Logbuch März 2017

 

Mittwoch, 1.3.2017

 

Es regnet nur einmal heute – mal etwas mehr, mal etwas weniger. Trübe Aussicht, mal wieder zum LeRoy nach La Baule um Schrauben zu kaufen und noch einige andere Kleinigkeiten. Das schlechte Wetter gibt Gelegenheit um einige administrative Arbeiten erledigen zu können unter anderem auch mal wieder das Logbuch nachführen. Als Pensionär habe ich den Luxus mir meinen Tag und mein Tagespensum selbstständig einteilen zu können, ein Luxus den ich wirklich geniesse und zu schätzen weiss. Morgen soll sich das Wetter wieder bessern, da können die ruhenden Arbeiten am Boot wieder aufgenommen werden.

 

 

 

 

 

 

2.3.2017 - Donnerstag

Es ist schönes Wetter heute, ausnahmsweise wieder mal trocken, aber kühl, wir schaffen es bereits um 10.00 Uhr am Boden arbeiten zu können. Ich komme vorwärts mit der Abdeckung am Navitisch und Doris versucht sich als Schleiferin, da sie sich das verwitterte Holz vom Steuersitz und der Abdeckung für die Rettungsinsel vornimmt. Die nächsten paar Stunden staubt es ziemlich auf der Santjana. Die Arbeiten unterbrechen wir nur für Fish n’Chips im l’Inflexible. Am Abend spüren wir unsere Arme und Hände ob der ungewohnten Arbeit.

 

 

 

 

3.3.2017 - Freitag

 

Weiter geht es mit Schleifarbeiten, Doris misst derweil die Masse für die Rouleaus bei den Luken aus. Der Katalog gibt die Masse als L x H an…. L = Longeur òu Largeur, aber wieso H?? Hauteur?? Gibt irgendwie keinen Sinn, daher besucht sie den nahen Ships Chandler um das zu klären…
Beim Schleifen verstauche ich mir irgendwie mein Knie, keine Ahnung wie, auf jeden Fall bewege ich mich am Nachmittag nur noch humpelnd übers Yard.

 

 

4.3.2017 - Samstag

 

Wieder einmal klopfen Regentropfen an die Fensterscheiben du wecken uns am Morgen, eigentlich war trockenes Wetter vorhergesagt…. Alles ist sehr nass und muss erst mal trocknen. Zeit um das Logbuch nach zu führen und hoch zu laden.

 

Sonntag, 5.3.2017

 

Ausflug nach Lorient, ca. eine Autostunde nördlich von uns, das Wetter ist immer noch mies, eher noch mieser als gestern. Der Sturm «Zeus» zieht über die Bretagne mit Böen jenseits von 150km/h (!)

 

Die Stadt Lorient selber bleiben wir uns schuldig, wir verziehen uns nach drinnen ins Museum «Cité de la Voile und in die Ausstellung der U-Boot Basis inkl. Besichtigung des französischen U-Bootes «Flore».

 

Der U-Boot Stützpunkt der Nazis aus dunklen Zeiten der europäischen Geschichte zeigt sich immer noch wuchtig wie damals und trotz seit mehr als sechzig Jahren den Elementen. Kein Wunder die meterdicken Mauern überdauerten nicht nur den Angriffen der Alliierten, sondern auch Sturm und Regen wie heute. Da ich zur Zeit hinke wie ein Opa (nur die Krücken fehlen noch ….) bin ich froh, mir in der Tonbildschau die Geschichte Europas sitzenderweise betrachten zu können. Mir wird wieder einmal vor Augen geführt, wie kriegerisch es früher hier auf dem europäischen Kontinent einherging und wie verwöhnt wir durch den Frieden in den vergangenen Jahrzehnten wurden.

 

Der Besuch des U-Bootes «Flore» ist ein weiterer Höhepunkt in der Ausstellung. Die Enge in dieser Röhre beeindruckt doch sehr, wenn auch das Boot in den 60er Jahren in Dienst gestellt wurde und kein Vergleich zu den kleineren du noch engeren Vorgängern aus den Kriegszeiten ist. Bilder aus dem Film «Das Boot» steigen hoch und wir versuchen zu erahnen, wie es wohl damals war, gefangen in dieser engen Röhre tief unten im Meer, wie der Jäger dann auf einmal zum Gejagten wurde …..

 

Als wir wieder an Tageslicht kommen, bläst es nach wie vor «aus allen Rohren», anders kann man das nicht ausdrücken, der Wind stemmt sich entweder einem entgegen, schiebt von hinten oder drückte einem zur Seite, also nix wie ins Musée «Cité de la Voile…

 

Das Musée «Cité de la Voile wurde zu Ehren von Eric Tabarly einem der ganz Grossen französischen Segelhelden eröffnet und bringt den Besuchern die Welt des Segelns in Bildern und vielen interaktiven Modellen anschaulich näher. Die Ausstellung ist jedem, der Interesse am Segeln hat nur zu empfehlen.

 

Der Besuch im nahen Bistro mit einer Schale Cidre und einem kleinen Imbiss runden den Besuch in Lorient ab.

 

Auf dem Heimweg machen wir noch einen kleinen Abstecher nach « la Roche-Bernard, ein kleiner Ort an der Vilaine, wo etwas weiter stromabwärts auch unsere Santjana ihrer weiteren Fertigstellung hart.

 

 

Montag, 6.3. 2017

 

Huch – der Skipper wird heute 60 – mit dem Knie fühlt er sich aber allerdings weit älter und die Kniebandage macht auch nicht wirklich jünger. Das Wetter ist so gar nicht feierlich, es stürmt und regnet nach wir vor sehr stark. Somit gibt es des Knies und des Wetters wegen nur einen kurzen Ausflug nach Penestin an den Strand (!).

Die dortige Crèperie hat heute leider bis auf weiteres geschlossen. Somit gibt es erstmal einen Pastis in der Kneipe in Mine d’Or. Es riecht stark nach Alkohol, offensichtlich sind die dortigen Anwesenden uns schon einige Pasti’s im Vorsprung.

 

Wir finden schliesslich in Guerande in der Crèperie «Le Vieux Logis» einen Tisch um den Geburtstag des Skippers zu feiern.

 

 

Dienstag, 7.3.2017

 

Ich mache mich hinter die Bord- Elektronik, Installation vom Feinsten, als sauber installiert und dokumentiert…. Denkste, ich fühle mich in meine grau Vorzeit als Elektromechaniker- lehrling zurückversetzt und verfolge Draht für Draht woher und wohin und welche Aufgabe diese Verbindung wohl haben mag …. Doris müht sich derweil mit dem Holz ab, eine mühsame und kraftzehrende Arbeit.

 

 

Mittwoch, 8. – Samstag 11.3.2017

 

Besuche im Do-it-Yourself LeRoy und weiterarbeiten am Boot, Elektronik, Holz Schleifen, etc.

 

 

Sonntag, 12.3.2017

 

Heute gibt’s einen Rumhängetag, es regnet den ganzen Tag. Einfach mal nichts tun …. Wäre ja toll, es wird uns aber dennoch nicht langweilig….

 

 

Montag, 13.3.2017

 

Ausflug nach St. Nazaire

 

Wir lassen unseren Wagen stehen und begeben uns zu Fuss auf Entdeckung. Die Altstadt fehlt hier völlig, auch hier Überbleibsel aus dem letzten Krieg. Bei den Angriffen der Alliierten auf den U-Bootstützpunkt wurde St. Nazaire praktisch völlig zerstört. Dem U-Bootbunker konnten die Bombardements allerdings nichts anhaben. Er steht nach wie vor klotzig und hässlich am alten Hafen und wird jetzt kulturell genutzt.

 

Kurz hinter dem Bunker liegt das Shopping-Center Ruban Bleu, ein gefährliches Paradies für Doris, von da geht es durch die Fussgängerzone an die Avenue de la République einer weiteren grossen Ladenstrasse…. Nur gut das hier als Shops geschlossen sind. So beenden wir den Ausflug bei einem Panachée in der Rue de la République.

 

Dienstag, 14.3.2017

 

Es geht weiter mit Arbeiten am Boot, Doris bleibt beim Holz Schleifen, die beiden Sitzbänke bieten zurzeit ein trauriges Bild, so voller Flecken und Algen…. Nach dem Schleifen durch «zarte» Frauenhand sehen die Latten aber wieder aus wie neu! Ich will die alte Radarantenne ausbauen, das letzte Stück Kabel ist aber offensichtlich eingeklebt, denn es bewegt sich keinen Millimeter. Ideen sind gefragt.

 

 

Mittwoch, 15.3.2017

 

Weiter geht es mit den Arbeiten am Boot, es ist kalt die Arbeiten draussen ruhen, ich verziehe mich ins Bootsinnere und mache mich wieder einmal hinter die Bordelektronik.

 

 

Donnerstag, 16.3.2017

 

Die beiden Sitzbänke sind fertig geschliffen, bei den letzten paar Latten hilft auch der Skipper noch mit und staunt selber nochmals ob der mühsamen Arbeit! Die Arbeiten an der Bordelektronik zeigen auch die ersten Früchte, AIS- Empfänger und Hub sind an den Plotter angeschlossen und der Plotter erkennt die beiden Geräte sogar. Nur die GPS- Antenne widersetzt sich nach wie vor beharrlich meinen Versuchen sie irgendwie in Betrieb zu nehmen. Wieso in Dreiteufels Namen konnten sich die Hersteller von nautischer Elektronik nicht auf einen gemeinsamen Standard einigen (!)

 

Das Wetter ist ausgesprochen frühlingshaft, das erste Mal erreicht das Thermometer die 20-Grad Marke. Wir geniessen unseren Griechischen Salat das erste Mal oben im Cockpit auf unseren neu restaurierten Cockpittisch. Nur die Aussicht lässt noch zu wünschen übrig. Anstelle einer blauen Lagune und Sandstrand blicken wir auf eine Strasse mit Bootsyard dahinter.

 

 

 

Samstag, 18.3.2017

 

Wir fahren wieder einmal nach Arzal zur Santjana und oh Schreck, der Mast ist Weg…dabei wollten wir das doch fotografieren…

 

Die Vorstagen sollen ersetzt werden und gleichzeitig die neue Radarantenne installiert und das Kabel eingezogen werden. Mittlerweile ruht der Mast auf einem Karren im Hof von Arzal Nautic.

 

Wieder gibt es einiges am Boot zu tun, dazwischen Besuche in einer der Ships Chanlery für dies und das. Zum x-ten Male passe ich das Panel für die rechte Hälfte des Navi- Platzes ein – mal klemmt es da, mal dort, es ist auch etwas gewöhnungsbedürftig so ganz ohne Werkstatt- Einrichtung ….
Wir machen früher Schluss, die Woche hatte es in sich, gut können wir die nächsten beiden Tage mal etwas ausspannen.

 

 

Sonntag, 19.3.2017

 

Nach einem gemütlich Z’Morge Brunch mit viel Zeit machen wir uns auf den Weg ans Meer über Assérac und St-Molf nach La Turballe. Nach einem längeren Spaziergang durch den Hafen und über die Mole kehren wir zu einem Kaffee im Bistro an der Hafenpassage ein. Hier trifft man sich offensichtlich zum sonntäglichen Hafenklatsch, denn das Bistro ist bereits rappelvoll. Anschliessend geht die Fahrt weiter auf der Landzunge vom La Turballe in Richtung Le Croisic. In der Hälfte lassen wir den Wagen stehen und wandern der Sandzunge entlang bis zum südlichsten Punkt direkt vis à vis Le Croisic, nur einen «guten» Steinwurf entfernt. Vorbei an einem alten, nur noch teilweise benutzten Marinehospital führt der Weg um die Landzunge. Auch hier stossen wir wieder auf Befestigungen aus grauer Vorzeit, ein Bunker rostet neben dem Weg vor sich hin.

 

Etwas weiter vorne stossen wir auf ein gediegenes Hotel, in dessen Speisesaal die Gäste grad bei Tisch sitz und die dort gebotenen Köstlichkeiten geniessen, man bekommt direkt Hunger!

 

Der Weg gibt einen weiten Blick frei auf das Marrais vor Guerrande mit seinen Sandbänken, Prielen und Austernbänken, der Tidenhub beträgt hier etwa 3 Meter, ideal für Austernzucht.

 

Wir schauen uns an, ha, Austern wäre doch mal wieder was! Also setzen wir uns nach der Wanderung wieder ins Auto und fahren rund um das Marrais nach Le Croisic, wo wir uns ein geeignetes Lokal suchen. Gar nicht so einfach, denn das Wetter hat aufgeklart und zahlreiche Besucher in dieses Städtchen gelockt. Wir finden zuletzt einen Tisch im «Chez Emile», welches bis auf den Geschirrbeladenen Tisch vollbesetzt ist. Die Serviererin ist gestresst und saust einige Male voll beladen an uns vorbei, ohne uns eines Blickes zu würdigen. Ich bin schon auf und dran auf dem Absatz kehrt zu machen, wären da nicht grad zwei Teller mit Austern an den Tisch vor uns getragen worden. Schön angerichtet und ein leckerer Anblick! Nach einer Weile werden wir doch noch platziert und könne «etwas» später auch noch unsere Austern mit einem Glas Rosé geniessen.

 

Zuletzt geht die Fahrt am Musée de Salle vorbei nach Guerande (offensichtlich führen uns hier alle Wege immer wieder nach Guerande …)

 

 

Montag, 20.3.2017

 

Es regnet und windet wieder einmal ziemlich heftig hier, noch etwas Holz schleifen vor dem Haus und am Nachmittag in einer Regenpause eine Stunde Walken. Der Rest des Tages ist grau und nass und uns gefällt es sehr gut in der geheizten Stube.

 

 

Dienstag, 21.3.2017

 

Heute haben wir uns einiges vorgenommen, Holz schleifen auf der Badeplattform – mühsam, weil von Hand gearbeitet werden muss, das sich die Beschläge nicht so ohne weiteres lösen lassen. Dann den Anker mit Kette herunterlassen und auslegen, um die Kettenlänge zu markieren. Dabei kommt ein komplett durchgerosteter Schäkel zum Vorschein, der die Kette ans Bott sichern soll, damit die Kette nicht einfach aus dem Boot ausrauschen kann. Unglaublich was Salzwasser und Luft mit so einem Stück Eisen in zehn Jahren anstellen. Leider ist dann der Schäkel doch nicht völlig weggerostet, denn ein Teil bleibt in der angeschweissten Befestigung stecken und muss herausgebohrt und heraus gehämmert werden. Von wegen, mal eben schnell die Kette herunterlassen und markieren.

 

Die Skipperin mutiert derweil zur Innendekorateurin und bringt zahlreiche Beschläge im Heads und Pantry an. Anschliessend markiert sie die Kettenlänge mit einer besonderen Farbe, besonders steht auf der Dose und der Preis war auch besonders, wir sind gespannt wie lange diese Farbe in der Salzwasserumgebung wohl haften bleibt.

 

Dann räumen wir die Vorpiek aus, ein hermetisch dichter Raum im Vorschiff, wir suchen unser Dinghi. Nach einigem graben stossen wir tatsächlich auf die entsprechende Tasche, das Dinghi neu, vermutlich einmal aufgeblasen durch den Vorbesitzer ist in tadellosem Zustand. Nur mit dem Namen, der drauf steht können wir so gar nichts anfangen. Leider hilft auch kräftiges rubbeln mit einem Schwamm und Brennspiritus nichts und schärfere Saucen will ich nicht auf der Dinghihaut ausprobieren. Wir zurren das aufgeblasene Dinghi an Deck fest, denn es soll in der Nacht wieder kräftig blasen in der Bretagne. Gut haben wir das Gummitier mit dem Boden nach oben festgezurrt, denn wie es sich herausstellen sollte, giesst es auch noch wie aus Kübeln ….

 

Bereits ist wieder Abend, die Liste mit Arbeiten hätte noch einige Tasks offen, auf die wir uns stürzen könnten. Immerhin haben wir heute nebst den hier geschilderten Arbeiten auch noch Anderes erledigen können, und sind so sehr zufrieden mit dem Erreichten.

 

Zu Hause bei einem Glas Pastis finden wir dann auch noch eine gute Lösung, wie wir den alten Namen des Dinghis zum Verschwinden bringen. So wird aus «Sium» neu «Snoopy».

 

 

Mittwoch, 22,3,2017

 

Alles ist nass, aber der Sturm hat sich bereits verzogen und es klart auf. Dennoch ist das Thermometer noch tief unten. Heute werden die Dieseltanks der Santjana geöffnet und gereinigt. Ein erster Augenschein zeigt eine geringe Verschmutzung der Tanks, eigentlich erstaunlich, wenn man das Alter der Tanks in Betracht zieht und wir nicht wissen, ob und wann die Tanks bereits gereinigt wurden. Der Anker und Kette kommen wieder an Bord, das Dinghi wird wieder flachgemacht und ich entferne wieder einmal x-Liter Regenwasser, die sich im Abteil der Rettungsinseln sammeln, da das Boot nicht ganz waagrecht liegt und das Wasser so nicht völlig ablaufen kann. Ich mache noch etwas Feng-Shui an der Verkabelung der Solarpanels, so sieht man die Kabel nicht herumhängen, wie vorher. Interessant, wie wir uns herantasten an die Bordtechnik und die verborgenen Geheimnisse entdecken. Wo sind alle Borddurchlässe, was ist das für ein Verteilerkasten unter den Bodenbrettern, wozu dienen diese Absperrventile in der Treibstoffleitung?
Da der Techniker mit unseren Tanks den ganzen Tag beschäftigt ist, machen wir bereits um fünf Uhr Schluss. Als ich zu Hause das Bugbrett noch schleifen will, beginnt es zu giessen und zu graupeln – toll.

 

 

Donnerstag, 23.3.2017

 

Wir wollten eigentlich heute Morgen früh aufs Boot, leider ist es uns mit knapp 5 Grad doch noch etwas zu kalt, sodass wir unser Vorhaben auf den frühen Nachmittag verschieben. Ich übe noch immer mit dem Kabel der alten GPS Antenne, das sich partout keinen Millimeter aus dem Targaflügel bewegen will. Auch meine Versuche mit WD40 Spray sind momentan nicht von Erfolg gekrönt. Wir wenden uns dem Vorpiek zu und räumen Dingi, Genaker sowie andere Kleinigkeiten wieder. Schon ist es wieder Abend und Zeit zu aufräumen.

 

 

Freitag, 24.3.2017

 

Ich mache mich nochmals ans Thema Antennenkabel der alten Radar- und GPS- Antennen auf dem Targaträger. Diesmal gelingt es mir immerhin den verklebten Wartungsträger auf dem Flügel zu öffnen und das kleiner Kabel herauszuziehen. Anschliessend kommt auch das viel dickere Radarkabel aus dem Flügel und dem Rohr – Ufffff!!!

 

Doris schlägt sich derweil mit dem restlichen Holz herum, das nach der Schleiferei und behandeln mit etwas Öl wieder ganz passabel aussieht.

 

Den Kaffee mit den Tartlets aux Apricots haben wir uns doch zum z’Vieri verdient.

 

 

Samstag, 25.3.2017

 

Abstecher nach La Baule zur Boulangerie pour un grand petit-dejeuner avec deux grand crèmes, anschliessend zum LeRoy, dort gibt es immer wieder einiges an «Kleinigkeiten» zu kaufen.

 

Zurück auf dem Schiff gibt es viele Details zu diskutieren. Da am Heck jetzt der Träger für den Windpiloten montiert ist, musste die Badeleiter weichen. Nur wo wieder installieren? Nach einigen Diskussionen finden wir eine einigermassen passable Lösung auf der Seite. Der Maler erklärt mir, wie ich die Stellen, wo die Farbe abblättert, schleifen und überstreichen kann. Mein Schulfranzösisch ist gefordert. Daneben wieder Kabel einziehen, schleifen, etc. Auch die neuen Accus kommen heute per Hubstappler an Bord und werden angeschlossen.

 

 

Sonntag, 26.3.2017

 

Ausschlafen, gemütlich Croissants und Baguettes zum Brunch geniessen. Am Nachmittag Spaziergang in La Baule. Offensichtlich wird da bereits die Badesaison eröffnet, den es tummeln sich bereits ca. zwei dutzend Leute im Wasser, das bei Wind, Lufttemperatur ca. 14 Grad und Wassertemperatur etwa in derselben Region, eher noch etwas kühler. Da belassen wir es doch lieber bei etwas bummeln entlang der Uferpromenade. Aber das people viewing, dh. dem Treiben in der Strasse aus einem Cafe zuschauen ist ja schliesslich auch ganz unterhaltsam.

 

 

Montag, 27.3.2017

Da heute wieder einmal Werft- Sonntag und zudem ein bomben Wetter angekündigt ist, haben wir uns auf den Weg nach Mont Saint Michel und Saint Malo gemacht. Über Rennes gelangen wir nach knapp 3 Stunden wieder an die Atlantikküste bei Mont Saint Michel. Wow, muss da aber Publikum anwesend sein in der Hochsaison. Ein Parkplatz etliche Fussballfelder gross, Busse die die laufunwilligen ca. 3 km vom Parkplatz über einen Steg nach Mont Saint Michel befördern. Hotels, Restaurants, alles was der verwöhnte Tourist ebenso so braucht. Wir entschliessen uns für den 45 minütigen Marsch über den Steg, was uns gute Blicke auf Mont Saint Michel ermöglicht und immer wieder mal Gelegenheit für das eine oder Foto der Burginsel im Meer gibt, zur Zeit ist allerdings Ebbe und das Meer lässt sich nur weit draussen erahnen.

 

Mont Saint Michel wurde im 8 Jh. erstmals erwähnt und entwickelte ich über die Jahrhunderte zu einem wichtigen Ziel der Pilgerströme. Obwohl hart umkämpft blieb es unabhängig, verlor aber über die Zeit an Einfluss und verfiel zusehends, bis die Romantik im 19. Jh. Den Mont wieder entdeckte. Die Insel liegt ca 1km von der Küste entfernt und ist seit 2009 über einen Brücken Damm zu Fuss und per Bus oder Pferdewagen erreichbar. Die Mauern von ca. knapp 900 m Länge umfassen ca. 55000m2 grössten Teil überbaute Fläche. Zur Zeit wird wieder kräftig renoviert, damit sich der Mont zur Hauptsaison wieder in alter Pracht zeigen kann. Die Zeit geht wie im Flug vorbei, wir haben wohl in dem halben Tag nur die Hälfte aller Treppen, Wehrgänge und engen Winkel gesehen bzw. durchlaufen.

 

 

Schon ist es nach Drei und wir wollen ja noch Saint Malo. Wir fahren zuerst an den Port de Plaisance bas Sablons. Hier habe ich mich vor gut 15 Jahren für meinen Bretagne Törn eingeschifft. Die Schwimmsteganlage sieht immer noch eindrucksvoll aus. Kein Wunder, wenn man die gut 10Meter Tidenunterschied bedenkt. Die Fussgängerbrücken von Land zu den Schwimmstegen führen momentan in steilem Winkel nach unten. Vis à vis sehen wir die Mauern von Saint Malo, das wir anschliessend noch besuchen und ein Rundgang auf den alten Wehrmauern unternehmen. Immer wieder ändert die Szenerie und gibt eindrucksvolle Ausblicke auf die Klippen und vorgelagerten Festungen in der Bucht von Saint Malo frei.

 

Viel zu schnell ist es Abend und wir müssen uns wohl oder übel wieder auf den Rückweg nach Herbignac machen.

 

Dienstag, 28.3.2107

 

Heute herrscht Hochbetrieb bei uns an Bord, es tummeln sich grad 4 Spezialisten bei uns in der Kajüte. Der Mechaniker nimmt den Motorservice in Angriff, der Monteur installiert die Heizungsanlage und bohrt zahlreiche Löcher in die Wände, die beiden Bootsbauer passen den Boden des Stauraums ein und wir beiden Amateurhandwerker. Wir überlassen den Profis die Kajüte und verziehen uns an Deck, wo wir uns die Stellen mit der abgeblätterten Farbe vornehmen.

 

Das ist leider schneller gesagt als getan, den irgendwie habe diese schadhaften Stellen eine Vorliebe sich an den unzugänglichsten Stellen zu entwickeln. Nur an wenigen Orten können wir mit dem Winkelschleifer das blanke Alu zum Vorschein bringen. Meistens ist es eine Frage von mühsamer Handarbeit. Dann das Ganze ein erstes Mal mit dem Epoxy-Primer grundieren. Leider viel zu viel Farbe an gemischt – Mist. Das nächste Mal nur die Hälfte anrühren….

 

 

Mittwoch, 29.3.2017

 

Wir machen damit weiter, wo wir gestern aufgehört haben, schleifen, schleifen, schleifen ….. und zuletzt malen. Diesmal nur mit der Hälfte der Farbe, aber immer noch bleibt zu viel Rest übrig …..

 

Zwischendurch erheitert uns der Mechaniker mit einer frohen Botschaft, der Flansch am Wärmetauscher des Motors sei noch nie gewartet worden und völlig verrostet. Kurze Zeit später zeigt sich der volle Umfang des Schadens, am Wärmetauscher aus Alu ist die Wandung bereits zu einem grossen Teil weg korrodiert. Naja Wärmetauscher aus ALU, Flansch aus Gusseisen und Anschlussstück aus rostfreiem Stahl, kein Wunder ging es dem ALU- Teil an den Kragen.

 

Leider kann der Wärmetauscher in eingebautem Zustand nicht geschweisst werden, sondern muss ausgebaut und in der Werkstatt wieder aufgepäppelt sprich aufgeschweisst werden, bis die Wandung wieder die korrekte Stärke aufweist…. Bad surprise!

 

Der Rest der Woche ist schnell beschrieben, Arbeiten am Boot, innen Handwerker, aussen wir beide am Schleifen und Malen….