Montag 5.11. – Sonntag 11.11.2018

 

Der Dienstag bringt frühlingshafte Temperaturen mit sich. Wir machen einen langen Spaziergang zum Bout de Quait und geniessen die warmen Sonnenstrahlen draussen auf der Terrasse bei einem Glas Pastis. Auf dem Retourweg kaufen wir uns zwei Kanister, damit wir den Tank für unsere Heizung wieder füllen können. In den letzten paar Wochen haben wir zum Heizen schon einiges an Diesel verbraten. Mit zweimal fünf Galonen an der Hand kehren wir zum Boot zurück. Irgendwie habe ich das Gefühl meine Arme sind dabei länger geworden. Am Mittwoch wiederholen wir das Ganze nochmals. Nächste Woche nochmal und dann sollte für einige Zeit Ruhe sein.

 

Nach dem Ausflug am Donnerstag an den Markt in Agde ist das Wetter am Freitag wieder echt schlimm. Eigentlich sollte es laut Prognose am Morgen aufhören mit  regnen, aber der Regen bleibt uns den ganzen Tag erhalten, mal weniger und als leichtes nieseln, mal schüttet es wieder aus Kübeln.
Dafür ist es dann am Samstag wieder das pure Gegenteil, wir geniessen den Bummel durch den Markt mit den Düften und Farben.

 

Ausgerechnet am Fasnachtsanfang vom Sonntag kündet sich eine Erkältung an bei Doris…

 

Montag, 12.11. – Sonntag 18.11.2018

 

Die Grippe hat Doris voll erwischt und in die Koje gehauen, sie verschläft die nächsten drei Tage mehr oder weniger. Ich habe derweil viel Zeit um unser Holz an Bord zu imprägnieren für den Winter.

 

Der Donnerstag findet uns wieder einmal im Hyper U von Agde für unseren wöchentlichen Grosseinkauf. Da heisst es jeweils in aller Dunkelheit aufstehen, bei der Boulangerie Tonin gibt es Croissants und einen Grand Café, dann geht es per Bus quer durch Agde mit gefühlten hundert Haltestellen.
Am Freitag geht es ebenso früh aus den Federn, wir wollen nach Montpellier. Also einmal mehr Café et Croissants bei Tonin’s, Bus nach Agde und dann Zug nach Montpellier. Der Zug ist gut gefüllt, immerhin finden wir noch zwei Sitzplätze. Via Sète gelangen wir in knapp dreiviertel Stunden nach Montpellier, wo wir auf Entdeckungstour gehen. Vom Bahnhof geht es zum «Tour de la Babote», einem Überbleibsel der ehemaligen Stadtmauern. Am «Place de la Comédie» vorbei zum nahen Einkaufszentrum Polygone. Ich sollte mal wieder eine neue und etwas wärmere Jeans kaufen. Leider finde ich aber nichts im Angebot, offensichtlich bin ich langbeiniger als die Franzosen. Wir verlassen das «Polygone» in Richtung Altstadt, und finden uns nach einer Weile unter dem Arc de Triomphe. Der Torbogen wurde im 17. Jh. zu Ehren von Louis 14. errichtet. Dahinter liegt ein kleiner Park, der durch das Chateau d’Eaux abgeschlossen wird. Das Wasser gelangte über den Aquädukt von Saint Clement hierher und diente im 18/19 Jh. als eine der Wasserquelle für die Stadt. Wir wollen dann noch zur Cathedrale Saint Pierre, leider haben wir uns im Gewirr der Gassen und Gässchen etwas zu sehr in Richtung Altstadt begeben. Naja, die Pizza anstelle der Kathedrale hat uns sehr geschmeckt.
Die paar Stunden in der Altstadt von Montpellier vergehen wie im Flug. Der wolkenverhangene Himmel hat mittlerweile einem strahlenden Blau Platz gemacht. Wir schauen dem geschäftigen Treiben auf dem Grand Place zu bei einem Bière Pression.
Viel zu schnell geht der Ausflug vorbei und schon sind wir wieder auf der Rückreise nach Agde.

 

Samstag ist wieder Markttag, es giesst in Strömen hier, daher gibt es nur diverse Gemüse und Früchtestände.

 

Sonntag ist es bitterkalt, die «Bise» bläst unangenehm aus Norden.

 

Montag, 19.11 – Sontag 25.11.2018
Heute vor einem Jahr haben wir uns von Las Palma mit der ARC Flotte auf den Weg über den Atlantik gemacht. Wir erinnern uns lebhaft an den Moment, wo wir die Leinen loswarfen und mit gut 200 anderen Booten hinaus auf den Atlantik fuhren. Ein paar Stunden hatten wir noch Sichtkontakt zu einigen Anderen. Doch bereits am nächsten Morgen war die Flotte weit verstreut, wir haben auf dem Transatlantiktörn ganze drei Boote gesehen ….
Es ist weiterhin unangenehm kalt, wir sind sehr froh liefern unsere Duschen im schön warmes Wasser.
Langsam aber sicher Weihnachtet es auch hier. Nach im Bistro «Harlequin» die ersten Weihnachtsdekorationen aufgetaucht sind wir über die Woche am Platz bei Riesenrad auch eine kleine Budenstadt für eine Weihnachtsmarkt zusammengebaut.
Den ganzen Freitag giesst es aus Kübeln, wir verziehen uns in unser gut geheizte Kajüte, lesen und hören dem Regen zu, wie er auf unser Oberdeckt trommelt.
Der Samstag ist das pure Gegenteil von gestern. Es ist sehr sonnig, warm und wir können wieder einmal einen ausgedehnten Spaziergang unternehmen. Den Nachmittag geniessen wir an Deck in T-Shirt und Shorts, zur Feier des Frühlingswetter mit einem «Planteur»

Heute Sonntag ist es wieder kalt und regnerisch. Wir haben uns bereits wieder auf frühlingshafte Temperaturen eingestellt, aber heute ist eindeutig wieder Pullover und Kappenwetter.

 

Montag 26.11 – Sonntag 2.12.18

 

Am grossen Platz beim Riesenrad werden einige Weihnachtsbuden aufgestellt. Allerdings ziehen sich die Arbeiten etwas in die Länge, wenn ich da an den Weihnachtsmarkt in Bremgarten denke. Immerhin soll es dann am 7. Dezember auch hier losgehen und dafür bis am 9. Januar 19 bestehen bleiben.
Der Hafen liegt bereits im Winterschlaf, viel läuft um diese Jahreszeit hier nicht mehr. Schön, dass wir doch an den meisten Tagen die Sonne mal zu Gesicht bekommen, auch wenn sie recht tief am Himmel steht.

Da der Weihnachtsmarkt noch nicht bereit ist versuchen wir selbst Glühwein zu machen. Das gelingt uns beim ersten Mal schon recht gut, bald verbreitet sich eine vorweihnachtliche Stimmung an Bord. Mal was ganz anderes, Vorweihnachten an Bord mit beinahe winterlichen Temperaturen.
Wir denken oft an die Zeit auf dem Atlantik vor einem Jahr und verfolgen den Kurs des ARC- Pulks. Im Gegensatz zu unserer Überquerung herrschen diesmal ideale Windbedingungen.