Donnerstag, 1.3.2018 – Bourg (Terre-de-Haut)

 

Wir nehmen relativ früh den steilen Weg zum Fort Napoleon unter die Füsse. Wir müssen allerdings feststellen, dass die meisten der Besucher sich mittels Roller und Taxis dort hinauf chauffieren lassen. Nach einer knappen Stunde geniessen wir auch den herrlichen Rundblick über die Bucht in der wir liegen und die benachbarten Inseln des kleinen Archipels. Das Fort selbst wurde zwischen 1844 und 1862 erbaut, zur strategischen Verstärkung der französischen Kräfte in diesem Gebiet. Heute dient das Fort als Museum, wo dem Besucher die verschiedenen regionalen Aspekte nähergebracht werden. Die Seeschlacht bei den Saintes 1782, die französische Marine zu dieser Zeit, Flora und Fauna, das Leben der Eigeborenen, etc. Nach kurzweiligen zwei Stunden verlassen wir das Fort wieder und begeben uns auf den Abstieg durch sonnig erwärmten Hang. Am Boot angekommen, müssen wir uns zuerst mal wieder etwas abkühlen. Das Meer ist erfrischend kühl und weckt die müden Lebensgeister wieder.

Freitag, 2.03.2018 – Bourg (Terre-de-Haut)
Heute geniessen wir einen Badetag mit Abstecher in den lokalen Carrefour, um unseren Vorrat an frischem Gemüse und Früchten zu ergänzen. Uns gefallen die bunt bemalten Häuser, an denen wir der Strasse entlang laufen. Der kleine Park beherbergt eine stattliche Schar Hühner samt zugehörigen Hähnen, die munter um die Wette krähen.
Da der Laden erst nach der ortsüblichen Siesta wieder um drei Uhr nachmittags öffnet, haben wir endlich wieder einmal Zeit, um mit Nico ein Telefonat halten zu können. Kaum zu glauben, dass er in der Schweiz im tiefsten Winter sitzt, während wir hier schwitzen! Der Abend klingt karibisch warm aus, endlich wieder einmal eine angenehme Temperatur am Abend, nachdem es in den letzten Abenden immer windig und kühl wurde, wenn auch immer über 20 Grad(!)

 

Samstag, 3.03.2018 – Bourg (Terre-de-Haut)

 

Eigentlich wollten wir heute rund um die Bucht zum «Pain de Sucre» laufen, einem runden Felshügel, der die Form eines Zuckerhuts hat. Aber der Wind ist völlig eingeschlafen, über die Nacht hat es ein paar Mal kräftig geregnet. Es ist sehr schwül, da verzichten wir lieber auf die längere Wanderung und machen stattdessen nur einen Spaziergang durch die bunten Häuser von Bourg. Leider gibt es um Zwölf kein frisches Brot mehr, so dass wir uns einmal mehr mit Kastentoast zufriedengeben müssen.
Dafür können wir uns am Heck der Santjana immer wieder mal schön abkühlen im Meer.

 

Sonntag, 4.03.2018 - Bourg (Terre-de-Haut)
Bei unserem heutigen Landgang bleiben wir im «Lile Douceus» hängen. Zuerst wegen des super WiFi und Internet Verbindung. Vor lauter Internet und Blog hochladen wird es bereits Mittagszeit, der richtige Augenblick um die feinen Galettes des Lokals zu probieren. Wegen der sehr freundlichen Bedienung und der feinen Galettes wegen, werden wir noch öfters zu den hiesigen Gästen gehören.

 

Montag, 5.03.2018 Bourg (Terre-de-Haut)

 

Wir sind immer noch beschäftigt mit dem Suchen nach einem Ersatz für unsere Pataenius Krankenversicherung, nachdem uns Pataenius vor einer guten Woche mitteilte, dass sie uns «leider» nicht mehr versichern könne, da der Rahmenvertrag mit der Allianz gekündigt worden sei. Über solch unprofessionelles Geschäftsgebaren kann man sich nur wundern.
Zur Entschädigung geniessen wir am Abend an Bord ein feines Raclette mit allem Drum und Dran.

 Dienstag 6.03.2018 - Bourg (Terre-de-Haut)

 

Zur Feier meines heutigen Geburtstags geniessen wir unseren Planteur Special in der Bar neben dem Landepier. Der Sonnenuntergang ist grandios, wenn auch immer mit Wolken verhangenem Horizont.
Wir bekommen es einfach nicht hin, einmal einen Sonnenuntergang zu erleben, ohne dass sich im letzten Moment eine dicke Wolkenbank vor die Sonne schiebt. So wird ja nichts mit dem Green Flash, den man angeblich in der Karibik zu sehen bekommt, wenn die Sonne untergeht.

 

Mittwoch 7.03.2018 Bourg (Terre-de-Haut)

Bordtag, mit kurzem Landausflug an die Nordküste von Terre-en-Haut. In einem Strandrestaurant möchten wir etwas trinken. Die Tische sind alle leer auf der Veranda. Wir werden süss-freundlich von der Madame la Patrone begrüsst. Als Madame mit vier Gläsern aufkreuzt, ahne ich dass wir essen müssen. Auf mein «Seulement pour un verre» werden wir weniger freundlich auf einige klapprige Stühle neben dem Parkplatz verscheucht, dort sei die «Bar»…. D’accord, merci, très gentil» …..
Der Strand weiter vorne hat vermutlich auch mal bessere Zeiten gesehen. Von den paar Strandhütten sind von den meisten nur noch die Fundamente vorhanden. Einzig ein Hüttchen besitzt immer noch ein Dach. Ein Pärchen hat sich dort niedergelassen, geniesst dort die Sonne und hat den Tisch in der Hütte einladend gedeckt. Einige Ziegen können der Versuchung nicht wiedersehen, springen auf den Tisch und beginnen die aufgetischten Leckerbissen des Pärchens zu degustieren. Es dauert einige Momente bis sich die beiden Sonnenanbeter gewahr werden, welch Ungemach Ihnen da droht von der Bande hungriger Ziegen. Mit lautem Geschrei versuchen sie die störrischen Viecher zu vertreiben, wenigsten bleibt den beiden noch der Rosé, den die Ziegen verschmäht haben.

 Donnerstag 8.08.2018 – Bourg (Terre-de-Haut)

 

Wir müssen jetzt echt mal wieder Bares haben, also führt unsere erste Aktion an Land zum Bancomaten beim Landungspier. Karte einstecken, PIN eingeben und schwupp wir die Karte von Doris eingezogen, mit der Anzeige am Display, das der Code dreimal falsch eingegeben wurde. Es folgt wieder ein längeres Gespräch mit dem Kartencenter der Postfinance. Nein, man sehe hier nichts, kein Problem mit der Karte, es müsse am Apparat liegen. Ob wir es nicht noch mit der zweiten Karte probieren könnten. Na, toll und wenn diese auch eingezogen wird …..
Also versuche ich es am zweiten ATM, dort bekomme ich die Mitteilung dass die Karte auf Anordnung meiner Bank wieder ausgeworfen werde, natürlich ohne dem gewünschten Geldbezug zu erhalten. Es folgt wieder ein längeres Telefon mit dem Kreditkartencenter der Postfinance. Nein, auch diesmal könne man keinen Lesevorgang im System entdecken. Es handle sich offensichtlich um ein lokales Problem. Ob wir es nicht an einem anderen Bancomaten nochmals versuchen könnten, …. Wir sind hier auf einer klitze- kleinen Insel vor Guadeloupe, hier hat es genau ZWEI CC-Automaten und beide funktionieren NICHT! Na, Toll!

 

Freitag 09.03.2018 – von Bourg (Terre-de-Haut) nach St. Louis (Marie Galante)

Wir verlassen Bourg auf den Iles des Saintes um ca. 10.00 Uhr. Es weht ordentlich aus Richtung Ost, Marie Galante liegt genau im Osten der Isles des Saintes, also werden wir den Wind und Wellen direkt von Vorne bekommen. Nach einer vierstündigen Hackerei gegen den Wind erreichen wir St. Louis auf Marie Galante. Der Anker fällt südlich des Piers in knapp 3m Tiefe über Sand. Die 30m Kette geben uns einen sicheren Halt über die Nacht, auch wenn es immer noch stark weht.

 Samstag 10.03.2018 - St. Louis (Marie Galante)

 

Ein sehr windiger Tag, wir bleiben an Bord und geniessen das Bordleben. Hie und da müssen wir uns im türkisblauen Meer abkühlen, trotz Wind ist es sehr warm (28 Grad)

 

 

Sonntag 11.06.2018 – St. Louis (Marie Galante)

Wir fahren mit unserer Snoopy (Dinghy) an den Steg von St. Louis. Eine völlig andere Welt als auf Iles des Saintes, sehr wenig Touristen, dafür viele Einheimische. Der erste Kontakt mit der Dame im Office de Tourisme ist alles anderes als freundlich. Die beiden Engländer vor mir wollen ein Auto mieten, das geht aber offensichtlich nur auf französisch, die Dame des Office de Tourisme zuckt nur mit der Schulter als der Amerikaner sie wegen der Mietkonditionen fragt. Offensichtlich will sie sich den schönen Sonntag nicht mit Arbeit verderben. Meine Frage nach einer Touristenkarte von Marie-Callante schlucke ich deshalb hinunter und verlasse das muffige respektive möffe Office. Muss ich jetzt echt nicht haben.
Am nahen Bancomat der Credit Agricole wollen wir endlich mal wieder unser Barkapital aufstocken, zurzeit besitzen wir grad EU 25.86 in bar. Die beiden Französinnen vor uns sind etwas konsterniert. «Le guichet ne marche pas». Der Bancomat funktioniert nicht mit ihrer Karte. Basierend auf unseren schlechten Erfahrungen mit den Bancomaten auf diesen Inseln wollen wir nicht riskieren, dass unsere zweite Karte auch noch von der Maschine gefressen wird. Wir spazieren zu einer Strandbeiz, wo wir einen feinen Caffee au Lait geniessen. Schon wieder EU 6.00 weg von unserem Barvermögen. Danach schlendern dem Strand entlang, die Palmen wären ja doch schon richtig karibisch, nur der Zivilisationsmüll stört schon etwas im Paradies. Immerhin muss man aufpassen, um nicht in eine halbe Bierdose, Glasscherben oder anderen Mist zu treten. Immerhin gibt es schöne Fotomotive. Danach suchen wir den lokalen «Supermarché», den wir schliesslich an der Hauptstrasse nach Bourg finden. Wir sind ja mal gespannt wie Regenschirme, ob unsere Kreditkarte hier funktioniert. Heureka, die Karte funktioniert. Auch wenn wir kein Bargeld beziehen können, der Einkauf von Lebensmitteln ist immerhin gesichert.

 Montag 12.03.2018 – St. Louis (Marie Galante)

 

Ein warmer und windiger Tag in der Karibik vergeht wie im Flug. Wir finden noch eine kleine Flasche Met aus der Schweiz, Marke Kaktus Joe, die wir bei einem wolkenlosen Sonnenuntergang geniessen. Der wolkenlose Sonnenuntergang war bisher eine extreme Rarität, den immer wieder schob sich bisher im letzten Moment eine dicke Wolke vor die Sonne. Angestrengt starren wir in die untergehende Sonne, um den «Green Flash» zu sehen, der hier angeblich beim Sonnenuntergang aufblitzen soll. Vermutlich sieht man den «Green Flash» aber erst nach einigen Gläsern Rum Punch.

 

Dienstag, 13.03.2018 – St. Louis (Marie Galante)

 

Wir müssen unseren Frischvorrat wieder auffüllen, daher gibt es einen «Spaziergang» zum «Express U» (französischer Migros). Mit Mühe finden wir am Dinghi-Dock Platz für unsere Snoopy, wir quetschen uns möglichst sorgfältig in eine kleine Lücke.

 Bevor wir uns endgültig auf den Weg zum «Express U» machen, gibt es in der Dorfbäckerei einen Kaffee zu trinken. Aus unserem Reiseführer konnten wir entnehmen, dass man hier feine «petit déjeuner» haben könne. Ausser Brot und schwarzem Kaffee gibt es leider nichts anderes. Immerhin, der Kaffee ist fein.
Es ist bereits recht heiss, der Wind hat nachgelassen, an Land spürt man ihn kaum mehr. Wir sind froh als wir endlich wieder zurück auf der Santjana sind und aus unseren durchschwitzten Kleidern kommen und ins Meer springen können.

 Mittwoch, 14.03.2018 – St. Louis (Marie Galante)

Am Morgen laufen wir vom Dinghi-Dock Richtung Norden. Der Weg gibt immer wieder Blicke durch Palmen auf den Strand und das dahinter legende Meer frei.
Die Häuser entlang der Strasse wechseln ab, zwischen fröhlich bemalten und gut erhalten Gebäuden und waren Bruchbuden, die wohl keinem Sturm mehr zu trotzen vermögen. Offensichtlich ist das Leben hier auf Marie-Galante alles andere als einfach für die Bewohner, daher sind wohl viele weggezogen, um ihr Glück anderswo zu versuchen. Der Anblick der verfallenden Häuser hat etwas sehr Bedrückendes.
Wie sind wir doch privilegiert, wie wir hier kurz unseren Anker werfen können, um dann wieder hinter dem Horizont zu verschwinden.

Die beiden Strandrestaurants sind sehr einladend und verlockend, in Anbetracht unseres desolaten Barvermögens löschen wir unseren Durst lieber an Bord.
Der Abend ist beinahe windstill. Die Kerzen unserer Raclette-Öfchen flackern nur leicht. Dazu gibt es Weisswein, Kartoffeln, Birnenschnitze, Essiggurken, Silberzwiebeln und Tomaten. Darüber wölbt sich ein schwarzer Sternenhimmel, einfach nur schön.

 

Donnerstag, 15.03.2018 – St. Louis (Marie Galante)

 

Badetag in der Bucht von St.Louis, morgen geht es wieder zurück nach Guadeloupe

 

Freitag, 16.03.2018 St. Louis (Marie Galante) nach Marian Gosier auf Gudeloupe

 

Nach dem z’Morge geht es bald Ankerauf, es geht wieder zurück nach Guadeloupe. Mit einer angenehmen achterlichen Brise kommen wir gut vorwärts. Der Atlantikschwel kommt quer zu unserer Richtung, lässt sich jedoch ebenfalls bequem abreiten.
Am Eingang zur Marina begrüsst uns ein fauler Pelikan, der auf einer roten Tonne hockt. In der Marina Gosier geht es zuerst zur Tankstelle, diesmal sind wir das einzige Boot, das Diesel braucht. Allerdings drückt uns ein starker Wind auf den Steg, so dass wir anschliessend zum ablegen zuerst in unsere Vorspring eindampfen müssen, um so das Heck der Satjana vom Steg weg drehen zu können.
Das anschliessende Anlegemanöver gelingt nicht so ganz wunschgemäss. Der Marinero gerät mit der Schraube seines Motortenders in eine der vielen Bojenstrippen und kann unser Heck daher nicht gegen den Wind drehen. Nach einigen hektischen Minuten in denen Santjana etwas verquer im Hafenbecken liegt, gelingt es uns dann aber doch noch sie sicher am Steg fest zu machen.
Die nächste Überraschung kommt auf uns zu als wir das Deck der Santjana mit dem Schlauch abspritzen wollen. Es kommt nur ein dünnes Rinnsal aus der Düse. Beim bezahlen des Platzes bringe ich das Problem mit dem Wasser auf. Es sei bekannt. Worauf meine Frage, ob und wann man etwas dagegen zu tun gedenke, mit einem Achselzucken quittiert wird.
Die Dusche geniessen wir ausführlich, wenn auch die Dusche bei den Männern drüben nur als klitzekleines Rinnsal aus der Brause tröpfelt.
Zur Feier des Tages lassen wir uns wieder einmal auswärts verwöhnen.
Carpacchio de poisson und danach Dos de Saumon auf einem Gemüsebeet. Dazu ein Glas Rosé (aber wirklich nur ein Glas!) Hinter uns zieht ein riesengrosser Cruiser der MSC durch die Hafeneinfahrt in Richtung offener See

 

Samstag, 17.03.2018 – Marina Gosier

Wir geniessen es immer wieder, am Morgen aufzustehen, die Sonne lacht bereits am Himmel und die Luft ist angenehm warm. Während in der Schweiz noch immer der strenge Winter regiert mit Kälte, Regen und Schnee. Igitttt!!
Nach dem z’Morge mit frischen Baguettes vom Beck gilt es unseren Vorrat an Lebensmitteln aufzustocken, Einkauf ist angesagt. Dann muss sich Doris hinter die Wäsche der letzten drei Wochen machen, da hat sich einiges angestaut. Immerhin ist das Wetter sonnig und heiss, die Wäsche trocknet also im nu an Deck. Seit zwei Tagen haben wir ein dämliches Problem mit dem Kühlschrank, der Kompressor samt Ventilator kühlt wie verrückt, hoffentlich ist der Thermotstat nicht defekt, das würde einen Austausch der kompletten Kühlanlage bedeuten. Ein Ersatz für das alte Teil ist wohl kaum mehr zu erwarten.

Sonntag, 18.03.2018 - Marina Gosier
Endlich wieder einmal Zeit um am Blog zu arbeiten und den Inhalt auf unsere Webseite hochzuladen. Es ist immer wieder schön, wenn wir Feedback von unseren Freunden aus der Schweiz dazu erhalten. 
Ein Leguan macht es sich auf dem Gehsteig vor Doris gemütlich und lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Kein Wunder er ist immerhin beinahe ein Meter lang vom Maul bis zu seiner Schwanzspitze. Offensichtlich gefällt es ihm hier in der Marina.

 

Montag, 19.03.2018 – Marina Gosier

Die Suche nach der Mietautofirma gestaltet sich etwas schwierig, nach einigen Stunden brechen wir die Suche etwas frustriert ab. Wir gönnen uns stattdessen noch ein paar geruhsame Tage in der Marina. Die Zeit vergeht auch so im Flug.

 

Freitag, 23.03.2018 – Marina Gosier – Antigua

 

Wassertanks auffüllen, einkaufen, dann gibt es noch einen letzten Cafe au Lait im «Fregatte». Anschliessend ausklarieren und abmelden in der Marina. Nur gut haben wir bereits beim einlaufen getankt, die Tankstelle ist um elf Uhr bereits stark von durstigen Booten umschwärmt. So können wir einfach die Mari a verlassen, die Fahrrinne für die «Dickschiffe» nach Pointe-au-Pitre überqueren und hinter der Isle de Cochon nochmals unseren Anker werfen. Sonst erreichen wir Falmout Harbour auf Antigua mitten in der Nacht. Also warten wir noch etwas zu, geniessen um fünf Uhr unseren Kartoffelsalat mit Würstchen und machen uns dann kurz vor Sechs auf den Weg nach Antigua.
Wieder einmal haben wir die Dünung und den Wind gegen uns, es ist recht holprig und meine Seebeine müssen nach den paar Tagen in der Marina erst wieder nachwachsen. Es wird schnell Nacht, hinter uns verlässt ein grosser, hell erleuchteter Cruiser den Hafen von Pointe-au-Pitre. Langsam kriecht er der ausgebaggerten Fahrrinne der Küste entlang aufs offene Meer hinaus und verschwindet in der Dunkelheit. Die Lichter von Sainte Anne und danach Sainte Francois blinken herüber, schliesslich können wir an der SE-Spitze von Guadeloupe nach Norden drehen. Von hier an geht es etwas weniger holprig zu und her. Dennoch benötigen wir noch einige Stunden bevor wir in die Bucht von Falmouth Harbour auf Antigua einlaufen können. Dort vor Anker müssen wir als erster die gelbe Flagge an der Steuerbordsaling setzen, zum Zeichen dass wir neu angekommen sind und erst noch einklarieren müssen.
Hierzu darf ich als Skipper alleine an Land um uns und unser Boot bei den diversen Behörden anzumelden. Als ich im Office ankomme hat sich erwartungsgemäss schon eine Kolonne mit anderen Ankömmlingen vor dem Schalter gebildet. Ich warte also erstmal eine Viertelstunde dort brav in der Queue, als sich dann endlich eine der Damen meiner bequemt und mich anraunzt, was ich da wolle.
Es entsteht ein angeregter Wortwechsel, worauf sie mir zuletzt zu verstehen gibt, dass ich mich zuerst gefälligst bei «Customs» anzustellen hätte. Also zu «Customs», wo meine per Internet vorausgefüllte Information in mehrfacher Ausführung ausgedruckt und gestempelt wird. Dann geht es zu «Immigration» weiter, wo ich nachmals gefragt werde, was ich eigentlich bereits ausgefüllt hatte und auf den ausgedruckten Zetteln stehen würde…. Hier werden auch die Pässe gestempelt und kopiert. Dann geht es wieder zurück zu «Customs», wo die gestempelten Formulare nochmals gestempelt und abgelegt werden. Eines der Formulare muss ich dann noch bei der Harbour Authority vorlegen, um für die Zeit vor Anker Park Fee, Garbage Fee und sonst noch einige Fee’s abdrücken darf. Nach etwa anderthalb Stunden ist der ganze Spuk zu Ende und ich brauche erstmal etwas Kühles im Copper Inn zur Abkühlung.
Dann geht es zurück zur Santjana, die erwartungsvoll an ihrer Ankerkette schaukelt. Wir gehen sehr früh in unsere Kojen, in der letzten Nacht sind wir nicht sehr viel zum schlafen gekommen. Um acht Uhr ist bereits Lichterlöschen an Bord.

 

Sonntag 24.03.2018 – Falmouth Harbour (Antigua)

Wir fahren mit unserem Dinghi zur Marina hinüber. Unheimlich was da alles an den Stegen an Schiffen festgemacht hat. So ab 80 Fuss Länge bekommt man vermutlich einen Platz am Steg! Riesenpöte liegen hier und träumen in der karibischen Sonne, ganze Heerscharen an Crews bemühen sich derweil die riesigen Segel- und Motoryachten in Schuss zu halten. Pausenlos wird Wasser gespritzt, geschruppt, gewienert und poliert, die Dinger glänzen aber auch in der Sonne.
Wir bummeln vom Dinghi Dock hinüber nach English Harbour, unter anderem um am ATM Dollars zu holen. Leider verweigert der hiesige ATM einmal mehr seinen Dienst, schlechte Erinnerungen von Isles des Saintes kommen hoch, nicht schon wieder! Na, vielleicht morgen?! Immerhin entschädigt der Planters Punch im «Skullduggery», da muss man aufpassen, dass es nur bei einem Glas bleibt, ansonsten wird der Heimweg schwierig und das richtige Boot zu finden noch schwieriger. Beim Planters Punch kommen wir mit Gabi und Markus von der Kisu ins Gespräch. Auch sie sind einige Zeit hier in der Karibik und können auch einiges von ihren bisherigen Erfahrungen erzählen. Die Zeit mit Ratschen und Fachsimpeln mit den beiden vergeht wie im Fluge.

 

Montag, 26.03.2018 – Falmouth Harbour (Antigua)

 

Vor dem «Skullduggery» stehen viele dicke Harleys aus den USA. Mit einer der Fahrerinnen kommen wir ins Gespräch. Sie machen eine Cruise mit ETA und fahren unter anderem Barbados, Antigua, St.Martin etc. an, um dann dort mit ihren Bikes auf den Insels zu cruisen. Ob als der Chromglänzenden Bikes bekommen wir auch glänzende Äuglein und kommen ins träumen.
Wir machen eine Tour durch Nelsons Dock Yard, wo der englische Admiral Horatio Nelson Ende des 18Jh. stationiert war, wohl um den französischen und spanischen Einfluss entgegen zu wirken, wohl aber auch um die Piraterie in den karibischen Gewässern einzudämmen. Die antiken Häuser können als Teil des Freilicht-Museums besichtigt werden. Natürlich gibt es auch diverse Shops und fahrende Händler für die Touristen. Ansonsten ist die Umgebung «very British», kein Wunder die British Virgin Island und die US Virgin Island sind nicht weit, daher wundert es auch nicht, dass hier viele Boote aus UK und USA liegen. Hier treffen wir auch wieder auf Patricia und Bertrand von der Mupi, die auch mit uns über den grossen Teichen gekommen sind und die wir auch auf Guadeloupe getroffen haben. Es ist immer wieder sehr speziell und sehr schön mit gleichgesinnten das woher und das wohin auszutauschen.
Viele schöne Fotos und zwei T-Shirts reicher verlassen wir Nelsons Dock Yard nach einigen Stunden wieder. Im «Skullsduggery» geniessen wir ein weiteren Rum Punch und unser Telefon mit Nico. Es ist immer wieder schön seine Stimme zu hören und einander zu erzählen, was jeder so in der letzten Zeit erlebt hat.
Dann geht es wieder zurück auf die Santjana, wir brauchen dringend eine Abkühlung im Meer!

Dienstag, 27.03.2018 – Falmouth Harbour (Antigua)
Heute besuchen wir das Museum im Nelsons Dock Yard, das die Geschichte dieser englischen Garnison und Hafen zeigt. Ein wesentlicher Teil ist auch der englischen Marinegeschichte des 18Jh, insbesondere auch dem Werdegang von Horatio Nelson, seines Zeichens Admiral hier stationiert Ende des 18 Jh. Das Leben der einfachen Matrosen und Soldaten auf den damaligen Kriegsschiffen war hart, entbehrungsreich und gefährlich. In den Antillen starben im 18Jh. etwa gleichviele Seeleute an Tropenkrankheiten, wie an den Folgen der Seeschlachten. Die medizinische Versorgung war schlecht und klingt eher nach Gruselkabinett als nach wirklicher Medizin. So wurde gerne kräftig zur Ader gelassen, Quecksilber und Antimon verabreicht und wenn das alles nichts half, gab es immer noch den Rum evtl. vermischt mit Opium als letzte Arznei. Ein Junge aus ärmlichen Verhältnissen trat mit etwa 12 Jahren als Schiffsjunge in die Seedienste seiner königlichen Majestät ein. Ein Sohn aus einer reichen oder aristokratischen Familie nach Abschluss der Seekadettenausbildung als Fähnrich zwei oder drei Jahre älter. In der heutigen Zeit würde wohl niemand mehr diesen Dienst unter solchen Bedingungen antreten wollen.
Nach dem Museumsbesuch geht es noch kurz zum Einkaufen und dann wieder zurück zum Dinghi. Eigenartig nach so zweidritteln der Fahrtdistanz zur Santjana vergeht dem Aussenborder auf einmal die Lust, dabei habe ich doch heute Morgen extra noch Benzin nachgefüllt…. Wir schaffen es grad noch rechtzeitig zur Santjana bevor der Aussenborder nicht mehr will.
Wieso ist eigentlich der rechte Schwimmer so weich? Irgendwie geht dem wohl die Luft aus. Ich springe schnell ins Wasser, richtig, da blubbert es fröhlich vor sich hin. Also schnell den AB abmontiert und das Dinghi mit dem Spifall aufs Vordeck gezogen, die Reparatur kann beginnen. Der rechte Schwimmer hat einen ca. 2cm langen kleinen Schnitt, vermutlich durch eine Scherbe oder ähnliches. Gut haben wir Flickzeug dabei.

 

Mittwoch, 28.03.2018 – Falmouth Harbour (Antigua)

 

Morgens um halb fünf weckt mich Doris ihr Handy sei so heiss und das Display zeige eine sehr merkwürdige Anzeige. Tatsächlich das Handy ist sehr heiss, der Ladestecker blinkt wegen Überlast, die Anzeige zeigt irgendeinen Download an, merkwürdig. Ausschalten lässt sich das Handy auch nicht wie gewohnt mit der On/Off-Taste. Kurz mal bei Dr. Google nachgeschaut, offenbar ein Problem, das schon bekannt ist. Kurz darauf kann ich das Handy wieder neu starten und siehe da, es kühlt sich auch wieder ab. Schnell wieder in die Heia. Es zeigen sich schon die ersten Dämmerungszeichen am Himmel.
Ich erwache, weil dauernd kleine Wellen ans Heck schlagen. Komisch, fahren heute so viele Boote an uns vorbei? Als ich draussen nachschaue, staune ich nicht schlecht. Alle Boote um uns herum liegen mit dem Bug im Wind vor Anker, nur die Santjana liegt genau 180 Grad verkehrt mit dem Heck zum Wind. Nach etwas Kratzen am Kopf wird uns auch klar wieso das Ganze. In der Nacht muss es unsere Ankerboje, die wir zur Markierung unseres Ankers gesetzt haben, unter dem Boot durchgezogen und irgendwo verklemmt haben. Unser Liegenachbar ruft uns das Gleiche auch zu, da wird uns erst klar, dass wir beide nackt auf dem Vorschiff stehen, inmitten all der Boote rund herum….

 

Ich springe kurz ins Wasser uns siehe da, an unserem Ruderblatt hängt tatsächlich die blöde Boje. Beim Versuch die Boje wieder auszufädeln zerkratze ich mir heftig meine rechte Körperseite. Das merke ich aber erst, als ich nach dem unfreiwilligen Bad kurz mit Süsswasser dusche, äääächzzz, das brennt wie Hölle, schlimmer als ein frisches Tattoo unter einer heissen Dusche. Ob derlei Strapazen begebe ich mich mit Solarcaine eingekremt erstmal wieder in meine Heia. An den aufgekratzten Stellen bilden sich pustlige Flecken, die höllisch brennen, ich bin doch nicht an eine Qualle geraten?!
So kann es gehen, das statt des geplanten Tagesprogram, plötzlich ein ganz anderer Tagesablauf seinen Lauf nimmt.

 

Donnerstag, 29.03.2018 – Falmouth Harbour (Antigua)

 

Am Morgen ist trübes Wetter hier. Immer wieder künden Böen die nächste Squall an, dann giesst es zehn Minuten wie aus Kübeln, nur um einige Zeit später das ganze Spektakel zu wiederholen. Immerhin bei angenehmen 26 Grad Lufttemperatur. In der Schweiz dürften sie nur von so hohen Temperaturen träumen, zumal in der Schweiz über Ostern Regen angesagt ist.
Der Aussenborder zickt noch immer, immerhin kommen wir in einem Zug an Land, ohne Motor-Aussetzer. Wir müssen wieder einmal einkaufen, morgen ist Karfreitag und alles wird vermutlich geschlossen sein hier.
Immerhin bessert sich das Wetter gegen Abend, sodass wir unseren Sundowner bei den letzten Sonnenstrahlen im Cockpit geniessen können. Zum Z’Nacht gibt es einen gemischten Salat und danach sehr feine Ravioli an einer noch feineren selbstgemachten Sauce.

 

Karfreitag, 30.3.2018 – Falmouth Harbour (Antigua)

Mit einem Osterbrunch an Bord starten wir in den Karfreitag. Im Gegensatz zu gestern blicken wir in einen azurblauen, wolkenlosen Himmel, gerade richtig zu Ostern. Anschliessend geht’s rüber ins «Skullduggery», der Blog will wieder einmal aktualisiert werden. Cheers!