Montag 1.10.2018 - Port Camargues
Es bläst recht ordentlich aus Richtung West, im Schutz der Sprayhood ist’s recht gemütlich. Die Sonne scheint und die Temperatur ist noch sommerlich.
Wir freuen uns auf die feinen Austern bei «Chez Jacques», die wir gestern beim vorbeischlendern gesehen haben. Dazu ein «Vers de Blanc» und gemütlich an einem alten Weinfass sitzen, das als Tisch dient. Aber oh Schreck, als wir näherkommen sind die Weinfässer verwaist und wir können auf einem kleinen, wirklich klitzekleinen Schild lesen «ouvert les Samedis et les Dimanches» …. Sch…..

Der Rest des Zentrums mit Läden, Restaurants, Bars und Shops stellt sich ebenso auf den kommenden Winterschlaf ein. Also machen wir einen Spaziergang zum Strand und schauen den Kitesurfern eine Weile bei ihren akrobatischen Einlagen zu. Das Wetter passt, sie haben Wind ohne Ende. Uns hingegen bläst es rau ins Gesicht. Nach einer Weile verziehen wir uns wieder in Richtung Santjana.
Hinter uns macht die Ma Musa, eine Yacht mit einem Schweizer Ehepaar fest. Die beiden sind bereits über 40 Jahren Segler und kennen das Mittelmeer wie ihre Westentasche. Etwas wehmütig erzählen sie uns, dass sie ins Winterquartier fahren würden, um dort ihre Yacht zu verkaufen. Chapeau, beide sind über 80 und die Mühen des täglichen Bordlebens werden allmählich ein wenig zu viel.

Dienstag 2.10.2018 - Port Camargues
Der Westwind hat auch heute noch den Golf de Lion fest im Griff. Wir warten daher noch etwas, bis der Wind am Donnerstag voraussichtlich etwas abflauen wird.
In der Brasserie geniessen wir wieder einmal einen Topf «Moules Marinières», als Entschädigung für die Austern, die uns gestern durch die Latten gegangen sind.

 

Mittwoch 3.10.2018 - Port Camargues

 

Wir bereiten die Santjana auf unsere letzte Etappe vor. Einkaufen, Wasser tanken, Ölstand und Motor Check, etc. Auch so geht ein Tag vorbei.

 

Donnerstag 4.10.2018 von Port Camargues nach Cap d’Agde

An der Tankstelle in Port Camargues füllen wir die Tanks der Santjana. Die Marina ist verwaist, keine Spur von dem ganzen Trubel, der vor einem Vierteljahr hier herrschte. Kein Wunder, die Marina bietet 5500 Booten jeglicher Grösse Platz.
Wir verlassen Port Camargues, es geht Richtung Westen, der Küste entlang. Wenig Wind, wir motoren und sünneled an Deck. Trotzdem müssen wir wachsam sein, es hat viele Netze und Lobsterpots, die mit mehr oder weniger erkennbaren Fähnchen markiert sind. Wir wollen nicht noch auf den letzten Meilen eine Leine in unseren Propeller kriegen.
Nach ca. fünf Stunden erreichen wir die Einfahrt zur Marina von Cap d’Agde, weithin sichtbar durch das vorgelagerte «Fort Brescou», das wie ein Wachhund vor der Einfahrt liegt.
Wir suchen unseren Weg durch die Marina, die mit gut 3300 Plätzen auch nicht gerade klein ist. Wir finden unseren Platz am Steg im Port Clapot «CP31» - natürlich liegt dort bereits ein anderes Boot. Also machen wir halt daneben fest. Der Steg ist zwar einiges kürzer, aber es passt grad noch für unsere Santjana.

Freitag, 5.10.2018 – Marina Cap d’Agde
Wir geniessen einen Badetag am Strand, es ist zwar nur 21 Grad warm, aber der Wind ist schwach zurzeit. Die nächsten Tage künden eher wieder windiges und später regnerisches Wetter an. Daher geniessen wir den Sonnenschein solange es geht. Kurz nach vier wird es dann aber auch uns zu kühl, der Sommer scheint sich definitiv zu verabschieden.

 

Samstag, 6.10.2018 - Marina Cap d’Agde
Es hat nur noch wenige Touristen hier, Silbergrau scheint die dominierende Haarfarbe zu sein. Immerhin hat es im Gegensatz zu Port Camargues noch etwas Leben in der Stadt, man sieht mehr Einheimische als in der Hochsaison, wo hauptsächlich die Feriengäste das Strassenbild prägen. Alles geht noch ein bisschen geruhsamer zu und her, keine Hektik.

Sonntag, 7.10.2018 – Marina Cap d’Agde

 

Beim Boulanger gibt es frische Croissants und ein Baguette, leider müssen wir das Petit Déjeuner in den Salon verlegen. Dort ist es gemütlich warm, während es draussen bereits unangenehm kühl ist. Auf Croissants in Fleece Pulli und klammen Fingern haben wir keine Lust.

 

Montag, 8. Bis Sonntag 14.10.2018 Marina Cap d’Agde

 

Bummel zu den lokalen Schiffausrüstern, wir benötigen noch einige Ersatzteile, so wollen wir in den nächsten Tagen unser WC erneuern. Sicherheitshalber warten wir den anstehenden Arbeiten noch etwas zu, bis die lokalen Sanitäranlagen nach den Revisionen wieder geöffnet sind.
Einkaufen im Hyper U von Agde, einfach paradiesisch, wenig Leute, keine Warteschlangen vor den Kassen, keine genervten Eltern mit quengelnden Kindern. Mit einem vollen Einkaufswagen und zwei grossen Taschen kehren wir von Agde per Bus retour zur Santjana.

 

In den kommenden Tagen sieht das Wetter nicht vielversprechend aus. Viel Wind, viel Regen, wir lesen viel. In den Regenpausen gehen wir an Land und vertreten uns die Beine bei einem Stadtbummel.
Leider bewahrheitet sich die windige und nasse Prognose in den nächsten Tagen. Es ist zwar mit 18 Grad recht warm, dafür regnet es schauerartig und bläst immer mehr. Wenn wir im 20Minuten sehen, wie der Altweibersommer in der Schweiz verläuft, könnte man direkt neidisch werden. Sonnenschein, 20 Grad, von Regen keine Spur, das richtige Wetter für Töff Touren, wie wir in unseren Facebook Gruppen mit bekommen. In den Regenpausen machen ausgedehnte Spaziergänge, um trotz miesem Wetter etwas Bewegung zu bekommen. So auch am Freitag ans Bout du Port, wo wir bei einem Pastis dem unruhigen Meer zusehen. Es macht uns so gar nicht an, den Hafenplatz zu verlassen und da draussen Segel zu setzen.

Wir stehen in der Regel eher spät auf am Morgen, dann Baguette holen bei der Boulangerie, z’Morgen, ist beinahe schon Brunch. Etwas Lesen, Spaziergang, wenn es grad mal einige Stunden trocken bleibt, nutzen wir die Zeit um schadhafte Stellen am Rumpf zu schleifen, zu grundieren und neu zu streichen.

 

Montag 15.10 – Sonntag 21.10.2018

 

Anfang Woche geht das miese Wetter weiter, es regnet stark, mit dem Wind eher horizontal. Wir verbringen einen weiteren Bordtag. Sämtliche Geschäfte und Restaurant haben auf Schlechtwetter-modus umgestellt und haben geschlossen.

 

Mittwochabend schaffen wir es endlich wieder einmal ein Restaurant mit gutem WiFi zu finden, so dass wir wieder einmal mit Nico telefonieren können. Schön war es, wieder einmal voneinander zu hören.
Am Donnerstag kommt uns Serge besuchen, wir haben einen Apero vorbereitet, während er grad vom Mittagessen kommt. Trotzdem eine schöne Abwechslung in unserem Alltag.
Freitags machen wir mit dem Zug einen Abstecher nach Sète. Eigentlich hätten wir an einem «Poste» unsere Tickets entwerten sollen. Den «Poste» finden wir aber erst nach unserer Ankunft am Abend in Agde. Jedes Land hat seine ÖV Spezialitäten, mehr oder weniger offensichtlich. Heute ist Markttag, meiner Ansicht nach eher Anatolien Markt, Doris zieht es aber immer wieder an die Stände auf unserem Weg ins Zentrum.
Wir bummeln dem Meeresarm entlang Richtung Hafen, vorbei an vielen grossen Fischereifahrzeugen.
In der Markthalle bieten die Händler nebst wunderschönen Früchten und Gemüsen, auch viele Sorten von frischem Fisch an. Einer kleinen Degustation mit einem Dutzend Austern und einem Glas Chablis können wir nicht wiederstehen.
Es ist freundliches Spätsommerwetter, es wird bis zu 24 Grad warm. Heute ist Markttag, Doris blüht auf, ich geniesse derweil meinen «Creme» im nahen Bistro. Anschliessend gibt es wieder einmal grosse Wäsche, die Santjana sieht wieder mal aus wie ein Wäscheständer.
Am Sonntag ist nochmal ein Badetag am Strand, am Morgen ist es zwar recht kühl, mit langen Hosen und Jeans geht es so. Doris macht einen schlimmen Fehltritt beim Überqueren einer Strasse und hat danach starke Schmerzen im rechten Bein. Trotzdem sie hinken muss, bewegen wir uns Richtung Strand.
Ab ca. 11 Uhr hat sich die Luft einigermassen erwärmt, so dass wir uns in den nahen Sandstrand legen können und die Sonne geniessen. Das Meer ist noch einigermassen warm, nach einer Angewöhnung halten wir es sogar länger im Wasser aus. Luft ist etwa 23 Grad, Wasser ca. 19 Grad warm.

 

 

Montag 22.10 – Sonntag 28.10.18

 

Derweil Doris ihr rechtes Bein pflegt und den Tag liegender weise verbringt, baue ich unser altes RM69 WC aus. Danach installiere ich das neue WC und schliesse es an Wasser und Abwasser an. Pumpen, das Wasser für die Spülung strömt in die Schüssel, umstellen auf «Entleeren», das Wasser strömt auf den Boden und bildet eine Riesenpfütze. Mist, @.... ***, $$ elendiglicher, bei einem neuen WC sollte man eigentlich erwarten können, dass es dicht ist und funktioniert…. Nach einiger Sucherei und etlichen Kraftausdrücken über Hersteller von Marineprodukten später, finde ich dann die Ursache in einem etwas zu grossen Flansch. Mit einigen Lagen Teflon Band ist dann auch dieses Problem beseitigt und wir können unser neues WC «einweihen» 😉
Mittwoch’s (24.10) bläst es wieder einmal so richtig heftig, ein super Wetter um Drachen fliegen zu lassen. Hier im Hafen werden wir an Bord der Santjana nur sanft hin und her geschaukelt. Im Hafen werden immer mehr Boots festgemacht für die kommende Bootsausstellung. Wie wir hören soll es die grösste Gebrauchtbootmesse von Frankreich sein.

Donnerstag (25.10) heute vor einem Jahr sind wir in Las Palmas angekommen. Dieses Jahr besuchen wir den Wochenmarkt in Agde. Es ist herbstlich kalt, der Temperatursturz ist für uns besonders spürbar, da wir uns jetzt zwei Jahre lang an hohe sommerliche Temperaturen gewöhnt waren. Also machen wir uns auf die Suche nach wärmeren Pullovern, Jacken etc. Derweil Doris durch den Markt bummelt, sitze ich bei einem Kaffee auf dem alten Dorfplatz. Die Sonne versteckt sich noch hinter alten Platanen und es ist kalt. Doch als die Sonne etwas höher steigt lässt es sich von hier gut das bunte Treiben des Marktes beobachten.
Am Freitag werfen wir kurz die Festmacher los um die Tanks der Santjana zu füllen. Wir fahren durch die Marina Richtung Meer. Es hat den Anschein, dass die Marina schon tief im Winterschlaf ist. Ausser uns fährt lediglich ein Schulboot umher und übt Manöver. Die Tankstelle ist natürlich am Nachmittag geschlossen. Also geht es mit ungefüllten Tanks wieder zurück Richtung Liegeplatz.
Der Rest der Woche ist so richtiges Mistwetter. Es windet sehr stark und regnet ebenso stark, dazu fällt die Temperatur deutlich unter die zehn Grad Marke. Am Sonntag messen wir gerade noch knappe fünf Grad. Wenigstens haben wir genug Lesestoff und Videos an Bord um uns die Zeit zu vertreiben.

Montag 29.10 – Sonntag 4.11.2018
Der Montag ist der absolute Tiefpunkt. Das Sturmtief Vaija bringt den Winter in die Schweiz. Auch hier können wir dessen Auswirkungen am eigenen Leib spüren. Es ist kalt, der Wind bläst den Starkregen horizontal übers Wasser. Ich verzichte auf meinen üblichen Morgenspaziergang zur Boulangerie für ein frisches Baguette. Kurz den Kopf aus dem Luck strecken und schnell wieder zurückziehen, als eine besonders heftige Böe einen waren Wasserschwall vor sich hertreibt. Pfui Teufel, ich bin doch schon gewaschen!

 

Der Dienstag (30.10) ist wettermässig das absolute Gegenteil von gestern. Strahlend blauer Himmel, wenig Wind, aber kalt. Immerhin soll es heute wieder 15 Grad werden am Nachmittag, beinahe schon sommerlich! Wir verlassen die Enge unserer Kabine und machen einen längeren Spaziergang an der frischen Luft.