu bewegen.

Samstag, 15.09.2018 von Baje de Liscia (Golf de Sagone) nach Port Tino Rossi (Ajaccio)
Auch am Morgen hat sich die Lage an unserem Ankerplatz noch nicht wirklich beruhigt und wir sind froh das wir den unruhigen Platz endlich verlassen können. An Baden und Standup paddeln war ebenfalls nicht zu denken. Nico wir holen es in einer ruhigeren Bucht nächstes Jahr nach, versprochen!
Vorbei geht es wieder am Cap Feno mit seinem merkwürdigen Genueserturm, der aussieht, als würde er in den nächsten Minuten umgeblasen. Durch die Passage de Sanguinaires geht es wieder in den Golfe d’Ajaccio, wo wir dann kurz vor zwölf wieder im Port Tino Rossi festmachen. Der Kreis hat sich geschlossen, aber die wunderschönen Tage mit Nico sind leider viel zu schnell vorbeigeflogen.
Schon Morgen heisst es wieder Abschiednehmen.
Die Capitainerie hat bis nach zwei geschlossen, also heisst es jetzt wieder Boot abspritzen, Wasser tanken, Abfall entsorgen, duschen und dann geniessen wir unser wohl verdienten Anlegetrunk in der Bar la Rade zusammen mit einer Pizza «La Reine» zu dritt. Es hat uns dreien sehr geschmeckt! Es macht Spass den dem ganzen Trubel hier am Quai zuzuschauen, wie eine Live Comedy, oder besser.
Heute bekommt Santjana wieder einmal eine neue Bootsflagge spendiert. Zu dritt wird die Flagge montiert und gebührend eingeweiht.

Sonntag, 16.09.2018 - Port Tino Rossi (Ajaccio)
Nico verlässt uns heute leider wieder, wir gehen nochmals zusammen zum z’Morge ins Terasse du Port. Anschliessend begleiten wir ihn wieder zur Busstatio CFC, wo wir uns von einander verabschieden und ihn wieder schweren Herzens ziehen lassen. Nico, es war genial et à bientôt!

 

Montag, 17.09.2018 – Port Tino Rossi nach Iles de Sanguinaires

 

Wir werden durch heftiges Geschaukel und Kettengerassel geweckt. Mit der AidaPrima am Quai und der Celebrity Silhouette draussen am Anker sind grad zwei Riesenkähne vor Ort. Rund 6000 Passagiere bringen die Riesenteile mit sich, ein Teil davon tummelt sich nachher sicher an Land.

Nach dem z’Morge ist wieder einmal Frisches einkaufen angesagt. Dann muss nochmals Wäsche gewaschen werden. Anschliessend machen wir nochmals einen Bummel durch die Rue Cardinal Fesch mit den vielen Boutiquen, Bars und Restaurants.
Kurz nach 12 verlassen wir die Marina und fahren zu den Iles de Sanguinaires, wo wir wieder ankern. Wir lassen das Dinghi zu Wasser und fahren damit zum Fischersteg, der ist zwar rostig, dreckig und klapperig, aber immerhin ein Steg. Vom Parkplatz führt ein Fussweg zum alten Genueserturm auf der Landzunge bei Pointe de Peralta. Die Aussicht über die Iles de Sanguinaires ist es allemal wert. Mit den dunklen Wolken am Himmel als Kulisse erinnert uns der Ort eher an Schottland als an Korsika.  Am Horizont verdichten sich die Wolken, leider wird es wohl nichts mit dem Sonnenuntergang. Nach dem Abstieg vom Genueserturm, machen wir uns wieder auf den Rückweg und freuen uns schon auf das Raclette am Abend im Cockpit. Im Gegensatz zu unserem letzten Raclette Experiment, bläst heute der Wind nicht und die Kerzen im Rechaud bleiben während der Käsebrätlerei brennen.

Dienstag, 18.09.2018 Iles de Sanguninaires nach Cala Lava im Golfe de Sagone.

Einmal mehr wird der Anker durch Muskelkraft gehoben. Ich freue mich schon drauf, wenn die Ankerwinde endlich wieder repariert ist. Dann geht es durch die Passage de Sangunaires nach Norden, ums Cal de Feno und hinein in die Cala Lava, wo wir vor der Badezone Anker werfen. Alsbald verdichten sich die Wolken wieder und vom Land her kommen die Regenschleier zu uns hinaus aufs Meer. Santjana erhält eine tüchtige Dusche, die ich meinerseits zur Körperpflege benutze. Es wird schnell dunkel und die Ravioli an Gemüse Sauce lassen wir uns im Salon schmecken, das Cockpit ist ungemütlich, weil zu nass und zu kühl.
In der Nacht treibt einmal mehr eine lästige Mücke ihr Unwesen in unserer Kabine, erst nach dem zweiten Anlauf mit Hilfe der Taschenlampe, gelingt es mir das Mistvieh zu erledigen. Natürlich erst nachdem es mich zum zweiten Mal gestochen hat! Ggggrrrrr…..

Mittwoch, 19.09.2018 – Cala Lava quer über die Baje de Sagone nach Cargese.

In knapp 2 Stunden queren wir die grosse Baje de Sagone und Ankern vor der Marina bei Cargese. Der Ankergrund ist tief und steinig, aber der Anker hält nach dem rückwärts einfahren beim ersten Mal. Leider ist es zu tief, so dass unser Ankerball einen Meter unter der Wasseroberfläche steht. Lustiger Anblick, es gibt sogar ein Foto davon.
Die Snoopy bringt uns an Land und wir steigen nach Cargese hinauf, der Weg ist eher steil und in der Sonne. Das Städtchen Cargese entschädigt aber für die erlittenen Strapazen, es begrüsst uns mit einer üppigen Vegetation, vielen Blumengärten und vielen kleinen einladenden Restaurants. Von unten hat das alles eher unscheinbar ausgesehen.  Der Kirche sieht mach noch den griechischen Ursprung seiner Erbauer im 18/19. Jh. an, damals haben sich einige griechische Familien hier niedergelassen, die ihre Heimat wegen der Osmanen verlassen mussten.
Nur gut, liegen wir vor Anker, also nix wie aus den Kleidern und hinein ins Wasser zur Abkühlung. Der Landausflug war zwar sehr schön, aber auch sehr heiss und entsprechend schweisstreibend.

Donnerstag, 20.09.2018 von Cargese nach Porto

Eigentlich wollten wir nochmals an die Cala Vecchia vor Anker, abs als wir ums Cap Rossu in den Golfe de Porto fahren sehen wir auf dem AIS bereits von weitem, dass dort bereits einige grosse Brummer vor Anker liegen. Uns da irgendwie noch dazwischen zu quetschen macht nicht so richtig Spass. So legen wir einen Zwischenhalt in Porto ein. Unter dem markanten Wachtturm über dem «Hafen» lassen wir unseren Anker fallen und kühlen uns erst mal ein wenig ab. Am späteren Nachmittag besuchen wir den Genueser Turm von Porto und geniessen die Aussicht über den weiten Golf. Der «Hafen» ist völlig zugekleistert mit grossen Schlauchbooten, an denen am Heck Riesen Aussenborder hängen. Das scheint der neue Schlager der lokalen Touristikindustrie zu sein. Wir können froh und mächtig dankbar sein, dass wir für unsere sehr kleine «Snoopy» auch noch eine Nische in all den Gummiwülsten finden und an Land kommen können. Ich kreiere das geflügelte Wort: «Les motos, la peste de la mer!»

Freitag, 21.09.2018 von Porto nach Calvi
Für die nächsten paar Tage ist ziemlich Wind vorhergesagt, zuerst starker Südwind, dann später Nordost- Wind. Daher fahren wir heute nach Calvi, um den Südwind auszusitzen und anschliessend weiter nach Saint Florent.
Der heutige Wind bläst natürlich wieder einmal voll auf die Nase. Immerhin schaffen wir es das Gross zusammen mit Motor zu fahren, so sehen wir wenigstens etwas nach Segler aus. Wir passieren Scandolas rotbraune Felsen, die mit dem stahlblauen Himmel und dem tiefblauen Meer einfach immer wieder genial aussehen.
Am früheren Nachmittag treffen wir wieder einmal in Calvi ein und machen als einziges Boot an einer der freien Bojen fest. Draussen liegt ein Fünfmaster vom ClubMed, die Club Med 2» vor Anker und gibt mit der Stadtfestung eine prachtvolle Kulisse.
Trotz Moskitonetzen an Luken und Eingang schaffen es einige der blutrünstigen Biester ins Innere der Kajüte vorzudringen. Nach dreimaligem Aufstehen und Jagd mit der Taschenlampe haben wir endlich Ruhe vor diesen Plagegeistern. Unglaublich wieviel Mücken es hier hat! Kaum sind die Mücken erledigt, schläft der Wind ein und die Boje beginnt gegen den Rumpf zu bumsen. Heute Nacht ist allerhand los bei uns an Bord. Am frühen Morgen legt der Wind dann beachtlich zu und dreht auf Süd.

Samstag, 22.09.2018 – Calvi

 

Es bläst von der Marina über die Bucht, als wir uns dann entschliessen mit dem Dinghi an Land zu fahren, um Wäsche zu waschen legt sich der Wind grad ein wenig. Also alles bereitmachen für die Überfahrt. Kaum sitzen wir wieder im Dinghi, bläst es wieder aus vollen Rohren, nur gut sitzt Doris im Luv und kriegt das meiste Spritzwasser ab, so bleibe ich auf dem Leeschwimmer doch etwas trockener. Beim Aussteigen ist Doris bereit für den «Wet-Pant- Contest» ….. 😉 Nur gut bläst der Wind warm und trocken, so trocknet der feuchte Wickel wenigstens schnell …..

Den Weg zurück mit dem Wind legen wir dann am frühen Nachmittag doch einigermassen trocken zurück. Bis fünf sollte es noch so blasen, um dann gegen Abend allmählich wieder abzuflauen. Immerhin sind wir bei dieser Windrichtung gut gegen Wellen geschützt.

Sonntag, 23.09.2018 von Calvi nach Saint Florent
Wir verlassen Reede von Calvi nach dem Petit Déjeuner in der Taverne du Port und machen uns auf den Weg in Richtung Norden, nach Saint Florent. Für die nächsten paar Tage weht der Wind hier in Calvi direkt in die Bucht, da ist der Ankerplatz von Saint Florent besser geschützt, zumal wir dann dort E-Wind haben werden.
Als wir in die Bucht von Saint Florent einschwenken, macht sich eine dicke graue Wolkendecke über uns breit. Es wird eher herbstlich, die Szenerie gleicht eher den Landschaften in Schottland, als auf Korsika. Wir ankern unweit des Marina Eingangs, im Gegensatz zum letzten Besuch, hat es nur wenig Boote vor Anker. Der Abend ist kühl und das erste Mal seit langer Zeit, ziehen wir uns schon bei Sonnenuntergang (wenigstens dem bei der Wolkendecke geahnten) unter Deck zurück.

Montag, 24.09.2018, Saint Florent

In den frühen Morgen Stunden beginnt es zu blasen aus Westen, um dann nach einigen Stunden um 180 Grad zu drehen. Immerhin können wir in einer ruhigen Phase das Dinghi nehmen um an Land zu fahren. Meine CC spinnt seit einigen Tagen, ein Anruf beim CC Center bestätigt das. Super wäre, wenn das bargeldlose Zahlen so zuverlässig wäre.
Als es Nacht wird, beleuchtet der Vollmond eine gespenstische Szenerie. Am Bergkamm liegen dicke Wolken auf, im dahinterliegenden Wolkenloch scheint der Vollmond zeitweise hindurch, um dann wieder von Wolkenfetzen verdunkelt zu werden. Dazu bläst ein steifer E-Wind, der die Santjana ruckartig schwojen lässt.

Dienstag, 25.09.2018, Saint Florent

Es bläst den ganzen Tag aus Ost mit 25 -30kn, dazu eine lästige Welle aus NW. Wir führen ein sehr bewegtes Bordleben und verbringen den Tag lesenderweise.

Mittwoch, 26.09.2018, Saint Florent
In der Bar d’Amphore geniessen wir nochmals ein letztes Petit Déjeuner, diesmal sind wir froh, einen Platz an der Morgensonne zu erwischen. Es ist bereits herbstlich kühl. Das normale Dorfleben hat wieder Einzug gehalten. Die Touristenhorden, die während der Hochsaison sich hier durch die Gassen geschoben haben, sind weg. Am Nebentisch unterhalten sich vier pensionierte Einheimische lautstark über dies und das. Dank dem guten WiFi hier, können wir wieder einmal unseren Blog aktualisieren, inkl. Fotos hochladen. Es ist immer wieder schön Rückmeldung dazu von einigen Freunden zu erhalten.
Gegen Abend fahren wir dann nochmals an Land für ein Telefon mit Nico. Kaum zu glauben dass es bereits schon wieder zehn Tage her ist, seit wir uns in Ajaccio von einander verabschiedet haben. Anschliessend lade ich Doris zur lange versprochenen Pizza ein. Es ist kühl und wir sind froh um unsere langen Jeans und den Pulli. Es hat nur noch wenige Boote, die hier noch vor Anker liegen, so finden wir auch in dunkler Nacht unsere vor Anker liegende Santjana.

 

Donnerstag, 27.09.2018, Saint Florent – Port Camargues
Zum letzten Mal hebe ich den Anker mittels Muskelkraft, bei der geringen Wassertiefe sind es wenigstens nur gut 20 m Kette, die ich so einholen muss. Dann statten wir der Tankstelle in Saint Florent einen letzten Besuch ab, um unsere Tanks für die Überfahrt aufzufüllen. Kurz vor Drei verlassen wir Saint Florent und fahren hinaus in die grosse Bucht davor. Ab dem Punta Mortella mit seinem charakteristischen Genueserturm, dem die eine Hälfte durch Wind und Wetter bereits abgenagt wurde, können wir allmählich einen westlichen Kurs einschlagen, der uns gegen Morgen ans Festland führen wird.

Freitag, 29.09.2018, unterwegs

Am Morgen können wir bereits die Küste der Côte d’Azur im Norden ausmachen. Iles d’Hières, Porquerolles. Der Wind lässt nach, setzt dann ganz aus, um dann in zunehmender Stärke von vorne zu blasen. Auf der Höhe von Toulon haben wir bereits 5Bf gegen an, in Böen auch mehr. Das Meer ist sehr lebendig geworden, des Öfteren knallt eine Welle gegen den Bug und bringt Spritzwasser bis nach hinten. Vor Marseille legt dann das Ganze nochmals einen tüchtigen Zacken zu. Wir haben jetzt 7 Bf in Böen gute 8. Regelmässig knallen Wellenberge gegen den Rumpf oder Santjana kracht in ein Wellental, das sich vor uns auftut. Wir versuchen den Kurs gegen Wind und Wellen zu optimieren, das wir nicht andauernd in die Wellen krachen und unsere Fahrt trotzdem einigermassen halten können. Wir quälen uns unter 4 kn mühsam dahin. Stunde um Stunde vergeht so. Mittlerweile haben wir längst das 3. Reff eingebunden. Abwechselnd versuchen wir auf dem Boden des Salons zu schlafen. Ans schlafen in der Bugkoje ist nicht zu denken, denn man würde nur kreuz und quer hin und her fliegen. Irgendwie verkeilen wir uns zwischen Bank und Schwertkasten und finden so einen Dämmerschlaf, der immer wieder abrupt unterbrochen wird, wenn Santjana wieder einmal in ein Wellental kracht. Der Knall geht einem durch Mark und Bein.

 

Samstag, 29.09.2018, Port Camargues
Der Mistral hat etwas nachgelassen, nur noch 5Bf auf die Nase, aber der Wellengang hat merklich nachgelassen. Es ist zwar noch etwas auf und ab, aber wenigstens knallts nicht mehr so schrecklich. Bis wir um den Mittag herum in der Marina von Port Camargues einlaufen, lässt der Wind nochmals nach. Ich rufe die Marina via VHF, aber offensichtlich ist man dort schon beim Déjeuner, meine Funkrufe bleiben unbeantwortet, so machen wir dann längsseits am Pier eins fest.
Wir spendieren der Santjana eine ausgiebige Süsswasserdusche und schrubben Deck, Reling, Bug und Heckkorb tüchtig nach. Das Boot sieht nach der Überfahrt mit dem ganzen Salzwasser, das an Deck gespritzt wurde, eher nach Salzmandel aus. Nach der ganzen Schrubberei gehen wir erst mal längere Zeit unter die Dusche, es wird Zeit, dass auch wir wieder mal von oben bis unten geschrubbt und abgeduscht werden. Heute wird es bald einmal still auf der Santjana, nach den letzten beiden Tagen geniessen wir die Bugkoje extrem, wieder einmal ohne hin und her geworfen und geschüttelt zu werden.

 

 

Sonntag, 30.09.2018, Port Camargues

Wir schlafen aus und geniessen das ruhige liegen im Hafen, wir haben den Eindruck, nach einer Woche Geschaukel reichts mal langsam wieder.
Heute gibt’s mal wieder Grossreinemachen Innenbords und dann kann ich endlich das Flügelrad für unseren Windgenerator montieren.