Donnerstag, 2.11.2017 Las Palmas

 

Die Vorbereitungen beginnen:

 

-          Vorhangstoff beschaffen für die Moskitonetze

 

-          Doris braucht eine neue Nähmaschine, da die alte zeitweise streikt

 

-          Santjana wird Vorschriftsgemäss mit ihrem Flaggensatz über die Toppen geflaggt

 

-          Bilgenpume ist eingetroffen, Einbau kommt auch noch

 

-          Jörg von SSB Yachtfunk erwischt uns endlich mal auf dem Boot (Entschuldigung nochmal Jöerg) und checke unsere KW- Funkanlage

 

-          Licht am Rettungsring ersetzen

Doris erstellt einen Menuplan für die drei Wochen Überfahrt, damit wir dann Anhand des Plan unsere Einkaufsliste vorbereiten können

 

Freitag, 3.11.2017 Las Palmas

 

-          Dank Jörgs Hilfe funktioniert unsere KW- Anlage jetzt und wir können E-Mails verschicken.

 

-          Bullenstander neu einziehen, damit wir beim Vorwindsegeln den Baumsichern können.

 

-          Abschiedsparty für die ARC+ Teilnehmer und Welcome Party für die ARC Teilnehmer wie wir.

Dafür lassen wir zwei T-Shirts mit Crew Logo drucken. Wir geniessen die feinen Tapas, die serviert werden, können mit dem einen oder naderen ARC Teilnehmer plaudern. Dazwischen heizt die Live – Rockband den Seglern ordentlich ein. Die Heimkehr von der Party wird durch einen Platzregen unterbrochen, den Regen warten wir lieber in der Sailors Bay ab.

 

Samstag, 4.11.2017 Las Palmas

 

-          Ersatzbrillen in der Stadt abholen

 

-          Die Nähmaschine für Doris ist auch eingetroffen, somit ist Doris bestens für ihre Näharbeiten gerüstet.

 

-          Die bestellten Seekarten sind bisher nicht geliefert worden, die Suche gestaltet sich umständlich

 

-          Unser Stauraum wird aufgeräumt und für die Überfahrt vorbereitet

 

-          Das neue Man over Board Module wird an der Reling montiert

 

-          Wir können heute beim ARC Office einchecken, ein ARC Mitarbeiter führt uns durch die Unterlagen und gibt uns zusätzliche Information. Das alles in einer sehr freundlichen und entspannten Atmosphäre

 

-          Der Sicherheits-Check findet am Montag Nachmittag statt, da sind wir schon sehr gespannt, wie das ablaufen wird.

Das Telefon mit Nicolai macht uns grosse Freude, es ist immer wieder schön seine Stimme zu hören und einander nah zu sein, wenn auch eine grosse geografische Distanz zwischen uns liegt.

 

Sonntag, 5.11.2017 Las Palmas

 

Wir verfolgen die Startvorbereitungen der ARC+ Flotte, unter denen auch unsere Stegnachbarn mit der “Twenty-Twenty” Wir sehen zu, wie die Boote sich allmählich vor der Startlinie einfinden. Punkt 13.00 ertönt das Startsignal und die Yachten verlassen den Hafenbereich von Las Palmas. Ein seltsames Gefühl beschleicht uns beide, in 14 Tagen ist es auch bei uns soweit. Wie es wohl wird’ Wie das Wetter wohl sein wird? Gedanken jagen durch den Kopf. Später erfahren wir in den ARC News dass “Twenty-Twenty” nach einer Stunde bereits einen Fisch gefangen haben. Also verhungern werden die beiden sicher nicht, auch wenn ihr Autopilot nach einiger Zeit den Dienst quittiert. Uuuuuupppppsss, hoffentlich hält der unsere durch!

 

Montag, 6.11.2017 Las Palmas

 

Heute findet der ARC- Sicherheitscheck statt. Nach dem Frühstück legen wir die notwendigen Sicherheitsmittel bereit. Notpinne,Inhalt des Grabbag wie Wasservorrat, Notration etc. Um halbvier kommt der ARC Experte Wilhelm Greiff zu uns und arbeitet sich mit uns Punkt für Punkt durch die Checkliste. Zwei kleinere Punkte werden von ihm beanstandet, die wir aber in der kommenden Tagen noch beseitigen können. Der Check ist sehr professionell und dennoch können wir unsere gegenseitigen Erfahrungen austauschen. Wobei wir “Newcomer” natürlich nicht ganz so viele Seemeilen in unserm Kielwasser haben, wie Wilhelm.

 

Dienstag, 7.11.2017 Las Palmas

 

-          Vorbereitungen, wie UV- Schutz an der kleinen Fock (Biskaya) nachnähen etc

 

 

 

Mittwoch, 8.11.2017 Inselrundfahrt mit Mietauto

 

Nach Neun können wir unseren fahrbaren Untersatz für heute abholen. Den Ibiza gibt es “leider” nicht, da die Vormieter den noch nicht zurückgebracht hätten. Der Ersatzwagen koste ja auch nur 10 EU mehr als der ursprüngliche Wagen. Dem sagt man “Upselling”…. Der Weg führt uns zuerst zur DISA Gas- Station, wo wir unsere Gasflasche auffüllen lassen wollen. Leider geht das nicht, da der Anschluss der französischen Flasche nicht an den Auffüllstutzen der spanischen Auffüllanlage passt – Protektionismus…. Dann geht es weiter zum spanischen Le Roy Merlin (Bauhaus) wo wir uns noch mit einigen Dingen eindecken. Um halb Zwölf können wir dann endlich mit unserer eigentlichen Inselrundfahrt starten.

 

Donnerstag, 9.11. – Donnerstag 15.11.2017

Die Tage sind angefüllt mit Vorbereitungsarbeiten am Boot, diversen Seminaren zu Themen wie Route und Wetter auf dem Atlantik auf der Überfahrt nach St. Lucia, Management von Notfällen auf See wie Riggbruch, Feuer, Man über Bord, etc.
Am Freitag 10. November sind wir unterwegs, um im Rahmen des ARC Aufforstungsprojektes Bäumchen zu Pflanzen. Die Teilnehmer pflanzen während dem Besuch der Gärtnerei ca 130 Bäumchen, was wir am Abend ordentlich merken. Das herumsteigen auf dem Hügel oberhalb von Los Castillos hat uns doch etwas geschlaucht

 

Am Samstag, 11.11.17 geniessen wir wieder einmal ein Abendessen mit Carpacchio Atuna und Sardinen in Essig (ähnlich Rollmops) und Spaghetti mit Lachsstreifen.

 

Sonntag 12.11.2017 findet die offizielle ARC Eröffnung statt mit der obligaten Flaggenparade. Ähnlich der Eröffnung bei den olympischen Spielen führt jeweils ein Fahnenträger die Gruppe der Teilnehmer an. Insgesamt nehmen am diesjährigen ARC Rallie 31 Nationen teil. Wir Schweizer bilden ein kleines, aber feines Grüppchen am Ende der Parade.

 

Am Montag machen wir nebst den Vorbereitungen auch noch unseren Einkauf an Langzeitlebensmitteln wie Konserven, Getränken usw. Insgesamt füllen wir drei grosse Einkaufswagen plus acht grosse Wasserbehälter. Zum Glück wird uns die ganze Fuhre direkt vors Boot gebracht.

 

Dienstag ist angefüllt mit weiteren Seminaren, daneben erledigen wir Arbeiten wie Moskitonetz für Cockpit nähen (Danke Doris und ihrer neuen Nähmaschine), die Blocks und Leinen zur Bedienung des Spibaums und des Bullenstanders werden eingeschoren. Doris klappert die Stadt ab, wegen Briefmarken und Schuhen, da ihre jetzigen sich im Auflösungsstadium befinden. Leider ist ihre Suche nicht erfolgreich, sie kehrt etwas ernüchtert zurück.

 

Am Mittwochmorgen 15.11.17 macht sich Doris auf die Suche nach einer Bank, die in der Lage ist Euros in US Dollars zu wechseln. Auch diese Suche gestaltet sich sehr zeitaufreibend, da offensichtlich “normale” Banken hier in Gran Canaria nicht berechtigt sind Fremdwährungen auszugeben. Nach längerer Suche und Fragerei finden wir dann dank Dr. Google einen Exchange, der uns die gewünschten Dollars aushändigen kann.
Ich fummle derweil an unserer Kühlschrankverkleidung herum, da der Kühlschrank wegen der warmen Temperaturen Kondenswasser produziert. Meine Suche nach einer Lösung ist leider nicht von Erfolg gekrönt. Wir werden die Schublade benutzen, um unseren Biervorrat zu verstauen. Dem macht das Wasser wenigstens nichts.

 

Der Abfahrtstermin vom 19.11.17 rückt unaufhaltsam näher. Wir erwachen jeweils bereits um 05.00 Morgen und dan beginnt das Kopfkino schon auf vollen Touren zu drehen:

 

Das muss ich noch erledigen ….
Oh, das habe ich noch vergesssen, wie soll ich das lösen ….
Was macht das Wetter? Wo kriege ich die Wetterkarten her?
Wie löse ich das Problem mit den Backstagen, wenn wir “goose-winged downwind segeln wollen”…
Ersatzkeilriemen für den Diesel fehlen noch …
Wie mache ich die Befestigung beim Moskitonetz …
Den Windpiloten (Selbststeuerung) muss ich noch in Betrieb nehmen …
Der Speedo (Geschwindigkeitsgeber) muss noch gereinigt werden …
Unter dem Kühlschrank tropft es immer noch, wo ist die Quelle dieses Übels …

 

Etc….

 

Es ist jeweils sehr schnell Sieben Uhr und bald Zeit aufzustehen und die Lösung zu den brennenden Fragen zu suchen und zu finden.

Dazwischen geniessen wir hin und wieder einen der vielen Sundowner zusammen mit den anderen Crews. Aber auch einmal nur wir beide gemeinsam im Cockpit auf unserer Santjana. Beim ARC-Team fühlen wir uns sehr gut betreut, wir können mit allen möglichen und unmöglichen Fragen zu den “Yellow- shirts” kommen und immer hat irgend jemand einen Rat oder kann uns anderswie weiter helfen.

 

Samstag 18.11.2017

Langsam, aber ganz sicher beginnen die Ameisen zu kribbeln. Wir sind noch mit den letzten Vorbereitungen beschäftigt. Die Gasflasche muss noch gegen eine neue ausgetauscht werden. Natürlich sind der französische Gasanschluss der Santjana und die spanischen Gasflaschen nicht kompatibel. Daher muss auch noch der Gasanschluss ersetzt werden. Des weiteren machen wir einmal eine Trockenübung zum Thema “Genua ausbaumen” naja, das kann ja heiter werden, das Ganze dann nochmals auf einem Boot das sich ordentlich bewegt. Schon ist es wieder Zeit zum Duschen und den letzten ARC Sundowner zu geniessen. Anschliessend wollen wir noch einmal bei einem gemeinsamen Abendessen etwas “runter” kommen. Leider ist das von uns gewünschte Restaurant voll besetzt, so gibt es halt erst einmal im Bistro weiter vorne etwas Tapas zum Einstimmen. Kurz vor neun finden wir dann noch ein Tischen für uns und können noch einmal Tuna Carpacchio und Anchovis in Vinaigre zum Einstieg und dann Spaghetti mit Lachsstreifen geniessen. Dazu gibt es noch einen optischen Augenschmaus obendrein mit dem Abschiedsfeuerwerk am Hafen.

 

Sonntag, 19.11.2017

 

Was für ein Tag! So lang hämmer müesse warte,… oise Traum gaht jetzt in Erfüllig. Nach einer Nacht, in der wir beide bereits um 03.00 wach sind und nicht mehr einschlafen können. Tas Tel mit Nico um 10.00 hat uns riesig gefreut, super, dass wir mit ihm vor unserer Abfahrt noch einmal reden können. Dann beginnen die Start Vorbereitung, Abfallsack und alte Gasflasche entsorgen, Leinen bereit legen, Lifewests bereitlegen. Dazwischen natürlich dann auch zuschauen, wie die Riesen der Racingklasse den Hafen verlassen und sich in die Startbox begeben.

 

D’Stimmig isch super! E Blasmusik und e spanischi Band spieled. Am 12.30 leged mir au ab. Der Wind narrt uns etwas, da wir etwas kurbeln müssen, bis wir unseren Liegeplatz verlassen können.

 

Es isch de Wahnsinn, all die Lüt, wo ois zue winked womer dur d’Hafe usäfahret, a de Mole verbi, ussä in Atlantik! Mir gnüssed so guet mir chönd de spezielli Momänt. Mir müend ufpasse, dass mer den andere Boot nid i d’Queri chömmed. Sägel ufä und scho ertönt s’Startsignal… es fangt a… 13.00.
Mit schönem Wind, nid so viel, wie bis oisne Vorriter vom ARC+, so chömmer ois schön a d’Wälle gewönne. Mir gsehnd immer weniger Boot, die grosse ziehnd ihre Spi’s und zisched ab. Vieli gönd diräkt Richtig Maspalomas und dänn wieder südlich von Tenerifa. Mir hend ois für de sanfteri Wäg entschiede, zersch nach Süde bis Höchi Cap Verde, südlich vo the Kanare hets es Windloch und westlich vo de Kanare es kräftigs Tüf, wo sich nöcheret. Die zughörigi Chaltfront reicht sehr wiit in Südä….

 

Oises erschte Z’nacht isch en Tomatesalat mit Mozarella, de hämmer fescht gnossä!

 

Woche 2 – 27.11. – 3.12.2017

 

Montag, 27.11.2017

 

Es ist bedeckt, ein grauer Himmel begrüsst mich am Morgen. Über Nacht hat sich die Latte des Sailbags gelöst und beginnt aus ihrer Tasche zu gleiten. Kein Wunder, bei der rolligen Angelegenheit von gestern. Der Schwell kommt genau von der Seite und wirft uns immer wieder aus dem Kurs.
Der Autopilot muss hart arbeiten und verbraucht entsprechend viel Batteriestrom. Ich will so schnell es geht den Windpilot in Betrieb nehmen und so den Autopilot und unseren Energiehaushalt entlasten.

 

 

 

Dienstag 29.11.2017

 

Der Windpilot arbeitet noch immer nicht zufriedenstellend, bzw. Ich habe den Dreh damit noch nicht wirklich raus. Wir vernehmen von ARC Control, dass auf unserer Route in der Nähe von Barbados ein Mann einer Zweier Crew über Bord gegangen ist und nun gesucht. Wir hoffen inständig, dass der Mann lebend gefunden wird! Er war grad mit dem Bergen des Spinnakers auf dem Vordeck beschäftigt und muss bei einer plötzlichen Bewegung des Bootes über Bord gegangen sein. Leider ist das Boot dann über den Spinnaker gefahren und die Schraube hat sich im Spi verheddert, so dass jegliche Versuche mittels Motor den über Bord gefallenen wieder zu finden gescheitert sind. So etwas ist einfach nur extrem tragisch – Wir finden keine Worte dafür, da dieses Szenario uns auch immer wieder beschäftig als Zweier Crew.

 

 

 

Mittwoch 30.11.2017

 

Der Wind ist heute einmal mehr launisch und dreht immer mehr nach Süden und schwächelt dabei erheblich. Dazu kommt der Schwell von Nordosten, der unsere Segel immer wieder wild schlagen lässt. Nicht wirklich eitle Freude! Ich spiel noch immer mit dem Windpiloten rum und komme dabei noch nicht wirklich auf einen grünen Zweig. Immerhin ist es schönes Wetter und warm.

 

In der ARC Funkrunde vernehmen wir eine weitere Episode, wie die Rotweinflasche den Teppich ruinierte….. Teppich an Bord, Sachen gibt es…