Logbuch Februar 2017

 

Die erste Fuhre ist eingeladen und es geht weg aus Bremgarten in Richtung Bretagne. Das Auto ist randvoll geladen und wir sind froh, als wir endlich nach 12 langen Stunden in unserer neuen Bleibe ankommen.

 

Am Donnerstagabend dem 2.Februar 2017 möchten wir in Guerande noch anstossen bei einem kleinen Tètè à Tètè, leider wird dann nur Chips und Rosé zu Hause draus, da die Restaurants alle geschlossen sind. Es sieht sehr nach Winterschlaf aus in diesem Städtchen, denn wir bei sind die einzigen Gestalten, die sich hier noch in den Gassen herumtreiben, dabei ist es doch erst sieben Uhr abends …. ?!

 

Am Freitag geht es dann wieder Richtung Schweiz, um Nicolai in WK zu verabschieden und um unsere zweite Fuhre in die Bretagne zu bringen.

 

Wieder in Bremgarten angekommen, beschäftigen wir uns noch mit allerlei Dingen; Steuerklärung, Anmeldung bei Seeschifffahrtsamt, Suche nach geeigneten Behältern um unsere Habseligkeiten an Bord zu stauen etc. Wir geniessen unser Abendessen mit Nico und noch ein- oder zweimal unser geliebtes Hardy’s, das wir für längere Zeit vermissen werden.

 

In der Nacht auf Dienstag 7. Februar machen wir uns wieder auf den langen Weg nach Herbinac. Ein eigenartiges Gefühl beschleicht uns, den jetzt wird es endgültig Realität. Alles, was wir vorher besprochen und im Voraus geplant haben, wird nun Wirklichkeit. Was uns die Zukunft wohl bringt?

 

Entgegen der vorherigen Meinung, dass wir beim zweiten Mal weniger zu transportieren hätten, haben wir noch weniger Platz für uns im Auto. Wir sind sehr froh, als wir die unbequeme Fahrt am Dienstagnachmittag endlich beenden können und wohlbehalten in Herbinac ankommen. Die Hauskatze begrüsst uns mit einem französischen Miaow, die Wohnung ist mittlerweile wieder sehr unterkühlt, warmes Wasser gibt es aus irgendwelchen Gründen auch nicht und das Internet macht auch Macken…. Alles in allem ein gelungener Abend, …. Wir lassen uns aber den Abend nicht verdriessen und geniessen die Spaghetti al Pesto umso mehr.

 

 

8.2.2017 - Mittwoch

heute geht es wieder zur Werft, wo unser Boot immer noch in Arzal auf dem trockenen sitzt und auf uns wartet. Eine Unmenge von Taschen, Boxen gross und klein befördern wir über die angelehnte Leiter an Bord. Gleichzeitig entrümpeln wir Teile der Yacht von Dingen, die unser Voreigner an Bord zurückliess.
Heute bekommen wir Bescheid vom Schweizer Seeschifffahrtsamt, dass der von ausgesuchte Schiffsname Santana leider bereits besetzt sei. Lange Gesichter – in der Kneipe in Arzal suchen wir eine Lösung für das Namenproblem. Nach einigen geistigen Purzelbäumen entscheiden wir uns für «Santjana» gefällt uns sogar noch besser als der ursprüngliche Name.

 

9.2.2017 - Donnerstag wieder an Bord, es geht an die ersten Handgriffe, Licht im Technikraum, Feuerlöscher ersetzen, aufräumen. Es ist immer noch empfindlich kalt, nur gut haben wir noch eine Heizung bestellt ….

 

Leider macht uns über’s Wochenende das Wetter einen Strich durch die Rechnung bzw. hindert uns am weiter arbeiten auf der Santjana. Nächste Woche soll es aber wieder besser werden und vor allem auch wärmer. Am Sonntag machen wir nur einen kurzen Spaziergang in Richtung Herbinac, nach einer Stunde sind wir beide froh, aus dem regnerisch-kalten Wetter wieder in die geheizte Stube zu kommen.

 

 

13.2.2017 - Montag

Fahrt nach Le Croisic, wir besuchen dort das Océarium. Klein, aber fein wird dort ein schöner Einblick in einheimische und exotische Meerestiere verschiedener Meeresteile gezeigt.
Der Besuch im Océarium macht etwas hungrig, kein Wunder, es ist ja auch schon 14.00 – wie die Zeit doch vergeht….

 

Wir geniessen Moules Marinières im «Chez Emile», dazu etwas Cidre, so lässt es sich doch in Frankreich leben.

 

 

14.2.2017 - Dienstag

Am Morgen durchsuchen wir den Do-it-yourself- Bereich im LeRoyMerlin, so in etwa Bauhaus in der Schweiz. Am Nachmittag entrümpeln wir weiter unser Boot, um am nächsten Tag zur «Dechetterie» zu fahren um dort das Ganze zu entsorgen. Überraschenderweise ist das hier in Frankreich gratis, im Gegensatz zu unserer Heimat….

 

Am Abend durchforsten wir das Internet, damit wir endlich an Quelle für unsere zusätzlichen Geräte und Einrichtungen gelangen. Bei der Wahl der Rettungsinsel stossen wir auf einen Shop ca. eine Autostunde entfernt in der Nähe von Pornic. Dies lässt sich bestens mit einem Ausflug auf die benachbarte Halbinsel Noirmoutier en -l’ Ile verbinden am nächsten Tag.

 

 

 

15.2.2017 – Mittwoch

Fahrt vorbei an St.Nazaire über die grosse Loire- Brücke. In der Ferne sehen wir die grossen Cruise- Liners die dort fertiggestellt werden. Der Shop mit den Rettungsinseln sieht etwas mager aus, der zuständige Mitarbeiter sei grad nicht anwesend. Man verspricht uns aber einen telefonischen Rückruf am Nachmittag – wir warten noch heute auf diesen Anruf….

Von Pornic geht es weiter hinaus auf die Halbinsel, wo wir die «Passage de Gios» befahren. Die Strasse kann nur bei Ebbe befahren werden, bei Flut ist die Strasse einen guten Meter unter dem Meeresspiegel. Alle paar hundert Meter befinden sich Pfähle mit Plattformen, auf den man sich bei herannahenden Fluten retten kann. Ein Autowrack einige dutzend Meter neben der Strasse zeigt, dass diese Pfähle nicht umsonst hier eingelassen wurden.

Noirmoutier ist zurzeit ein verschlafenes Dorf, aber die vielen Bistros, Creperies und die grossen Parkplätze deuten auf einen riesigen Publikumsansturm in der Hochsaison hin. Zurzeit spielt sich das Leben aber noch recht beschaulich ab und wir sind froh, dass wenigstens einige Gaststätten bereits geöffnet sind. Die Huitres und die anschliessenden Crepes schmecken jedenfalls vorzüglich. Retour geht es via die Marina in L’Herbaudière, wo wir einen kurzen Besuch im obligaten Touri- Souvenirshop machen und uns anschliessend auf die Heimfahrt machen. Diesmal trockenen Rades nicht mehr durch die «Passage de Gios», sondern ganz normal über eine Brücke aufs Festland.

 

 

16.2.2017 – Donnerstag – 18.2.2017 Samstag

 

Da die Temperatur am Morgen immer noch winterlich und so gar nicht Frühlingshaft ist, jeweils Versuche mit dem Internet klar zu kommen – am Morgen geht es einigermassen gut, während es am Nachmittag bzw. oft langsam oder nicht verfügbar ist. Dazu wieder Besuche im Do-it-yourself Center, es gilt noch einiges anzuschaffen. Die Nachmittage verbringen wir jeweils auf der Santjana, mit letztem Entrümpeln, Überlegungen was wohl wie am funktionellsten und besten angepasst bzw. überholt oder erneuert werden kann.
Am Freitag Besuch beim lokalen Ship chandler, welcher ein überraschend gutes Sortiment aufweist und sehr hilfsbereit ist. Die erste Bestellung inkl. neuer Rettungsinsel, Signalraketen etc. übergeben wir ihm am Samstag- Nachmittag. Die alte Rettungsinsel wie auch das Lager an alten Signalraketen des vorherigen Eigners dürfen wir problemlos retourgeben. Eine grosse Erleichterung, hat doch der vormalige Bootseigner einiges Material gehortet, welches leider in der Zwischenzeit hoffnungslos veraltete. Den Tag beschliessen wir zur Krönung mit feinen Spaghetti al Arrabiata und einem Glas Bordeaux.

 

19.2.2017 – Sonntag

Ausflug nach La Baule, 30km entfernt, eine mittelgrosse Stadt an einem Kilometer langen Sandstrand. So wie es ausschaut ist La Baule im Sommer so etwas wie die Cote d’Azur der Bretagne mit vielen Boutiquen, Strandbars, Restaurants und Hotels. Entsprechend gross ist auch der Betrieb an diesem Sonntag. Wohl auch weil bereits wieder Cirren am Himmel aufziehen und die Wetterveränderung für nächste Woche ankündigen. Es soll am Morgen einiges wärmer werden, dafür aber den ganzen Tag bewölkt bleiben mit gelegentlichen Regenspritzern. Doris experimentiert grad mit Neocitran, um eine lästige Erkältung los zu werden, was mir Zeit gibt endlich das Tagebuch nachführen zu können. Bereits ist wieder sechs Uhr abends, irgendwie verlaufen hier die Tage viel schneller, als bisher gewohnt – woran das wohl liegt?

 

 

Woche vom Montag 20.2. – Samstag 25.2.2017

 

Die Woche geht sehr schnell vorbei, für mich allerdings einiges schneller, als für Doris, sie liegt mit einer hartnäckigen Grippe im Bett. Morgens Einkauf bei LeClerc, Mittagessen vorbereiten, nachmittags geht es weiter mit Arbeiten am Schiff. Dazwischen immer wieder mal einen Besuch im Do-it-yourself – LeRoyMerlin hier in Frankreich. Ich mache mich ans Auffrischen der Holzteile Cockpittischen und Cockpitbänke haben ordentlich «Patina» erhalten im Laufe der Zeit, die Schleiferei ist mühsam und eine sehr staubige Angelegenheit. Immerhin lässt sich das Resultat durchaus sehen. Am Donnerstag geht es Doris wieder besser und wir können uns gemeinsam an Schleif- und Malerarbeiten machen.

 

 

Sonntag, 26.2.2017

 

Ein wolkenverhangener Himmel begrüsst uns mit leichtem Nieselregen, dafür angenehmen 11 Grad Temperatur. Nach dem Z’Morgen mit Baguette, 3-Minuten Ei, frischem Orangenjus und Kaffee wird das Tagebuch für letzte Woche nachgeführt und endlich die schon sehr lange versprochenen Fotos ins Facebook geladen für unsere kanadischen Freunde.
Für den Nachmittag sind Aufhellungen angekündigt, gerade passend für unseren Ausflug nach Vannes, ca. eine halbe Stunde Fahrt von uns.

 

Vannes entpuppt sich als Ort mit einer pittoresken Altstadt, vielen Riegelhäusern und engen Gassen und einem gepflegten Bereich rund um den Port de Plaisance. Es ist grad Mittagszeit, die vielen Crèperies machen Hunger, sind aber hoffnungslos besetzt. Nach einigem Suchen finden wir einen Tisch im Tour de Trompette. Das Restaurant befindet sich in einem alten Stadtturm und ist kleine Plattformen innerhalb des Turmes unterteilt. Die Eirichtung ist rustikal mittelalterlich und die Crèpes Coquille Saint Jacques schmecken toll.

 

 

Montag - 27.2.2017

 

Am Montag wollten wir eigentlich bei schönen Wetter einen Ausflug nach Lorient machen, welcher buchstäblich ins Wasser fällt. Regenschauer (Aversées) und Windböen (Raffalles) mit bis zu 40Knoten wechseln sich ab und machen so gar keine Lust auf Aktivitäten draussen. Immerhin gelingt es in den Regenpausen einige Malerarbeiten an Cockpittisch und Navibord zu erledigen.

 

 

Dienstag - 28.2.2017

 

Der Morgen ist nach wie vor nass und stürmisch, immerhin soll es auf den Nachmittag besser werden. Wir können am Nachmittag tatsächlich bei starkem Wind und Böen über 40Knoten einiges am Boot machen. Allerdings wird es wegen dem starken Wind bald sehr kühl und wir verziehen uns nach einigen Stunden wieder in die geheizte Stube nach Herbinac zurück.