Donnerstag, 1.2.2018

 

Um ca. 09.00 lichten wir unseren Anker, der uns die letzten paar Tage sicher gehalten hat, trotz 25+ kn Wind und noch stärkeren Böen.
Nur unter Genua nehmen wir Kurs auf den Diamant- Rock, einem sehr markanten Felsklotz vor der Südküste von Martinique. Es ist wirklich Segeln vom feinsten, nur unter Genua, ablandiger Wind um die 20 kn, nur geringe Welle, einfach super.
Wir fahren durch die Lücke zwischen Diamant Rock und dem «Festland», was ja eigentlich auch eine Insel ist. Die Küste ist stark bewachsen, überall grün und sehr abwechslungsreich.
Eigentlich wollen wir hoch bis nach Trois Islet, einem kleinen Dorf das in der Bucht vor Fort-de-France liegt. Als wir aber dort um die Ecke biegen pfeift es uns sehr unfreundlich ins Gesicht und bereits steht eine unangenehme Welle in unseren voraussichtlichen Ankerplatz. Daher entschliessen wir uns in die Bucht Anse d’Arlet zurückzukehren, einer kleinen, aber sehr idyllischen Bucht. Als ich gerade den Anker hinunterlassen will, taucht direkt vor unserem Bug eine Meerschildkröte auf und blinzelt mich an. Noch zweimal hebt sie ihren Kopf, dann taucht sie seitlich weg und ist verschwunden.
Hier finden wir erst wenige andere Boote vor, es werden aber immer mehr in den Stunden vor Sonnen Untergang. Es ist abwechslungsreich, im Cockpit bei einem Planteur zu sitzen und den diversen Ankertechniken der ankommenden Crews zuzuschauen. Ein Schwede zeigt Ausdauer und bringt es insgesamt auf sechs Anläufe, bis er schliesslich zufrieden ist. Ein Katamaran sucht auch verzweifelt nach einem guten Ankerplatz, nach fünf Anläufen ankert er genau achterlich von uns, natürlich liegt er mit seinem UFO genau vor dem Sonnenuntergang. Sehr ärgerlich, zumal die Sonne ausnahmsweise mal ohne die obligate Wolkenbank am Horizont untergeht.

 

Freitag, 2.2.2018

 

Die ganze Nacht hat es geblasen, trotz Wettervorhersage mit abnehmendem Wind. Wenigsten werden wir von einer strahlenden Sonne im blauen Himmel geweckt, völlig ohne die üblicherweise mehr oder weniger dichten Wolken, die herum geschoben werden.
Während wir gemütlich im Cockpit am Frühstück sitzen, kommt ein riesiger Fünfmaster um die Landzunge gefahren und wirft einige hundert Meter von uns entfernt Anker. Leider liegt wieder das blöde UFO von gestern genau vor dem Fünfmaster und versaut die ganze Aussicht. Nur gut schwoit die Santjana stark hin und her und ermöglicht so hin und wieder die Sicht auf den stolzen Segler.

 

Samstag, 3.2.2018

 

Nach einem gemütlichen Brunch im Sonnenschein bei angenehmen 25 Grad lichten wir den Anker und fahren um die die Südspitze der Halbinsel nach Point de Bout. Eigentlich wollen wir nochmals einen Anlauf nehmen und bis Trois Islet weiter. Aber der Wind bläst wieder voll in die Ankerbucht und würde uns eine sehr unruhige Nacht bescheren. Daher kehren wir kurzer Hand um und fahren die Küste zurück an der Anse d’Arlet vorbei in Richtung Sainte Anne. Kurz nach der Anse d’Arlet treffen wir auf die «Ellen», die auch die ARC 2017 mit uns bestritten haben. Zuerst über Funk, dann auf dem Meer halten wir ein kurzes Schwätzchen über «woher», «wohin», was habt ihr gemacht, etc. Dann laufen sie die Anse d’Arlet an und wir machen uns wieder weiter auf den Weg Richtung Sainte Anne, wo wir einen guten Ankerplatz erwischen in vorderster Front.

 

Sonntag, 4.2.2018

Wieder einmal gibt es spritzig-nasse Fahrt zum Dinghi- Dock von Sainte Anne, aber kein Problem, die nassen Shorts und T-Shirts trocknen jeweils sehr schnell. Im «Trois Rivières» wird offensichtlich eine Disco- Night vorbereitet, grosse Lautsprecher und riesen Trommeln werden ins lokal gestellt und die Musikanlage wird eingepegelt. Leider weniger meine Musik. Draussen schwirren bereits die Möchtegern- Discoqueens herum, eine meint sie sei schöner als die andere. Gut können wir dem ganzen Treiben nach unserem kleinen Einkauf wieder den Rücken kehren.
Unser Windgenerator hat eine Panne und liefert keinen Strom mehr, dafür dreht er in den Böen extrem in der Tourenzahl hoch, so dass ich ihn zwischenzeitlich blockiere, bis wir in der Marina sind um nachzusehen.

 

Montag, 5.2.2018 - Sainte Anne

 

Badetag an Bord

 

Dienstag, Mittwoch, 6./7.2.2018 – Sainte Anne

 

Windig, wellig, wir hatten keinen Bock das Dinghi klar zu machen und eine weitere rumplig-nasse Fahrt an Land zu unternehmen. Den Bordkoller vertreiben wir uns einmal mehr mit Lesen. Gut gibt es mittlerweile e-books, die man einfacher speichern kann. Wir müssten sonst ein grösseres Boot anschaffen, um die bis dato angesammelte Bibliothek unterbringen zu können.

 

Donnerstag, 8.2.2018

 

Wir haben ab heute nochmals einen Platz in der Marina reserviert. Wir lichten kurz nach Zwölf unseren Anker und machen uns auf die stündige Fahrt zur Marina. Auf meinen fünften Anruf via Funk innerhalb von 20 Minuten gibt man mir erstmal kurz angebunden Antwort, ich solle mich gedulden.

 

Nach zwei Stunden bringt uns der Hafenkapitän dann doch noch zu einem Platz am Steg. Als wir grad in den Platz fahren, drückt uns der Wind etwas zur Seite. Doris greift kurz an die Relingsstütze des roten Nachbarbootes aus Venedig, da schiesst der Eigner wie eine Furie aus seinem Cockpit und scheisst uns so was von zusammen. Was wir doch für A-Löcher seien, dann folgt eine weitere Aufzählung extrem vulgärer Ausdrücke einer Gossensprache, dass wir nur noch staunen können.
Auf die Frage an den Hafenkapitän, ob er uns anderswo unterbringen könne, reagiert dieser sehr unwirsch und unfreundlich. Wir werfen daher kurzerhand unsere Leinen wieder los und drehen der ungastlichen Marina Le Marin den Rücken zu. So nicht! So freundlich die Damen an der Reception sei mögen, so unfreundlich und arrogant benehmen sich die Typen, die den ankommenden Booten den Platz zuweisen. Keine Ahnung worauf sich diese Typen etwas einbilden, aber Gastfreundlich respektive Kundenfreundlich ist etwas ganz anderes.
Wir fahren ziemlich verärgert wieder nach Sainte Anne, um dort wieder zu ankern.

 

Freitag, 9.2.2018 – Sainte Anne

 

Badetag, in einer Pause, wo der Wind etwas nachlässt fahren in Land um einzukaufen. Danach bläst es wieder aus vollem Rohr. Allerdings gibt es immer wieder etwas zu sehen, so dass es uns nicht langweilig wird. Es ist ein stetiges Kommen und Gehen und die diversen Ankermanöver sind öfters mal eine «Augenweide». Hin d wieder kommt eine Meerschildkröte vorbei, leider haben wir es bis jetzt nicht fertiggebracht, ein gutes Foto von einer Meerschildkröte zu schiessen.

 

Samstag, 10.2.2018 – Sainte nach Anse d’Arlet

 

Wir verlassen Sainte Anne am Vormittag und fahren zur Anse d’Arlet, wo wir wieder ankern. Der Wind hat nochmals zugelegt. Er schiesst in Böen aus dem Tal vor uns hinaus aufs Wasser, wo wir bis zu 38kn (!) messen. Die Santjana schwoit kräftig hin und her, wir haben manchmal das Gefühl in einem Karussell zu sitzen und nicht in einem Boot am Anker.

 

Sontag, 11.2.2108 – Anse d’Arlet

 

Heute hatten wir eigentlich vor weiter nach Tros Islet zu fahren. Aber bei dem kräftigen und stark böigen Nordost macht dieses Vorhaben wenig Sinn. Der Ankerplatz dort wäre noch unruhiger als hier, wo wir trotz allem gut geschützt sind und die schöne Bucht mit dem Dorf dahinter geniessen können.

 

Montag, 12.2.2018 – Anse d’Arlet nach Sainte Pierre

 

Das Wasser wird langsam knapp, daher wollen wir auf dem Weg nach Sainte Pierre noch kurz in einer Marina bei Fort-de-France anlegen zum Wasser tanken. Als wir in die Bucht vor Fort-de-France einbiegen, bläst es uns ähnlich rau ins Gesicht, wie letztes Mal, als wir nach Trois Islet hochfuhren. Dazu steht eine rechte Welle gegen an, die immer wieder Wasser übers Deck schickt, das bis nach hinten ins Cockpit fliegt. Wehe, wer sich dann nicht ganz schnell hinter die Sprayhood duckt. Bei den Windverhältnissen entschliessen wir uns, weiter zu fahren und nicht zu tanken. Wir müssen dann halt etwas mehr sparen in unserem Wasserhaushalt, zurzeit haben wir noch ca. 80 Liter in unseren Tanks. Dafür erhalten wir andauernd Wasser von oben. Eine Squall nach der anderen zieht über uns hinweg und lässt Sturzbäche von Wasser herunter. Nach 4 oder 5 Minuten ist der Spuck vorbei und die Sonne kommt wieder für einige Minuten hindurch. Dann segelt die nächste grosse, graue, dicke Wolke heran und das Ganze wiederholt. Auf dem Weg nach Sainte Pierre kommen wir in den Genuss von einigen Duschen.
In Sainte Pierre können wir bei Sonnenschein unseren Anker werfen, obwohl erst kurz vorher ein Regenguss vor unserem Bug durchgezogen ist. Der Vulkan Pélée oberhalb hat sich in einen dicken Wolkenkragen gehüllt, seine Gestalt lässt sich nur erahnen. Vor dem Pier ist eine grosse Fläche mit Bojen markiert, wo man nicht ankern darf. Hier liegen die vielen Schiffe auf dem Grund, die beim Vulkanausbruch vor über hundert Jahren untergingen.
Wir machen unser Dinghi klar, wir wollen kurz an Land und das örtliche Museum besuchen. Alle Geschäfte sind geschlossen. Immerhin ist die Bar «Alsace de Kay» geöffnet, hier können wir ausklarieren, da wir voraussichtlich am 14. Februar Martinique verlassen werden. Da alles geschlossen hat heute verlassen wir das triste Städtchen wieder. Heute ist Rosenmontag und die Bewohner bereiten sich auf den Karnevalsumzug vor, lautstark mit Powerdiscogedröhn zieht ein Tanzgefährt mehrere Male durch die beiden Strassen der Stadt hinauf und hinunter. Dazu lässt irgendein «Tro…» völlig hirnlos den Motor seiner Rostlaube aufheulen und verbreitet so noch zusätzlich einen Höllenlärm. Kurz nach Acht ist der Umzug zu Ende, einzig der «Hirnlose» heult und knattert noch eine gute Stunde weiter.

 

Dienstag, 13.2.2018 – Saint Pierre

 

Der Karneval in Saint Pierre geht heute weiter, alles ist immer noch geschlossen, selbst das Museum, das wir eigentlich besuchen wollten. Ansonsten finden wir nicht sehr viel Sehenswertes in Saint Pierre. Es regnet auch immer wieder, alles in allem ein sehr regnerischer Tag. Nur gut haben wir uns bereits gestern für den 14. Februar ausklariert.

 

Mittwoch, 14.2.2108 – Saint Pierre – Dominica

 

Wir lichten gegen zehn Uhr unseren Anker und fahren der Küste von Martinique weiter entlang ans Nordende der Insel. An der Nordspitze pfeift es uns dann mit ruppigen 38 Knoten ins Gesicht und die rollende Dünung schickt ihr Spritzwasser bis ins Cockpit. Es wird eine unruhige und zähe Sache bis wir endlich in der Abdeckung von Dominica wieder auf etwas ruhigeres Wasser treffen.
Entlang der Westküste von Dominica können wir die schlimmen Spuren der Hurricanes von 2017 sehen. Ganze Bergkämme wurden quasi geschält und die Bäume entwurzelt und umgeworfen, als ob ein riesiger stählerner Besen quer über die Insel geschleift wurde. Wir sehen auch nur wenig Licht in den Städten und Dörfern entlang der Küste. Am Nordende von Dominica pfeift es wieder mit 40 Knoten aus der Richtung in die wir eigentlich wollen. Ganz entgegen der Wettervorhersage wo der Wind bereits am Nachmittag stark zurückgegangen sein sollte. Gerade kommt wieder eine Böe daher, als plötzlich unser Motor stottert und stehen bleibt. Ausgerechnet jetzt in der Nacht und bei dem Wind! Nach einigen Checks und Versuchen springt der Motor wieder an. Wir kehren dann wieder um und fahren wieder nach Süden, um etwas Zeit totzuschlagen, in der Hoffnung, dass der Wind nachlässt bis zum Tagesanbruch. Nach drei Stunden drehen wir wieder nach Norden um. An der Nordspitze von Dominica ist der Wind mittlerweile etwas weniger stark, es bläst aber immer noch mit guten 30 Knoten, die Dünung ist auch nicht wirklich weniger geworden. Das wird eine weitere ruppige Fahrt nach Guadeloupe (Pointe-au-Pitre). Als wir dann endlich die Insel Marie Galante querab haben, lässt wenigstens die Welle etwas nach. Um ca. 16.00 fahren wir dann endlich in die Marina Gosier auf Guadeloupe ein. Nach zweitägigem Gerumpel sind wir froh endlich in aller Ruhe schlafen zu können.

Endlich, nach 6 Wochen duschen mit KALT-Wasser, geniessen wir das warme Wasser in unseren Duschen ausgiebig!

 

Donnerstag, 16.2.2018 – Marina Gosier Guadeloupe

 

Wir streifen etwas in der Marina umher, damit wir wieder einen Überblick haben, wo was zu finden ist. Lebensmittelgeschäft, Bäckerei und einige Restaurants sowie ein Geschäft für Schiffszubehör, dazu einige nette Restaurants und Bars nett um zwei grosse Hafenbecken angelegt. An allem nagt der Zahn der Zeit, immerhin wird auch einiges renoviert. Dann mache ich an den Windgenerator, der vor einiger Zeit den Geist aufgegeben hat und nur noch mit Geknarze auf den Wind reagiert, der ihn eigentlich antreiben sollte.  Gar nicht so einfach, den beinahe 9kg schweren Windgenerator von unserem Träger am Heck herunter zu bekommen. Die Windmaschine hat uns sehr gute Dienste geleistet, nach bald 13 Jahren Einsatz ist sie aber am Ende ihr Lebenszyklus angelangt und muss ersetzt werden. Die Montageplatte ist bereits stark korrodiert du wird im gleichen Zug abgeschliffen und mit Korrosionsschutz gestrichen.
Den Sundowner geniessen wir in der Bar neben der Capitainerie, wir verabschieden die Sonne mit einem "Planteur" und geniessen den Blick über die Marina und die dahinterliegende Bucht mit den ankernden Booten.

 

Freitag, 17.2.2018 -  Marina Gosier Guadeloupe
Heute besuchen wir das Memorial ACTe, das Karibische Zentrum des Ausdrucks und Gedenkens an den Sklavenhandel und die Sklaverei. Das Zentrum wurde am 10.Mai 2015 durch den französischen Staatspräsidenten eingeweiht. Hier werden wir über diesen Teil der Geschichte aufgeklärt, aus welcher eines der grössten menschlichen und Gesellschaftlichen Traumata der neueren Geschichte entstand. Eine permanente Ausstellung von ca. 1700m2 zeigt die Geschichte der Sklaverei von der Antike bis zur Neuzeit. Der Besucher wird durch 37 Exponate zusammengefasst zu 6 Gruppen mit Hilfe eines Audioführers hindurch geführt und die Geschichte der Sklaverei insbesondere in der Karibik erklärt. Das Memorial ACTe dient aber auch als Kongresszentrum mit diversen Sälen und bietet mit der sehr modernen Architektur einen würdigen Rahmen.
Wir sind tief beeindruckt von dem was wir gesehen und gehört haben und auf dem Heimweg hängen wir unseren Gedanken nach, während wir den ca. 30 minütigen Fussmarsch zurück in die Marina unter die Füsse nehmen.
Den eindrücklichen Tag lassen wir bei einem feinen Raclette an Bord ausklingen.

 

Samstag, 18.2.2018 - Marina Gosier Guadeloupe

 

Das Wetter spielt heute wieder einmal mehr nicht so mit, es regnet immer wieder, so dass unsere e-books wieder einmal herhalten müssen. Auch so vergeht die Zeit.

 

Sonntag, 19.2.2018 - Marina Gosier Guadeloupe

 

Heute ist Waschtag, in einer längeren Regenpause trocknet sogar die Wäsche. Ich bin derweil wieder mit Schleifen und Malen beschäftigt und das am Sonntag. Im Bretonischen Restaurant am Quai werden wir an die Zeit in der Bretagne erinnert. Wie lange ist das doch schon her, vor über einem Jahr sind wir für drei Monate in die Bretagne ausgewandert und haben dort eine arbeitsintensive aber sehr inspirierende Zeit verbracht.

 

Montag, 20.2.2018 - Marina Gosier Guadeloupe

Ein Spaziergang von ca. 30 Minuten bringt uns zum Aquarium von Pointe-au-Pitre. Hier können wir die Unterwasser Flora und Fauna bewundern, die rund um diese Insel zu finden ist. Die gezeigten Fische sind wunderschön und er der Besuch wirklich sehr interessant, aber einmal mehr zeigt sich, dass der Mensch mit dieser Schönheit nicht umgehen kann oder will. 85% (!) der lokalen Korallen in den Riffs um Guadeloupe sind bereits abgestorben, wegen der Verschmutzung, Klimaerwärmung und anderen Eingriffen des Menschen. Hinzu kommt die extreme Überfischung dieser Gewässer. Wenn das so weitergeht, wird es unter Wasser nichts mehr zu sehen geben als eine tote, leere Landschaft.
Wer soll dann noch diese Insel besuchen, um was anschauen zu können.

Wieder an Bord stellen wir fest, dass der Abfluss des Lavabos verstopft ist. Ich verbringe einige Zeit mit Klempnerei, bis das Wasser endlich wieder normal abläuft. Das Wesentliche dabei ist immer wieder, wie hilft man sich mit den Mitteln an Bord, wenn grad DAS Werkzeug, das man eigentlich bräuchte, eben nicht zur Hand ist.

 

Dienstag, 21.2.2018 - Marina Gosier Guadeloupe

 

Wir besuchen das Städtchen Pointe-au-Pitre. Zuerst führt uns der Weg durch «Le Carenage» einem historischen Stadtteil von Pointe-au-Pitre. Leider sind die alten Häuser völlig heruntergekommen und verlottert, man hat den Eindruck durch irgendwelche Armenviertel in Afrika zu laufen. Am Place de la Victoire angekommen schlendern wir durch den kleinen lokalen Markt. Farbenfroh liegen hier viele lokale Früchte und Gemüse auf den Verkaufstischen. Leider kommt bereits das nächste Wasserfass am Himmel daher, dass genau über uns ausgekippt wird. Es giesst in Strömen, so dass wir unter einem Dachvorsprung Deckung suchen. Neben uns reklamiert eine alte Frau, weil ihr die Schutzsuchenden anscheinend das Tagesgeschäft vermiesen. Sehr unfreundlich und laut macht das Marktweib ihrem Ärger Luft. Sie scheint nicht zu bemerken, dass die vorbeieilenden Lete bei diesem Schietwetter andere Prioritäten haben, als ihre Gewürze zu begutachten. Als dann eine Touristin daneben noch erdreistet eine zu rauchen, ist der Ofen vollends aus. Die Alte macht ein Riesengeschrei, ich verstehe nur «fumer», «Police», alles andere verschwindet im lokalen Patois.
Mein schwizerdütsches «jetzt gib aber ändli mal Rueh» verbessert ihr Stimmung auch nicht wirklich.
Wir drehen der garstigen Alten den Rücken zu und gehen rund um den Place de la Victoire. Es gibt nicht wirklich Spezielles oder anderweitig auffallendes hier. Wir fragen uns was all die Touristen hier in dieser Stadt machen, gestern haben hier zwei grosse Cruise ships am Quai gelegen ….
Ernüchtert und etwas konsterniert machen wir uns wieder auf den Heimweg, von diesem Ausflug in die «Stadt» haben wir uns wirklich mehr erhofft…..

Auch das Wetter macht uns wieder einen Strich durch unsere Absichten. Alle halbe Stunde giesst es Sintflutartig vom Himmel. Wehe dem, der nicht schleunigst einen trockenen Platz zum unterstehen findet. Innerhalb von Sekunden ist man vollständig durchnässt. Am Nachmittag wollen wir noch einmal frisches Gemüse, Milchprodukte etc. einkaufen und finden ganze Gestelle einfach nur leer vor. Der Anblick erinnert uns an unsere ersten Ferien im damaligen Jugoslawien, wo wir an einem Tag Kartoffeln, am nächsten Tag Tomaten und am dritten Tag dann Fleisch kaufen konnten, eine sehr schwierige Menüwahl ... Beladen mit Wasser und anderen Einkäufen betreten wir gerade den Ponton, als wir in eine richtige Dusche geraten. Die schwarze Wolke ist zwar noch nicht über uns, dennoch giesst es in Strömen. Wir versuchen die Baguettes einigermassen trocken an Bord zu bringen, aber der Rest ist vollständig durchnässt, inkl. wir beide.
Auch wenn wir "plotschnass" sind, ist es immerhin angenehme 27 Grad warm, kein Vergleich zu den Temperaturen in der Schweiz, wo der Winter immer noch sein eisiges Regime führt!

Mittwoch, 22.02.2018 - Marina Gosier, Guadeloupe

Heute ist "Administration" angesagt, leider auch während eines Langzeittörns immer eine wiederkehrende und leidige Sache. Blog updaten, leider können wir mit diesem Internet Zugriff nur Text, aber keine Fotos hochladen. Es herrscht Internet Steinzeit.....

Versicherungen, etc,.... etc

Sonntag, 25.02.2018 Pointe-au-Pitre – Schildkrötenbucht

Am Sonntag meint es das Wetter wieder gut, der Wind ist zurück auf 20kn und die Wellen sind auch moderater geworden. Obwohl es schüttelt uns beim entlangfahren von Basse- Terre von Guadeloupe doch schon noch recht durch. Erst als wir am Pte du Vieux-Fort wieder nach Norden abdrehen können und im Lee der Westküste von Guadeloupe entlangfahren, beruhigt sich das Meer. Hinter uns liegen die Iles des Saintes, die wir auch noch besuchen wollen.
Heute geht es aber einmal der Westküste hinauf Richtung Norden. Der erste Ankerplatz bei Basse-Terre macht weniger an. Erst ist zwar gut geschützt im Lee eines Bergrückens, aber die ehemalige Kiesgrube über dem Ankerplatz ist doch nicht wirklich der malerische Hintergrund den wir uns erhofften. Weiter geht es zur nächsten Bucht einige Meilen weiter an der Pidgeon Bay. Die Bucht liegt hinter einer Insel gut geschützt und soll sogar Sandstrand haben. Beim Näherkommen entdecken wir noch eine kliere Bucht etwas südlich am Rand von Bouillante, einem kleinen Dorf. Sieht auch nicht schlecht aus, ist gut geschützt du der Ankergrund sollte auch ok sein. Aber da es hier keine Strandbars und Shops hat wie in der Pigdeon-Bay liegt hier erst ein Boot vor Anker. Als wir dann um die nächste Huk biegen liegt Pigdeon-Bay direkt vor uns. Ein Wald von Masten tut sich auf, das wird schwierig werden einen ruhigen Platz zu finden, ohne dass man zu sehr in Tuchfühlung mit den Nachbarliegern kommt. Kurz entschlossen drehen wir wieder um und fahren zurück in die kleine Bucht bei Bouillante, wo unser Anker kurze Zeit später über 6m Sandgrund fällt. An der Küste sehen wir dichten Wald, unterbrochen von einigen Hütten, viele Palmen, das ist schon eher Karibik, wie wir es lieben. Der Ankerplatz ist ruhig, das wird wieder einmal eine ruhige Nacht vor Anker werden.
Nach der riesigen Avocado mit Crevetten an Bord ist unser Hunger mehr als gestillt. Es wird schnell Dunkel draussen und die Nacht kommt. Allerdings dämmert es jetzt bereits erst um halb sieben. Die Dämmerung ist allerdings in diesen Breiten extrem kurz. Der Wind schläft immer mehr ein und wir hören sogar die Zikaden an Land mit ihrem Gute- Nacht- Ständchen. Noch etwas lesen, dann sind wir reif für die Koje.

 

Montag 26.02.2018

 

Die Gasflasche hat ihren Geist aufgegeben und muss gewechselt werden. Es ist bereits angenehm heiss. Kein Vergleich zu den sibirischen Temperaturen in der Schweiz. Um Neun sind hier bereits gute 26 Grad, gerade richtig zum Baden. Immer wieder sehen wir Meerschildkröten, die um unser Boot herum paddeln, allerdings leider in sicherer Distanz. Immer wieder kommen sie an die Oberfläche um drei-viermal Luft zu holen, dann verschwinden sie wieder in die Tiefe, wohl um zu fressen. Die Petrollampe, mit der ich mich gestern herumärgerte funzt jetzt auch zu meiner Zufriedenheit. Probieren geht manchmal doch über studieren! Jetzt ist es Zeit für ein Shandy, das Schreiben macht durstig….

Dienstag, 27.02.2018 – Baje de Boulliante (Schildkrötenbucht)
Ein trüber Tag, immer wieder kommen Regenwolken von der Nordseite von Guadeloupe über die Bergkette der Insel und entleeren sich über uns. Insgesamt ein kühler, unfreundlicher Tag, gut, haben wir einen ordentlichen Vorrat an e-Books auf unseren Tablets.

 

Mittwoch, 28.02.2018 – Baje de Bouillante – Bourg (Iles des Saintes)
Kurz nach Neun versuchen wir unseren Anker zu lichten, über Nacht war es praktisch windstill und die Leine unserer Ankerboje hat sich um die Ankerkette vertörnt. Um die Santjana schwimmt ein gutes Dutzend Quallen, weiss-grau mit vier violetten Punkten. Leider haben meine Nachforschungen im Internet nichts ergeben, wie die Tiere heissen und wie giftig sie sind.
An der Südspitze von Guadeloupe beim Leuchtturm Vieux-Fort kommen wir wieder in die Dünung des Atlantiks, Spritzwasser kommt über und die Fahrt wird einiges ruppiger, im Vergleich zu der ruhigen Segelei entlang der Westküste von Guadeloupe. Wir laufen die Bucht bei Terre-de-Haut an, von weitem sehen wir dort bereits viele Boote, die teils vor Anker, teils an Bojen festgemacht sind. Wir machen eine leere Boje aus, beim näherkommen stellen wir allerdings fest, das daran eine weitere Boje mit der Aufschrift «Privee» jeden weiteren Annäherungsversuch verhindern soll. Da löst aber grad ein anderer Segler seine Leinen von der Boje Nr. 52 und fährt weg, nichts wie hin und die Boje krallen. Kaum sind wir fest an der Boje kommen auch schon andere Boote herbei, die mitbekommen haben, dass es hier eine freie Boje gibt. Äääätsch, diesmal hatten wir Glück! Kaum zu glauben, dass das Ganze hier noch ohne Reservation, nur nach «first comes, first serves» funktioniert. Wir machen das Dinghi klar und fahren zum Steg von Bourg, bummeln kurz die Strasse mit den bunten Hausfassaden auf und ab und lassen uns zuletzt zu einem grossen «Planteur» im Corail Bleu nieder, gerade richtig zum Sundowner.