Erste Hälfte Juli 2018
Erst mal müssen wir noch die Lieferung des bestellten Ersatzluks abwarten und ich muss mich um den leidigen Inspektionsdeckel kümmern. Das gibt Gelegenheit auch mal die Strände von Cap d’Agde zu geniessen.
Beide Gasflaschen sind leer und müssen ausgetauscht werden. Die Tankstelle mit den Gasflaschen ist eine halbe Stunde von unserem Liegeplatz entfernt, also sind wir einen Morgen mit der Gastransaktion beschäftigt. Klar nimmt der Händler die spanischen Gasflaschen nicht mehr zurück….

 

Das angefragte Luk soll gemäss Ships chandler erst Mitte August verfügbar sein. Also gehen wir zum anderen örtlichen Ships Chandler, der uns verspricht, das Teil innerhalb zweier Wochen besorgen zu können. Der Deckel vom Inspektionsloch kriege ich noch immer nicht weg, es ist zum….
Dazwischen sorgen die Spiele der Fussball WM immer wieder für Abwechslung.

 

Wenigstens ist der neue Windgenerator beim Ships Chandler eingetroffen, nachdem unser bisheriges «Windredli» den Geist aufgegeben hat, bzw.  Das Kugellager auseinandergeflogen ist. Ersatzteile gibt es leider auch nicht mehr, der Windgenerator wird nicht mehr hergestellt.
Die Montage des Dynamos geht eigentlich ganz gut von statten, Doris malt noch eine wilde Wespe auf die Windfahne des Windgenerators. Bals können wir unseren eigenen Strom produzieren, was bei längeren Ankeraufenthalten doch sehr hilfreich ist. Wir haben zwar auch noch zwei Solar- Paneele, die geben aber zu wenig Energie ab, um Kühlschrank und Bordelektrik über längere Zeit am Laufen zu halten.
Wir zerren unser zusammengebundenes Dinghi aus dem Vorpiek, wir geraten schon etwas ins Schwitzen, aber mit einigem Zerren, ziehen und schieb haben wir schlussendlich unsere Snoopy 2 wieder an Deck und bald darauf wieder auf dem Steg. Bald ist das Dinghi wieder zusammengebaut, aufgepumpt und baumelt am Heckträger unserer Santjana.
Mittlerweile schlage ich mich einmal mehr mit dem Problem des Autopiloten herum. Nach einigem Herumsuchen im Internet finde ich einen örtlichen Vertreter des Raymarine Herstellers in Cap d’Agde. Trotz mehrmaligem Vorbeischauen im Shop finde ich jeweils immer ein Schild «Je suis absent pour le moment….» Beim dritten Besuch sehe ich dann eine klein geschriebene Telefonnummer auf dem Pappschild. Beim Anruf lande ich natürlich prompt auf seiner Voicemailbox und hinterlasse ihm meine Frage nach Unterstützung mit meinem Problem. Einige Zeit später erhalte ich Antwort, dass sie «nur» für den elektronischen Teil des Systems zuständig seien und mir bei meinem Hydraulikproblem leider nicht weiterhelfen könnten.

 

Also wieder zurück auf Feld eins wie bei «Mensch ärgere dich nicht». Einmal mehr mache ich mich ans entfernen des Inspektionsdeckels. Immerhin gelingt es mir die beiden festgefressenen Schrauben zu entwerfen, welche bisher den Deckel festhielten. Trotzdem bewegt sich der vermaledeite Deckel keinen zehntel Millimeter.

 

Zwei Tage später ein weiter Anlauf, ich greife zu schwererem Geschütz und nehme unseren Boschvibrationsschleifer zu Hilfe. Mit dessen Hilfe gelingt es mir immerhin, die Umrisse des Deckels heraus zu fräsen. Auch danach bewegt sich Teil kein Millimeter. Erst nach einer halben Stunde kräftigen Klopfens mit dem Hammer lässt sich der Deckel entfernen. Heureka. Immerhin sehe ich dann etwas besser unter diese Abdeckung. Offensichtlich ist einer der Hydraulikschläuche, die den Hydraulikzylinder bewegen geplatzt und muss ersetzt werden.

 

Beim nächsten Besuch bei der lokalen USHIP Vertretung frage ich, ob sie allenfalls einen Mechaniker kennen würden, der sich dem Problem annehmen könnte. Am nächsten Tag kommt dann tatsächlich ein USHIP Mitarbeiter vorbei uns sieht sich die Bescherung an. Ja, das könne man recht einfach austauschen meint er, allerdings wisse er halt nicht, ob sie einen solchen Schlauch schnell bestellen können. Allenfalls könne es bis zu einer Woche dauern, bis der Schlauch verfügbar sei.
Aber bereits am Nachmittag kommt der Mechaniker freudestrahlend mit dem Ersatzschlauch wieder an Bord und baut das Teil auch grad wieder ein. Uns fällt ein grosser Stein vom Herzen, es geht zwar auch ohne den Autopiloten, aber er ist doch eine grosse Hilfe in Anbetracht, dass wir nur zu zweit an Bord sind.

 

Freitag, 13. Juli 2018 – Cap d’Agde nach Port Camargue

 

Noch ein Brot in der Boulangerie holen, unseren Aufenthalt in Cap d’Agde in der Capitainerie zahlen, dann noch tanken. Anschliessend geht es endlich wieder einmal weiter. Es ist praktisch windstill, wieder einmal werden wir durch unseren Dieselwind angetrieben. Es geht vorbei an dem langen Sandstrand, den wir so oft genossen haben. Zurzeit ist aber noch wenig los am Strand, einige Spaziergänger, Jogger sind unterwegs, sonst ist noch Ruhe. Weiter geht es nach Sète mit seinem grossen Handelshafen. Auch Sète lassen wir diesmal an Backbord liegen und schleichen zwischen Ufer und der verbotenen Zone (markiert mit Quadranten) Richtung Osten.

 

Kurz vor Port Camargue nimmt der Wind dann wieder zu, aber jetzt sind wir schon vor der Hafeneinfahrt und wollen jetzt auch nicht mehr die Segel für 10 Minuten hochziehen. Per Funk künden wir unsere Ankunft an und werden im Vorhafen in Empfang genommen und zu unserem Liegeplatz geleitet. Port Camargue ist mit 2100 Plätzen einer der grösseren Marinas an dieser Küste. Die beiden Marineros empfangen uns sehr hilfsbereit und machen uns mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut. Nach dem obligaten Anlegetrunk geht es erst mal unter die Dusche. Unser Spaziergang anschliessend bringt ausser der Bar «La Perle» noch keinen Aufschluss über weitere wichtige Dinge wie Lebensmittelladen, Boulangerie etc. Aber das kommt morgen ja sicher noch.

 

Samstag 14.7.2018 Port Camargue (französischer Nationalfeiertag)

 

Heute haben wir uns einiges vorgenommen, so will ich endlich das Windrad und die Fahne für unseren Windgenerator installieren. Dann brennt unser Kochherd seit einiger Zeit nur noch mit einer sehr kleinen Flamme, was Kochen zu einem enormen Geduldsspiel werden lässt. Weiter müssen wir unser Teakholz im Cockpit dringend reinigen und neu einölen. Es sieht seit der letzten Atlanitküberfahrt einfach nur übel aus.
Die Hornisse von Doris auf unserer Windfahne sieht super aus und wird am Windgenerator montiert.
Leider lässt sich das Windrad nicht montieren, da die Welle des Generators 15mm Durchmesser aufweist, während der Durchmesser im Windrad 18.5mm misst, Schluderei seitens Hersteller. Ich darf also am Montag wieder in den Laden tippeln, den ganzen Mist erklären und hoffen das mir gnädiger Weise eine Lösung geboten wird.
Beim Problem mit unserem Kochherd tappe ich ebenfalls im Dunkeln. Bereits habe ich den Druckregler getauscht, die Gasflasche gewechselt, den Schlauch auf Durchgängigkeit geprüft, langsam aber sicher gehen mir die Ideen aus. Richtig, in der Zuleitung befindet sich noch ein Absperrhahn, der etwas unglücklich im Innern einer Schublade angebracht ist. Nachdem der Absperrhahn ebenfalls in der richtigen Position ist, er wurde offensichtlich zufälligerweise beim Einräumen der Schublade geschlossen, brennen auch die Flammen der beiden Brenner wieder in der richtigen Stärke. Einer gepflegten Bordküche steht somit nichts mehr im Weg.
Wir schrubben beide am Holz im Cockpit, immerhin zeigt die ganze Arbeit auch ein Resultat. Das Holz sieht nach unserer Behandlung deutlich heller und sauberer aus.

 

Nach der ganzen Plackerei sind wir etwas auf dem Gummi und halten erst mal etwas Siesta, nicht zuletzt zur Vorbereitung auf das Feuerwerk anlässlich dem französischen Nationalfeiertag.
Zur Feier des Tages geniessen wir einige Austern «Chez Henri» den es gemäss Schild bereits seit 1993 gibt.
Um ca.22 Uhr nimmt der Bootsverkehr im Zufahrtskanal neben unserem Liegeplatz extrem zu, in der nächsten halben Stunde fahren einige hundert Boote an uns vorbei, um vor der Marina dem Feuerwerksspektakel beizuwohnen. Das Feuerwerk von Port Camargue ist schön, aber wird von dem Spektakel in La Grand Motte in den Schatten gestellt. Kaum ist das Feuerwerk von Port Camargue vorbei, zieht der gesamte Boots-Corso von hunderten von Booten wieder an uns vorbei in Richtung Liegeplatz. Zweitweise halten wir uns einen Lappen vor Nase und Mund, so sehr stinkt es nach Abgasen. Der ganze Auswand für 15 Minuten Feuerwerk, na ja….

 

Sonntag, 15.7.2018 – Port Camargue

Der Bootsverkehr setzt erst nach 10 Uhr ein, offensichtlich ist es gestern Nacht noch etwas länger geworden. Nach dem z’Morgen mit einem frischen Baguette aus der lokalen Boulangerie nehmen wir uns noch einmal das Holz im Cockpit vor. Die Insassen der ausfahrenden Boote beäugen uns argwöhnisch. Wie kann man nur an einem Sonntag, dazu noch bei solchem Wetter am Boot arbeiten. Nach zwei Stunden ist das Ganze überstanden und das Holz im Cockpit sieht wieder fast wie neu aus. Die ganze Plackerei hat sich aber gelohnt und das Resultat kann sich sehen lassen und macht uns beiden Freude.
Ob es heute wohl nochmals ein Feuerwerk geben wird? Frankreich spielt gegen Kroatien um den WM-Titel, mal sehen, wir drücken den Daumen.

Montag, 16.7.2018 – Port Camargue

Heute will ich endlich das Windradproblem lösen. Also machen wir uns zum lokalen Vertreter von AD auf, um diesem das Problem mit dem falschen Lochdurchmesser zu erklären. Dieser zeigt sich aber wenig kooperativ, schliesslich sei die Lieferung durch AD in Cap d’Agde erfolgt. Mein Einwand AD bleibe schliesslich AD, egal ob Port Camargue oder Cap d’Agde, trifft ihn auch nicht weiter. Schlussendlich bleibt mir nur die Wahl, den installierten Windgenerator zu demontieren und nach Agde schicken zu lassen oder selber nach einer Lösung zu suchen. Da es mir stinkt, die Installation wieder zu entfernen, suchen wir am Nachmittag wieder einmal in diversen Briccolage Magasins nach einem passablen Workaround. Mal sehen vielleicht geht es ja auch so ….
Gegen Abend kommt kräftig Wind auf. Ein französisches Boot will vor uns längsseits an den Steg gehen und verheddert sich mit unserem Dinghi am Heck. Mit etwas Hilfe unsererseits liegt ihr Boot nach einigem Ziehen und Zerren sicher am Steg. Der Skipper entschuldigt sich für das Manöver und lädt uns für später zu einem Mojito ein. Aus dem kurzen Mojito- Besuch wird ein längeres Dinner bei ihnen an Bord. Ganz lieben Dank an Serge und seine Crew für den lustigen und großartigen Abend bei euch! Da sie in die selbe Richtung nach Osten unterwegs sind, treffen wir uns hoffentlich noch einmal.

 

Dienstag, 17.7.2018 – Port Camargue
Heute will ich das Hafen – WiFi nutzen, um unser Logbuch wieder einmal zu aktualisieren. Leider ist die Geschwindigkeit unterirdisch schnell. Es geht zwar mit hängen und würgen um den Text hoch zu laden. Bei den Fotos streikt die Verbindung aber schlichtweg, weniger toll und das für 9 Eus am Tag …..

Mittwoch, 18.7.2018 – Port Camargue – Saint Florent

 

Wir zahlen unsere Liegegebühren, kaufen noch frisches Brot und legen um acht Uhr dreissig vom Steg ab. Es geht dem lagen Sandstrand zuerst nach Süden und dann nach Osten. Auch hier müssen wir Slalom um die vielen Hummerkörbe und Fischernetze fahren, es ist immer wieder ein Herausforderung, welches Fähnchenpaar bildet nun ein Netz oder ist’s nur ein Korb.
 Die Gegend wird immer flacher, das Rhonedelta, die Camargue lassen an Backbord grüssen. Wir passieren das Städtchen Saintes-Maries-de-la-Mer, wo sich im May die Gitanos treffen. Nico ist auf seiner Radtour durch das Rhonetal hier auf das Mittelmeer gestossen, bzw. ist mit seinem Velo ins Meer gefahren. Kein Wunder hat das Rad hinterher zu rosten und zu Quietschen begonnen
😉
Der Wind hat nachgelassen, wir motorsegeln und Gross Richtung Osten. Wir passieren den Golfe de Fos mit seinen Hafen und Chemie-Industrieanlagen. Am Abend stehen wir vor Marseille, wir sehen das Chateau d’If, es geht weiter in Richtung Toulon, wo wir auch des Nachts vorbeifahren. Cassis, La Ciodat, Bandol etc. heben wir uns für den Rückweg auf, wenn die Hochsaison wieder vorbei ist und wieder etwas mehr Ruhe in den Marinas und Städtchen eingekehrt ist.
Bei den Iles d’Hyères verlassen wir die Küste und fahren weiter Kurs Ost. Einige Fähren kreuzen unseren Kurs in Richtung Koriska und verschwinden vor uns in der Dunkelheit. Das Meer ist immer flacher und darüber wölbt sich ein mondloser Sternehimmel, die Milchstrasse ist wieder einmal einfach tief beeindruckend!
Endlich sehen wir unseren ersten Wal, ein stattlicher Bursche, der einige Zeit neben uns herschwimmt, dann aber sein Interesse an uns verliert und abdreht. Der Diesel dreht brav seine Runden und um acht Uhr abends tauchen die Gebirge von Korsika aus dem Abenddunst auf. Noch sind es aber immer noch gut 50 Meilen bis zu unserem Ziel. Wir reduzieren unsere Geschwindigkeit, um morgen Freitag mit dem ersten Tageslicht in die Bucht von Saint Florent einzulaufen.

Freitag, 20.7.2018 Saint Florent

Wir ankern in der Bucht unweit des hübschen Städtchens. Aber erst einmal schlafen wirn och einige Stunden nach.
Am früheren Nachmittag fahren wir mit unserer Snoopy rüber in die Marina, wir müssen unseren Müll, den wir säuberlich trennen loswerden und Frisches einkaufen. Wir haben den Eindruck, das seit unserem letzten Besuch hier vor einigen Jahren viel passiert ist. Die Restaurants wurden modernisiert und bieten mittlerweile gehobenere Küche mit weiss gedeckten Tischen und gehobenerem Ambiente an. Kein Wunder, in erster Hafenreihe liegen einige sehr grosse Motoryachten, mit der entsprechenden Klientel.

Samstag, 21.7.2018 Saint Florent

Wir geniessen unser Frühstück im …. Unter Platanenbäumen, leider hat es auch ein paar Viecher die gierig nach meinem Blut sind. Wir brauchen einen Trichter um Benzin in den Aussenborder zu füllen.
Die Frage der Briccolage- Besitzerin bringt mich etwas in Bedrängnis, was heisst doch gleich Trichter nun schon wieder, gut gibt es LEO on Internet….
Am Nachmittag beginne ich mit zwei Arbeiten, einerseits muss ich die Montageplatte für den Autopiloten wieder montieren. Dazu muss diese geschliffen und mit Grundierung und Decklack gestrichen werden. Dann hat sich die Klappe mit dem Duschkopf gelöst. Als ich diese vollständig entferne, kommt darunter ein grosses Stück zum Vorschein, wo die Farbe abblättert, auch hier muss geschliffen und gemalt werden. Was solls, morgen ist eh viel Wind angesagt, da gibt der Bordtag sicher Zeit dazu.

Sontag, 22.7.2018 Bordtag Saint Florent

Es weht ordentlich, böeig und gegen Abend sind auch noch Gewitter angesagt. Wir bleiben an Bord und werden ordentlich durchgeschaukelt, auch in der Nacht lässt der Wind nur langsam nach. Als er dann vollständig abgeflaut hat, lässt er eine Dünung zurück, die unser Bötchen noch mehr herumschlenkern lässt.

Montag, 23.7.2018 Bordtag Saint Floent

 

Malerarbeiten an der Durchführung des Duscheschlauchs, die alte Durchfürung hat sich von der Bordwand gelöst und musst ersetzt werden. Gleichzeitig habe ich die Inspektionsplatte des Autopiloten neu gemalt. Der Wellenschlag der vielen Motorboote ringsherum ist nervig, nur gut haben die ganzen Touristen- Bespassungs- Unternehmen jeweils um 18.00 Feierabend, so dass wieder Ruhe in der Bucht einkehrt. Dafür gibt es wieder Betrieb mit all den Booten, die von ihren Tagesausflügen wieder zurück in die Marina heimkehren. Die Manöver der Boote sind immer wieder eine wahre Freude für uns Zuschauer.

Dienstag, 24.7.2018 – Ausflug nach Bastia

Kurz nach neun Uhr fahren wir mit dem Santini- Bus von Saint Florent nach Bastia. Zuerst geht die Fahrt durch das Weingebiet rund um Saint Florent. Dann schraubt sich die Strasse kurvenreich zu einem Pass auf dem Bergkamm zwischen Saint Florent und Bastia. Die Aussicht auf die Bucht und das vorgelagerte tiefblaue mehr ist beeindruckend. Anschliessend wird die Sicht auf die Ostseite der Halbinsel und der Stadt Bastia frei. Nach einer knappen Stunde entlässt uns der Bus gleich neben dem Hauptplatz von Bastia. Wir schlendern vorbei an vielen Strassenkaffees und lasst uns dort in einem der Lokale zu einem zweiten Grand Crème nieder. Frisch gestärkt geht es danach durch die neu gepflasterten Gassen in Richtung Vieux Port. Auch hier hat sich seit unserem letzten Besuch auf Corsica einiges getan. Alle Lokale haben einiges investiert und erneuert um sich für den Ansturm der diesjährigen Sommersaison zu wappnen. Der Aufstieg zur alten Garnison ist schweisstreibend, di Sonne brennt erbarmungslos aus einem azurblauen Himmel in die Gassen der Altstadt. Wir lassen uns durch die engen Gassen treiben, bis der Duft aus einer Pizzeria uns ermahnt, dass es eigentlich bereits ein Uhr ist. Nun ja, warum nicht hier im Schatten mit dem Ausblick über den alten Stadthafen.
Die Pizza «Quatro Stagione» mundet einfach herrlich und gibt wieder neuen Schwung für den Rückweg.
Am späteren Nachmittag bringt uns der Bus wieder zurück nach Saint Florent. Der Fahrer unterhält sich während der ganzen Fahrt wort- und gestenreich mit zwei Fräuleins neben ihm. Ich bin mir nicht sicher, wo der liebe Fahrer hinblickt, auf die Strasse oder auf die tiefen Dekolletés der beiden Damen.

Nun ja, entgegen all der Tiefblicke erreichen wir um ca. halb fünf wieder unseren Ausgangsort.

Die Suche nach einer neuen Gasflasche gestaltet sich als schwierig, offensichtlich benutzt man auf der Insel wieder ein anderes Format und einen anderen Anschluss als unsere gegenwärtige Gasflasche an Bord.
Wir beenden den tollen Tag mit einem erfrischenden Bad mit anschliessender Dusche.

 

Dienstag, 25.7.2018 – Saint Florent

Baden und Frisches Einkaufen und sonst Dolce far niente 😉

 

Mittwoch, 26.7.2018 – Saint Florent
Für die Weiterfahrt müssen wir noch Wasser und Mineralwasser einkaufen, der Weg vom Laden zum Dinghi ist schweisstreibend. Es ist bereits morgens um 10 schon recht warm, um nicht zu sagen heiss.
Wir geniessen ein letztes Bad zum Sonnenuntergang in der Bucht von Saint Florent, dann heisst es einmal mehr den Aussenborder an Bord zu heben und das Dinghi an unserem Heckausleger hochzuziehen. Somit sind wir bereit für das morgige Ankerauf und Diesel übernehmen an der lokalen Tankstelle.

Donnerstag, 27.7.2018 – Saint Florent nach Macinaggio

Der Tankwart ist wenig erbaut als er uns kurz vor 8 Uhr bereits vertäut an seiner Tanke vorfindet. Er grummelt etwas von «zu früh» und mein Einwand auf Französisch «besser früh, als zu spät» findet er auch nicht lustig. Dem anderen Boot, das neben uns tankt hilft er mittels anschieben beim Ablegen, uns guckt er nur etwas blöde hinterher, als wir das gleiche Manöver selbstständig erledigen. Nun ja, deswegen gab es auch keinen Tipp….

 

Wir fahren entlang der Halbinsel von Corisica nach Norden, runden Cap Corse mit seinem markanten Leuchtturm und lassen bald darauf den Anker in der Reede vor Macinaggio fallen. So viele Boote haben wir hier noch nie gesehen. Wir liegen Dicht an Dicht und hoffen dass der Wind keine unerwarteten Kapriolen schlägt.

Freitag, 28.7.2018 – Macinaggio
Rund um unseren Ankerplatz tummeln sich viele der bekannten Fische mit dem weissen Kringel um den Schwanz. Der Köpfler ins erfrischende Meer am Meer verschreckt sie allerdings, so dass sie auseinanderstieben.
Auch im Städtchen Macinaggio ist seit unserem letzten Besuch einiges gemacht worden. Der Laden beim Hafen ist aber immer noch im Villa Kunterbunt Modus. Aber – oh Wunder – hier finden wir sogar eine neue Gasflasche mit dem richtigen Anschluss und der richtigen Grösse. Hier hätten wir das jetzt am wenigsten erwartet.
Am Abend wirft knapp neben uns ein älterer Schwede seinen Anker, unseren Einwand, dass sei aber zu nahe, wischt er mit einer ärgerlichen Handbewegung zur Seite. Naja, sein Problem, unser Alu gegen sein Kunststoffboot, wer wird da wohl mehr leiden? Wenn er uns unbedingt beim Nacktbaden zusehen will, immerhin badet er auch nackt, da wäre etwas mehr Wasser zwischen unseren Booten vorteilhafter gewesen…..

 

Samstag, 29.7.2018 – Macinaggio

 

Baden und kurzer Abstecher ins Städtchen um Frisches zu holen, ebenso benötigen wir Kaffee, Rosé und frische Brot. Der alte Schwede verzieht sich mit seinem Kahn in eine andere Bucht weiter nördlich, somit keine unmittelbaren Zuschauer mehr in unserer Nähe.

Sonntag, 30.7.2018 – Macinaggio – Marina di Campo (Elba)
Um halb acht geht der Wecker, wir heben den Anker und verlassen die friedliche Reede von Macinaggio. Es ist noch windstill, erst nach einer guten Stunde setzt ein Lüftchen aus Norden ein, so dass wir wenigstens die Hälfte des Wegs nach Elba unter Segeln zurücklegen können. Mitten auf dem Meer treffen wir auf die französische Fregatte F256, die unseren Kurs kreuzt und in Richtung Neapel im Dunst verschwindet.
Dann lässt der Wind wieder nach um erst kurz vor der Westspitze von Elba wieder stärker zu werden. Wir müssen aber eh die Batterien nachladen, so bleiben wir für den Rest der Fahrt unter Dieselhilfe.
Da unsere Windturbine dank der super Leistung des Lieferanten leider noch nicht in Betrieb ist, sind wir auf unseren Motor angewiesen, um unsere Batterien nachladen zu können.
Gegen fünf treffen wir in der Bucht von Marina di Campo ein, welch ein Anblick. Der ganze westliche Teil der Bucht ist bereits mit Ankerliegern belegt, uns bleibt nur noch ein Platz am östlichen Rand zu finden. Unser erster Ankeranlauf bringt uns nahe einem anderen Boot zum Liegen. So gehen wir nochmals Ankerauf und verlegen unseren Ankerplatz um ein paar Dutzend Meter nach Osten. Der Anker hält in 10 Meter Tiefe über Sand und 60m Kette. Der Wind hat stark aufgefrischt und lässt die Santjana stark schwojen. Wenigstens haben auf dieser Seite der Bucht die Boote grossen Abstand voneinander, im Gegensatz zur Westseite, wo sie recht knapp voneinander entfernt sind.
Zum Abendessen gibt es Melone mit Rohschinken, zusammen mit einem Glas Rosé den wir beim Sonnenuntergang geniessen.

Montag, 31.7.2018 – Marina di Campo

 

Nach dem Frühstück machen wir einen Ausflug ins Städtchen, es herrscht viel mehr Leben hier als beim letzten Besuch. Kein Wunder, damals waren wir im September hier und jetzt ist Hochsaison. Der Strand ist rappelvoll, Sonnenschirm reiht sich an Sonnenschirm, das Gekreisch der Badenden klingt herüber.
Nach dem Ausflug sind wir froh wieder ins kühle Meer springen zu können, es war ordentlich schwitzig an Land.