Samstag, 1. 4. 2017

 

Heute ist es regnerisch, gottseidank kein Wetter für Schleifarbeit! Doris will nach Vannes und sich ein Paar neue Segelhosen kaufen. Dabei kann man ja gleich auch mal noch ein wenig schauen, was es dort sonst noch alles an Läden und Shops hat. In Vannes herrscht reges Treiben, kein Wunder es ist Samstag und offensichtlich jedermann beim Wochenendeinkauf, dazu noch eine Demo im Zentrum und ein riesen Puff. Wir nehmen schleunigst Reissaus. Der Besuch des Segelladen entpuppt sich ebenfalls als Flopp, denn offensichtlich verwechselt der Betreiber Marineartikel mit Apotheke, zumindest was die Preise anbelangt ….
So geht es anschliessend zu Monsieur Briccolage nach Savegnay, wo wir ein Netz für den Stauraum kaufen wollen. Zumindest haben wir das dort beim letzten Besuch gesehen, leider ist es jetzt ausverkauft und wird nicht mehr geliefert…. Auf dem Nachhauseweg noch einen kurzen Abstecher bei LeClerc in Gureande, wo Doris nur bleibt, sooooo gross ist der Shop ja nun auch wieder nicht, obschon er für unsere Verhältnisse schon riesen gross ist. Frisch gestärkt und eine Shorts reicher machen wir uns auf den Heimweg.

 

 

Sonntag 2. 4. 2017

 

Heiter Sonnenschein draussen, der Frühling hält Einzug, überall blüht es. Brunch und jetzt Mal wieder Tagebuch schreiben und die längst überfälligen Fotos in unseren Blog laden….

 

Am Mittag besuchen wir das Château de Ranrouët in der Nähe von Herbignac erbaut im 13 Jh. Um den Durchgang der Halbinsel zu kontrollieren. Mittlerweile lassen nur noch eine grosse Burgruine die einstmalige Pracht und Bedeutung erahnen.

 

 

Montag, 3.4.2017

 

Wir fahren früh am Morgen in Richtung Nantes mitten im Pendlerstrom der neuen Woche. Bei der Loirebrücke von Nantes lasse ich mich etwas zu sehr von der französischen Autofahrweise anstecken und prompt Blitz, ich hoffe nur der dazugehörige Donner wird nicht zu stark ausfallen. Danach müssen wir uns erstmals mit einem Cafe du Croissants stärken. Nach ca. 21/2 Stunden Fahrt erreichen wir La Rochelle wo wir in der Nähe des Quartier Saint Nicolas den Wagen abstellen und zu Fuss die Stadt erkunden. Am Rand des Bassins des Chalutiers gibt es erstmal einen Grand Crème. Das Wahrzeichen der Hafenstadt, der Eingang zum alten Hafen mit den beiden Türmen Tour de Saint Nicolas und Tour de la Chaine müssen auch bewundert und fotografiert werden, die Morgenstimmung dazu ist einfach genial. Wir spazieren rund um das Hafenbecken am Vieux Port mit den vielen Bistros du Bars, die zurzeit noch angenehm unbesetzt sind, in der Hochsaison zeigt sich hier wohl ein ganz anderes Bild. Vom Tour de la Chaine geht es auf der alten Stadtmauer weiter zum Tour de la Lanterne, dem ältesten erhaltenen Leuchtturm hier an der westlichen Atlantikküste. Das Hôtel de Ville soll auch noch sehenswert sein, also machen wir uns auf die Suche. Leider ist der Bau aus dem späten 15. Jh. gänzlich von einem Gerüst umhüllt, nachdem es im Sommer 2013 ein Raub der Flammen wurde. Seither wird der Bau mit den sehr schönen Ratssälen und Räumen wieder rekonstruiert und wiederaufgebaut. Schade, aber das die Pause auf dem Platz vor dem Hôtel de Ville ist trotzdem schön, es gibt viel zu sehen, bei den Arbeiten zusehen ist doch auch schön….

 

Nach einem kleinen Imbiss in einem der vielen Bistros in der Altstadt machen wir uns wieder auf zum Auto, wir wollen noch weiter nach Les Sables d’Olonne. Diese Hafenstadt ist Start und Ziel der regelmässig stattfindenden Vendée Globe ( www.vendeeglobe.org ), einem Segelrennen der Extreme um die Welt. Ganz grob geht der Kurs nachdem Start durch den Atlantik nach Süden, dann rund um die Antarktis am Kap der Guten Hoffnung und Kap Horn vorbei wieder nach Norden zum Ziel in Les Sables d’Olonne. Gewinner des letzten Rennens wurde am 17.März 2017 Armel Le Cleac’h in etwas mehr als 74 Tagen (!) Zurzeit ist allerdings wenig von der Vendée Globe zu sehen, einzig die Bilder am

Hauptsitz der Vendée Globe Organisation in der Altstadt lassen die Bedeutung dieses Rennens deutlich erkennen. Durch die Altstadt geht es hinunter zum alten Fischerhafen und hinaus auf die Mole, von wo wir den langen Sandstrand zur linken überschauen können. Die Rückfahrt auf der geschlungenen Strasse geniessen wir sehr, viel schöner als auf der Route Nationale. 

Die Woche vom Dienstag 4. bis Samstag 8. April 2017 kann kurz zusammengefasst werden: Schleifen der Stellen mit abblätternden Farbe bis aufs Metall, anschliessendes Grundieren mit Epoxy-Primer (2 Teile Farbe, ein Teil Härter), wieder anschleifen, ein zweites Mal grundieren, wieder anschleifen, ein drittes Mal grundieren, dann anschleifen und der erste Anstrich mit weissem Lack, wieder schleifen, 2. Lackanstrich, wieder anschleifen, 3. Lackanstrich…… immerhin ist es trockenes Wetter mit strahlendem Sonnenschein und hervorragendem Wind zum Segeln (….). Immerhin hat der Wind den Vorteil, dass man die Lackdämpfe nicht spürt….

 

Am Mittwoch und Donnerstag legt sich der Skipper unters Boot und bringt zwei Antifouling Anstriche mit A2 an. Für die beiden Anstriche benötigen wir ca. 6 Liter Antifouling A2… Gestern haben wir die Befeuerung am Mast von Glühbirnen auf LED’s umgerüstet und können so einiges an Strom sparen. Das defekte Gehäuse des Dampferlichts wird bei der Gelegenheit auch gleich ausgetauscht. Den Kurzwellensender konnte ich gestern ebenfalls noch montieren und bin dabei beinahe zu Schlangenmenschen geworden, was da an Verrenkung nötig war um das Ding in seiner Position festzuschrauben!

 

Sonntag, 9.4.2017

 

Brot beim Boulanger in Herbignac holen und ein gemütliches Frühstück entschädigen für die Plackerei letzte Woche. Anschliessend geht es nochmals auf die Santjana für einige Kleinigkeiten und anschliessend weiter nach Vannes.

 

Der Plan für nächste Woche sieht vor, dass die Heizung am Montag fertig eingebaut wird, der Mast am Dienstag geriggt wird und auch der Diesel wieder zusammengesetzt wird, so dass der Stapellauf wie vorgesehen am Dienstagnachmittag zusammen mit Nicolai erfolgen kann. We keep our fingers crossed!

 

 

Montag, 10.4.2017

 

Am Montagmorgen wird wie versprochen die Heizung in Betrieb genommen, sehr hilfreich bei den immer noch tiefen Temperaturen am Morgen. Als wir am Morgen bei der Santjana ankommen, kriegt Doris einen Riesenschreck, als sich gerade der Bohrer seinen Weg durch die Bordwand nach draussen sucht. Ein Loch für das Abgasrohr wird grad gebohrt. Da wir den Techniker nicht mit unseren eigenen Tätigkeiten behindern wollen, verziehen wir uns nach Saint Nazaire, Doris braucht eine neue Jeans und ich zwei neue T-Shirts, nachdem sich bei anderen T-Shirts die Farbspuren der letzten paar Tage breit gemacht haben.

Am Nachmittag zurück in der Werft erledigen wir noch einige Dinge und zuletzt wollen wir die Beschriftung mit dem Namen am Heck anbringen. Das Heck glänzt zur Zeit noch immer namenlos weiss und sieht etwas unfertig aus. Das ist aber einfacher gesagt als getan, denn die Buchstaben wollen einfach nicht vom Trägermaterial auf die Transferfolie! Nach einigen erfolglosen Versuchen brechen wir das Ganze Unternehmen ab und wollen erst mal nachforschen, wie denn das von statten gehen soll. Mit der Unterstützung von Dr. Google finden wir dann ein hilfreiches Video, das zeigt wie einfach das doch alles sei.

 

Dienstag, 11.4.2017

Der Motor ist noch immer ohne Flansch am Wärmetauscher, der Techniker soll aber morgen Mittwoch alles erledigen. Wir benutzen die Zwischenzeit um einige Male zwischen Herbignac und Arzal hin und her zu fahren und jedes Mal einige Taschen Material an Bord zu bringen. Auch gibt es einiges zu tun mit Anstrichen fertig stellen. Am Abend unternehmen wir einen zweiten Anlauf mit der Beschriftung am Heck. Mit viel Gefühl und Team- Work von Skipperin und Skipper gelingt es uns diesmal die Buchstaben auf das Heck der Santjana zu übertragen. Das Resultat sieht eigentlich sehr gut aus, wenn man bedenkt, dass wir in diesem Metier völlige Novize sind. Durch die tiefen Temperaturen hat der Schampus grad die richtige Temperatur und wir stossen noch auf die gelungene Arbeit an. Die Schiffstaufe heben wir auf später auf, wenn uns Nicolai besuchen kommt am Donnerstag. Wir freuen uns schon sehr auf ihn!

 

Mittwoch, 12.4.2017

 

Zuerst wird mal richtig gepackt und die Wohnung geräumt. Wir sind froh, dass uns der Eigentümer noch einen Zusatztag gönnt, sonst wäre unser Programm zeitlich dann doch schon sehr strapaziert worden. Als wir am Mittag beim Boot ankommen ist bereits der Mast wieder dort wo er hingehört, auch der Motor ist wieder zusammengebaut und wartet auf seinen Einsatz. Wir laden unser Auto aus und sehen zu, dass all die Taschen irgendwie und irgendwo an Bord Platz bekommen. Doris bleibt auf dem Boot und versucht den Tascheninhalt irgendwie sinnreich an Bord unterzubringen, während der Skipper wieder zur Wohnung fährt um dort mit Staubsauger und Besen zu hantieren. Nach gut 3 Stunden treffen wir uns wieder, das Schiff ist eingeräumt, die Wohnung bereit zur Abgabe. Wir hoffen, dass wir die Stauordnung noch besser in den Griff kriegen, aber fürs erste muss das mal reichen.

 

 

Donnerstag, 13.4.2017

 

Wir besuchen noch einmal den freundlichen Gastronomen im le Conexion bei Leclerc in Herbignac und geniessen ein letztes Mal seine freundliche Bedienung, den feinen Kaffee und die feinen Croissants aus der nahen Boulangerie. Dann geht es nach Saint Nazaire, wo wir Nicolai an der Bahnstation abholen. Oh, was für ein Wiedersehen, haben wir uns viel zu erzählen auf dem Weg nach Arzal. Wir kommen gerade rechtzeitig in Arzal an, um mit zu erleben wie die Santjana mit dem Tieflader zum Bootskran gefahren wird. Dort wird sie mittels Gurten in ihr nasses Element übergeben. Auf der Fahrt vom Kran zum Anlegeplatz werden wir von der Crew von Arzal Nautique tatkräftig unterstützt, als der Motor dann ein paar Mal hustet, sind wir froh, jemand so kompetenter an Bord zu haben. Aber ein tolles Gefühl das Boot im Wasser zu wissen, ein Schritt weiter gemacht zu haben und endlich wieder einmal auf dem Wasser zu sein. Es ist ein sehr bewegender Moment für uns drei mitzuerleben, wie das Boot gewassert wurde und leicht schaukelnd an den Belegleinen zupft. Zur Feier des Tages und zur Willkommensfeier von Nico’s Ankunft fahren wir am Abend nach Guerande und geniessen eine feine Gallette im Vieux Relais. Ein sehr schöner Abschluss an einem sehr schönen Tag geht zu Ende.

 

 

Karfreitag, 14.4.2017

 

Nach dem ersten gemeinsamen Z’Morge an Bord fahren wir nach La Turballe ans Meer, um Nico die Bretagne zu zeigen. Ein Bummel durch den Hafen und ein kühles Bier in einem der dortigen Bistrohs runden unseren Besuch ab. Die Strasse schlängelt sich von La Turballe durch das Marrais von Guerande. Wir fahren über die Kurvenreiche Strasse bis um Musée de Sel. Dort können wir lernen, wie das Salz in den Salzteichen vor Guerande gewonnen wird. Wir staunen, ob der Arbeitsintensiven Tätigkeiten, die Frühling mit Reinigen der Teiche und bereitstellen und ausbessern der Dämme beginnt und mit der Salzernte Anfang Herbst endet. Nach dem interessanten Unterbruch fahren wir weiter nach Croisic, bummeln etwas durch die Gassen und geniessen zusammen einen Teller Austern mit einem Bollée Cidre, dazu wärmt die Sonne angenehm.
Den Tag beschliessen wir mit einem Rosé- Schlummertrunk. Leider verabschiedet sich plötzlich die Heizung, es wird wohl eine sehr frische Nacht werden so ganz ohne….

 

 

Samstag, 15.4.2017

 

Eigentlich wollten wir heute Morgen den z’Morge in einem mollig warmen Boot geniessen, aber die Heizung streikt! Es ist zwar gemäss Kontrollanzeige alles bestens und im grünen Bereich, aber es funzt überhaupt nicht. Also raus aus der warmen Koje und ab in die noch klammen Kleider.

 

Heute wollten wir eigentlich zusammen mit Nico nach Mont Saint Michel fahren. Unter dem Scheibenwischer finden wir aber einen rosa Zettel vor, der da sagt, dass wir eine Schraube im rechten Hinterrad hätten und vorsichtig sein sollten ….. Tatsächlich ist eine Metallschraube leicht in die Seite des Rades gedreht. Beim herausschrauben entweicht zischend Luft…. Wir fahren zur Reparaturwerkstätte nach La Baule. Nach einer Stunde Warten öffnet sich endlich um neun Uhr die Türe und der Mechaniker erklärt mir, dass ich wegen den Differentials des 4X4 alle Räder tauschen müsse. Auf meinen Hinweis, dass ich dies eigentlich bereits in der Schweiz erledigen will, meint er auf jeden Fall müssten zwei Räder gewechselt werden…. die er aber nicht an Lager hat! Da offensichtlich alles nicht hilft, drehe ich die Schraube ganz hinein, damit sie schön dicht sitzt…. Aus diesem Grund und auch wegen dem Wolken verhangenen Himmel verschieben wir unseren Ausflug auf den nächsten Tag und besuchen anschliessend die Altstadt von Vannes. Etwas argwöhnisch horche ich auf die Fahrtgeräusche, aber das Rad verliert absolut keine Luft und der Reifen hält bestens.

Vannes zeigt sich im Gegensatz zum letzten Besuch von seiner Bilderbuchseite, blauer Himmel, Sonnenschein, aber ein kühles Lüftchen weht durch die engen Gassen. Schön dass wir zusammen mit Nico nochmals die Altstadt und den engen Hafen besuchen können. Das passt grad bestens, so kann sich Nico von der letzten Woche und der Zugsreise in die Bretagne etwas erholen. Wir haben Glück, denn wir kommen grad noch rechtzeitig zum Ende des samstäglichen Wochenmarktes und können so uns noch zwei bretonische Saucissons ergattern, die wir dann am Abend an Bord bei einem Glas Rotwein geniessen werden.
Auf dem Heimweg fahren wir noch nach Port Questry an der Bucht von Morbihan. Dort geht es schon recht touristisch zu und her, obwohl noch nicht alle Läden und Bistros geöffnet haben. Da es draussen ziemlich zieht und sich die Sonne wieder hinter Wolken verzieht verziehen wir uns noch auf ein Bollée Cidre nach drinnen.
Zurück auf der Santjana gibt es noch einiges zu tun, vorab erstmal die gebührende Taufe unseres Bootes, die wir mit einem Taufspruch und jeweils einen tüchtigen Schluck Poseidon, Neptun und auch dem Klabautermann zu kommen lassen. Da es bereits wieder kühl wird, verlegen wir den gemütlichen Teil ins Bootsinnere, wo wir mit einigen Teelichtern versuchen die Temperatur etwas zu steigern. Dies gelingt leider nur mit mässigem Erfolg, aber dafür gibt das Kerzenlicht ein schönes Ambiente für einen gemütlichen Abend zu dritt.

 

Sonntag, 16.4.2017

 

Der Morgen ist sehr frisch, gegen das Frösteln hilft nur eine Dusche mit lauwarmem Wasser, so richtig funktioniert das aber auch wieder nicht. Überraschenderweise ist der Reifen immer noch dicht, so steht unserem Ausflug nach Mont Saint Michel nichts mehr im Weg, zumal der Himmel einiges für den heutigen Tag verspricht. In Mont Sain Michel ist heute aber einiges los, der Parkplatz ist schon gut gefüllt und ganze Heerscharen warten auf die hin und her pendelnden Busse. Dazu die vielen Besucher, die über den Steg zum Mont spazieren. Der Anblick ist aber auch wirklich überwältigend, von weit her ist der Hügel mit dem hohen Kirchturm mit dem goldenen Saint Michel sichtbar. Die Wolken und die Sonne ziehen ein spannendes Spiel aus Licht und Schatten über die Insel mit ihren Wehrmauern, Häusern und Türmen, sehr faszinierend anzusehen.

 

Der Spaziergang in die Festung hat uns durstig gemacht, wir suchen uns eine der vielen Schenken aus und schauen den anderen Touristen bei ihrem Treiben zu. Ähnlich muss es früher hier ausgesehen haben, als Händler, Handwerker und all die anderen Bewohner hier sich in der engen Gassen aneinander vorbeidrängten. Über die vielen Treppen steigen wir bis zum Eingang zur Abtei hoch, dort drängen sich die Besucher in einer langen Kolonne und warten bis sie eingelassen werden. Das ist uns dann doch zu viel des Guten und wir verzeihen uns auf die Wehrmauer, die über viele Treppen wieder hinunterführt und den Blick über die weite Bucht rund um Mont Saint Michel freigibt.
Auf dem Weg zurück zum Eingangstor erstehen wir uns noch ein Souvenir für Nico, ihm hat der Besuch hier speziell gut gefallen.
Wir verlassen den Mont und setzen unseren Ausflug in Richtung Sain Malo fort. Offensichtlich ist heute jedermann durch das schöne Wetter zum Osterausflug animiert worden, denn alle Parkings rund um die Altstadt von Saint Malo sind rappelvoll. So muss Doris ihre runden Füsse nochmals etwas plagen, da wir etwas weiter zur Altstadt laufen müssen. Im Bistro «Cafe de l’Ouest» finden wir einen schönen Tisch für einen Apéro, zur Feier des Tages wollen wir ein feines Nachtessen geniessen. Die Speisekarte ist ein wenig naja, daher machen wir uns nach einiger Zeit auf die Suche nach einem passenden Lokal. Sehr viel Bistros sind aber noch geschlossen und in eine Crèperie wollen wir heute weniger, so laden wir nach einiger Zeit einen Tisch weiter innen im selben Lokal, wo wir vorher aufgebrochen sind. Frisch gestärkt machen wir uns wieder auf den Heimweg in unser frisch gekühltes schwimmendes Heim.

 

 

Montag, 17.4.2017 – Donnerstag 20.4.2017

 

Wir fahren für eine Kurzvisite zurück nach Bremgarten, wo wir bei Nico als Feriengäste logieren können. Toll, dass wir alle drei uns beim Fahren abwechseln können. Die letzten Stunden in der Schweiz ziehen sich allerdings in die Länge, denn kaum erreichen wir die Schweizergrenze, stehen wir schon im ersten Stau! Der Besuch im Hardys fühlt sich so an wie wenn wir erst gestern das schmucke Städtchen in Richtung Bretagne verlassen hätten. Die Zeit ist für uns auch wirklich wie im Flug vergangen. Der kurze Besuch erlaubt uns noch einiges z erledigen, doch viel zu schnell vergeht die Zeit, wir geniessen die Zeit mit Nico sehr und feiern zu dritt den Geburtstag von Doris im «Goldenen Lamm» in Waldshut. Die schönen Geschenke von Nico an uns beide gefallen uns sehr, sie stimmen uns aber auch etwas melancholisch, denn bald heisst es wieder Abschied nehmen voneinander für eine längere Zeit. Am Donnerstag geniessen wir nach einem dichtgepackten Morgen einige Augenblicke Sonnenschein am Reussufer im «Bijou» und den Abend verbringen wir mit Nicos Freunden. Danke Luzia und Pascal!

 

 

Freitag, 21.4,2017

 

In aller Frühe geht der Wecker los, es ist 03.15, es geht wieder in Richtung Bretagne. Um 04.00 holt uns Dodo ab, die beinahe der Schlag trifft ob unserem «wenigen» Gepäck» Irgendwie gelingt es aber alles im Wagen zu verstauen und nach Basel zu transportieren. Momente des Abschieds am Bahnhof mit einigen Tränen in den Augen. Vielen Dank Dodo und Nico für Euer Abschiedsgeleit! Wir hoffen Dodo wird den Gutschein für die Biere im Hardys geniessen können.
Wir gehen mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Lachend – weil wir uns auf die nächste Zeit freuen und weinend – weil wir viele Leute, die wir in unser Herz geschlossen haben zurücklassen müssen, zu aller erst Nico, den wir aber «bald» wieder auf den Balearen treffen wollen. Dort werden wir wohl auch keine Heizung mehr brauchen, auch wenn diese dann sicher bestens funktioniert.
Dann geht es im Zug fort aus der Schweiz, zuerst nach Strassbourg, wo wir mit dem TGV nach Nantes fahren sollen. Der Zug trifft mit einiger Verspätung in Strassbourg ein, auf der Infotafel können wir nichts von einem TGV nach Nates finden. Nach einigem hin und her finden wir dann heraus, dass der TGV mit einer halben Stunde Verspätung abfahren soll und daher noch nicht aufgeführt ist. Daher bleibt noch Zeit für einen zweiten Kaffee und ein erstes Croissant in Frankreich. Die Fahrt quer durch Frankreich ist ein schöner Erlebnis und vergeht beinahe wie im Flug. In St. Nazaire werden wir von Patrice unserem Wohnungsvermieter abgeholt und nach Arzal gefahren. Auf der Fahrt werden meine Französisch Kenntnisse arg strapaziert, denn wir reden über Gott und die Welt. In Arzal angekommen, bringen wir unsere Schiffsuhr retour, denn die bleibt immer um 17.30 stehen.
Wir sind rechtschaffen müde, es geht früh ins Bett.

 

 

Samstag 22.4.2017

 

Wir beginnen unser Riesenpuff an Bord aufzuräumen und einigermassen sinnvoll nach Kategorien einzuordnen. Dies beschäftigt uns eine ganze Weile, aber immerhin sieht das Resultat schon recht wohnlich aus. Dann dürfen wir den Wagen von Arzal Nautique benutzen um noch einige Einkäufe zu erledigen. Am Abend haben wir das Boot soweit aufgeräumt, dass wir drin wohnen können ohne andauernd über irgendwelche Taschen, Schachteln und anderes zu stolpern.

 

 

Sonntag 23.4.2017

 

Heute steht unter anderem die Bordelektronik auf dem Programm, denn es gibt da noch einiges, das im Argen liegt. Die GPS Antenne weigert sich noch immer partout vom Plotter erkannt zu werden. Dann muss das VHF Gerät noch eingebaut und angeschlossen werden. Des Weiteren warten noch einige andere «Kleinigkeiten» auf uns. Als ich am Nachmittag die GPS Antenne noch montieren will, stelle ich mit Schrecken fest, dass der Antennenstecker sich von dieser Seite nicht in die Antenne einführen lässt. Das ganze Kabel muss nochmals aus dem engen Kabelkanal herausgezogen werden…. Mist. Ich freue mich riesig auf diese Tätigkeit am nächsten Morgen. Doris hat derweil mit Aufräumen und Einräumen weitergemacht und noch weiter Ordnung ins Chaos im Stauraum gebracht. Zur Entschädigung besuchen wir wieder einmal das L’Inflexible für eine Runde Fish and Chips und zum Abschluss einen super-feinen Café Gourmand!.

 

 

Montag, 24.4.2017

Heute müssen die Wassertanks gefüllt werden. Nach einer halben Füllstunde begebe ich mich unter Deck und stelle fest, dass wir die ganze Zeit unseren Schwarzwassertank spülen. Der Tankdeckel ist aber nicht mit «Blackwater» beschriftet, sondern lediglich mit «Eau» und «Water», wir sind somit entschuldigt und haben nun den saubersten Schwarzwassertank im ganzen Hafen. Weiter geht es mit GPS- Antennenkabel ausfädeln und wieder einfädeln, Anschliessen des NMEA 2000 Ports am Plotter und Austesten – Hurra, der Plotter erkennt die Antenne und bestimmt die Position des Bootes – ein Erfolg Tadaaaaa…..

 

Dienstag 25.4.2017

Der Morgen ist verregnet und kalt, wir bleiben an Bord und warten auf Gilda, er will uns heute Nachmittag die Technikdetails an Bord erklären, eine Herausforderung an mein noch nicht ganz so taufrisches Französisch. Heute bekommt die Santjana ihre Segel, Genua, Kutter (Trinquette) und Gross. Wir sind froh, dass wir von Gilda so professionell und tatkräftigt begleitet werden. Ohne sein Zutun hätten wir vermutlich einiges länger gebraucht um Ordnung in das Leinen- Wirrwarr zu bringen. Leider spielt das Wetter so gar nicht mit bei dieser Aktion, es ist kalt, regnerisch und natürlich bläst der Wind aus der verkehrten Richtung um das Gross hissen zu können, um zu prüfen, ob alles stimmt. Diese Aktion verschieben wir auf später.

 

Mittwoch 26.4.2017

 

Das Erwachen ist heute besonders zäh, denn die Nacht war sternenklar und es ist sehr kalt – 0 Grad. Es braucht jedes Mal einiges an Überwindung aus den warmen Federn zum Naviplatz zu laufen und die Heizung einzuschalten. Wenigstens verbreitet die Heizung nach einiger Zeit angenehm wohlige Wärme. Heute Morgen wollen wir die Santjana ein erstes Mal auf dem Wasser bewegen. Vorher passen wir unsere Rettungswesten an, damit diese auch passen, wenn sie zum Einsatz kommen. Nach einigen Handgriffen sitzen die Westen und es kann losgehen. Also Motor anlassen, Instrumente einschalten, leider haben wir absolut keine Anzeigen auf den Instrumenten, irgendetwas stimmt nicht ….. Also blasen wir die Übung ab und lassen alles überprüfen. Wir verschieben die Santjana an die Tanke und füllen die beiden Dieseltanks erstmals ganz voll. Leider haben wir nicht daran gedacht, dass wir vor dem Manöver das Schwert und das Ruderblatt absenken müssen. Mit dem kräftigen Wind vertreibt die Santjana mit Doris an Bord relativ schnell vom Steg in Richtung offenes Wasser. Ich habe das Boot zum Glück noch an einer langen Leine und mit etwas hin und her gelingt es uns das Boot umzudrehen und zu tanken.

 

In der Pantry tröpfelt der Wasserhahn still und leise vor sich hin und veranstaltet eine immer grösser werdende Pfütze auf der Ablage und auf dem Boden. Also auf zu Leroy und einen neuen Wasserhahn suchen, wir finden dort sogar dasselbe Modell. Leider entwickelt sich das Ganze zur Arbeit für einen Schlangenmenschen und erst nachdem diverse Schrauben und Bretter entfernt worden sind komme ich einigermassen an die Wasserleitungen und Arretierung des Wasserhahnes, so ich diesen entfernen kann. Der Einbau erfolgt in umgekehrter Reihenfolge und bald danach erfolgt der Probelauf – Ich habe eine perfekte Dusche installiert, denn das Wasser schiesst aus einigen Verbindungsstellen, nur aus dem Hahn selbst tröpfelt ein Rinnsal. Leider wurden keine Dichtung mitgeliefert und die beiden Ship Chandleries haben bereits geschlossen. Somit kein fliessendes Wasser an Bord heute Abend. Dafür stinkt es in der Bugkoje nach Diesel, ein Ventil leckt etwas nach unserem Volltanken am Mittag und verbreitet Dieselaroma im Schiff. Ich bandagiere den leckenden Stutzen vorsichtshalber mit Haushaltspapier und einem Plastiksack, damit wir einigermassen ohne  Dieseldämpfe schlafen können. Ein eher harziger Mittwoch neigt sich dem Ende zu.

 

 

Donnerstag 27.4.2017

 

Wieder eine kalte Nacht, der heisse Kaffee am Morgen weckt unsere Lebensgeister. Der Test des Bordrechners hat gezeigt, dass die Unit selbst in Ordnung ist – eine grosse Entlastung für unser Budget. Allerdings ist noch immer nicht klar, wodurch der Fehler verursacht wird.
Die leckende Dieselleitung wird neu abgedichtet. Ich finde die notwendigen Dichtungen und kann den Wasserhahn korrekt anschliessen, es gibt wieder Wasser an Bord. Das Gross steht auch gut, wie unsere nochmalige Übung mit Segel setzen zeigt. Der Einbau der des Gasventils verschiebt sich nochmals um einen Tag, da das Teil irgendwo beim Spediteur festsitzt. Die Küche bleibt heute somit nochmals kalt und der Bistrobesitzer erfreut sich später an unserem erneutem Besuch.
Zur Feier des Tages erhält Santjana ihre Schweizerflagge, die wir zu den Klängen aus «Pirates oft he Carribean» würdevoll setzen.

 

Freitag, 28.4.2017

 

In der Schweiz soll es kräftig geschneit haben, auf den Strassen soll es Chaos gegeben haben. Hier hat es zwar nicht geschneit, es ist immer noch sehr kühl, aber immerhin nicht mehr 0 Grad, wie vorgestern. Am Morgen gehen wir Einkaufen und machen uns anschliessen daran, die Stauräume zu klaren und zu entrümpeln. Das Resultat lässt sich sehen. Am Nachmittag räumen wir das Feld und überlassen Santjana den Spezialisten Gilda und Löik für den Einbau des Gas-Ventils. Wir planen unser Auslaufen für Dienstag den 2. Mai, aber haben noch einiges vor uns zu erledigen. Karte in den Plotter laden, Dinghi und Aussenborder klar machen, Dinghi- Aufhängung installieren, Lifelines anbringen, etc.

 

Samstag, 29.4.2017

 

Nach einer erfrischend warmen Dusche geht’s zur l’Epicerie du Port um ein Baguette zu kaufen. Bei jedem Besuch dort werde ich durch den Verkäufer an die amerikanische Serie « Hör mal wer da hämmert erinnert, denn der Verkäufer gleicht wirklich dem einen Schauspieler wie ein Ei dem anderen. Ein englisches Boot will seinen Schmutzwassertank absaugen, da wir die Pumpstation blockieren, bewegen wir die Santjana eine Bootslänge nach vorn und anschliessend wieder zurück.
Wir kleben etwas an diesem Platz, denn wir wissen nicht ob und wo wir allenfalls wieder einquartiert werden, sollte uns ein anderes Boot zuvorkommen. Mit dem ganzen Manöver und warten geht der Vormittag auch ins Land…. Am Nachmittag machen wir uns an die Aufhängung für unser Dinghi am Heckträger. Der Flaschenzug ist fast fertig, es fehlen nur einige Karabiner, also wieder einmal in den Laden für Bootszubehör, wo wir bereits zur Stammkundschaft gehören….

 

Immerhin ist das Wetter herrlich sonnig und warm, morgen soll es dann dafür umso nässer und kälter werden, aber wir geniessen den Moment an der wärmenden Sonne.

 

Dinghi aufgeblasen und Aufhängung bereit, jetzt geht es an den Aussenborder, der aus seinem zweijährigen Winterschlaf aufgeweckt werden muss. Bisher erschöpften sich meine technischen Erfahrungen mit Aussenbordern auf Benzin nachfüllen und anwerfen des Motors. Also erstmal das Operationsmanual studieren, was da so steht, um einen Motor aus dem Winterschlaf zu holen.  Im Moment ist der Tank Knochen trocken, nach Auffüllen des Tanks und einigen Dutzend erfolglosen Anreissversuchen, lasse ich erst mal ein wenig die Natur wirken. Nach einiger Zeit des Wartens startet der Motor mit einigen Hustern, um dann regelmässig vor sich hin zu tuckern. Huurraaaaa!

 

Die ganzen heutigen Erfolge feiern wir im L’Inflexible bei einer feinen Portion Fish und Chips und Crêpes Suzette zum Nachtisch. Leider wird es dann aber doch zu kühl um zum Nachtessen draussen bleiben zu können.

 

Sonntag, 30. 4.2017

 

In der Nacht werden wir durch heftiges Klopfen über unseren Köpfen geweckt, der Regen prasselt an Deck und veranstaltet eine Dauerdusche. Nach dem z’Morge und meinen erfolglosen Versuchen dem … - Plotter die korrekte Navigationskarte zu laden, demontieren wir den Windpilot und hängen das Dinghi an den Heckträger. Der Windpilot ist eine feine Sache, übernimmt er doch die Steuerung des Bootes auf langen Strecken, in dem er mit Hilfe einer kleinen Windfahne über eine clevere und einfache Mechanik ein kleines Ruderblatt steuert. Den Windpilot wird uns auf längeren Strecken sehr gut entlasten, auf längeren Strecken hingegen benötigen wir kein Dinghi, so dass die beiden eigentlich sehr gut aneinander vorbeikommen. Draussen regnet es und ist unfreundlich, wir sitzen in der warmen Kajüte und geniessen so einen Hafentag.