Sonntag, 1 April 2018 Falmout Harbour (Antigua)

 

Badetag auf der «Santjana», wir müssen uns von den gestrigen «Strapazen» etwas erholen. Nach der langen Zeit auf dem Boot sind wir uns so «lange» Märsche nicht mehr gewohnt. Immerhin waren es vier Stunden bei recht hohen Temperaturen.

Montag, 2. 4.2018 – Falmouth Harbour (Antigua)
Das Wetter hat sich recht verändert, im Gegensatz zu dem ständig blauen Himmel der letzten Woche, ist es neuerdings immer stark bewölkt. Immer wieder segeln grosse dunkle Wolken aus dem Osten heran und entleeren sich wolkenbruchartig über uns. In einer Pause fahren wir mit dem Dinghi an Land für einen Abstecher in den «Provision Shop»

 

Dienstag, 3.4.2018 – Falmouth Harbour (Antigua)

 

Auch in der Nacht hat es häufig und stark geregnet. Die Ankerboje klopft an die Bordwand, bis mich Doris um drei Uhr in der Früh weckt: «Du, die Ankerboje»…. Die hat sich wieder irgendwo an unserem Heck verdröselt. Natürlich regnet es in Strömen, als wir das Dinghi ins Wasser lassen und die Leine der Ankerboje klarieren. Wir entfernen die Ankerboje, um noch weiteren solchen Aktionen vorzubeugen. Durch die unterbrochene Nachtruhe wird es am Morgen mit aufstehen auch etwas später. Immerhin verpassen wir nicht s draussen, denn…. Es regnet wieder einmal in Strömen …..

 

Mittwoch, 5.4.2018 – Falmouth Harbour (Antigua)

 

Wir geniessen das warme und sonnige Wetter, eine frische Brise sorgt für angenehme Kühlung. Wir machen nochmals einen Bummel durch den Park von English Harbour um mit einigen Souvenirs wieder zurückzukehren.

 

Donnerstag, 6.4.2018 – Falmouth Harbour (Antigua)

Wieder einmal an Land um frisches Gemüse und Früchte einzukaufen. Anschliessend gibt es zur Belohnung ein Rum Punch im «Skull Duggeries». Mit Ursi und Urs haben wir ein sehr schöne Videophone und können so Neuigkeiten von hier und von zu Hause austauschen. Es hat Spass gemacht wieder einmal direkt mit euch zu sprechen. Ein Telefongespräch ist eben doch etwas anderes als WhatsAp und SMS.

 

Freitag, 7.4.2018 – Ausflug nach St.Johns

 

Der Bus Nr. 17 bringt uns in dreiviertelstündiger Fahrt über holprige Strassen nach St.Johns. Kaum verlassen wir die Bucht von Falmouth Harbour ändert sich das Strassenbild. Die Häuser sind weniger gut unterhalten, es ist eine trockene Buschlandschaft. Ganz anders als die üppige Vegetation von St.Lucia. Der Bus füllt sich langsam, je näher wir zu St.Johns kommen.
Im Bus Terminal ist Endstation, wir verlassen den Bus und stehen mitten zwischen Gemüsemarkt, Fleisch- und Fischmarkt. Ein buntes treiben herrscht rund um uns herum, wir lassen uns langsam die Marketstreet hinunter treiben Richtung Hafen. Der Hafen besteht im Wesentlichen aus zwei grossen Piers, an denen die grossen Cruise Liners festmachen. Dann führt eine Strasse von der Einreisekontrolle direkt ins Touristenparadies mit vielen Juweliershops, Casino, Butiken und Souvenirshops. Einige Tische vor einer Bar sehen einladend aus. Wir bestellen uns ein Caribe, der Preis ist touristenhaft hoch, gerade mal das Doppelte wie in Falmouth Harbour. Immer wieder werden wir gefragt, ob wir ein Taxi bräuchten, unser «Nein, danke» stösst auf Unverständnis, denn offensichtlich werden auf Antigua alle Touristen in Taxis auf der Insel herumgekarrt.
Wir verlassen die Touristenzone wieder und besuchen das örtliche Museum, das die Geschichte von Antigua zeigt. Es gibt einen interessanten Einblick in die Entwicklung und Besiedlung der Insel Antigua. Von den ersten Bewohnern der Arrawak und Caribe Indianer über die Entdeckung durch Christoph Columbus, Sklaverei und der Abschaffung und schliesslich Erlangung der Unabhängigkeit.
Sonst gibt es hier nicht mehr viel zu sehen, so machen wir uns am früheren Nachmittag wieder auf den Rückweg zur Santjana.

 

Samstag, 7.4.2018 – Falmouth Harbour (Antigua)

Einmal mehr geht es mit dem Dinghi quer über die Bucht, wir brauchen Olivenöl, Brot und sonst noch ein paar Dinge für den Alltag. Den Rest des Tages geniessen wir den Sonnenschein und das angenehm kühle Wasser am Heck der Santjana. Immer wieder treffen wir auf Seeschildkröten, die kurz Luft holen an der Oberfläche, um dann wieder abzutauchen um zu fressen. Es sind scheue Tiere, umso schöner, wenn sie sich nahe bei unserer Santjana tummeln. Am Abend kurz vor Sonnenuntergang können wir jeweils so an die zwei dutzend Pelikanen beim Fische jagen zusehen. Unglaublich wie die sonst eher träge wirkenden Vögel aus 8 bis 10 Metern den Fisch im Wasser ausmachen, die Flügel anlegen und sich Pfeilen gleich ins Wasser zu stürzen. Kurze Zeit nach dem Eintauchen kommen sie wieder an die Oberfläche, was dann aber eher aussieht, wie wenn eine Bade Ente auftauchen würde.

 

Sonntag – Mittwoch, 11.04.2018 – Falmouth Harbour (Antigua)

Wir geniessen das schöne Wetter in der Bucht von Falmouth Harbour. Allerdings nimmt der Wind immer zu, so dass wir am Dienstag und am Mittwoch gezwungener Massen an Bord bleiben und den Tag mit Baden und Lesen verbringen. Auch so wird es schnell Abend, nebst Lesen und Baden gibt es an Bord immer die kleinen Arbeiten, die einem auf Trab halten. Hin und wieder läuft eine grosse Yacht in die Marina ein oder verlässt diese. Grosse Yacht heisst so alles ab ca. 80ft. Hier liegen aber auch wirklich stolze Boote an den Kais. Antik oder hoch modern, in Holz, GFK oder Carbon, sie bilden einen ganz extremen Kontrast zu den einfachen Häusern an der Küste.

 

Donnerstag, 12.04.2018 - Falmouth Harbour (Antigua)

Genau heute vor einem Jahr sind wir an Bord gegangen und haben zu unserem Segel- Abenteuer abgelegt in Arzal/Bretagne. Nicht zu glauben, wie schnell die Zeit vergangen ist… und was wir alles erleben durften.
Heute schaffen wir es wieder einmal per Dinghi an Land, es bläst etwas weniger und die Wellen in der Bucht sind nicht gar so gross wie die letzten paar Tage. Es wird auch Zeit, denn langsam aber sicher geht unser Frischvorrat zur Neige. Im «Skull Duggery» gelingt es uns wieder einmal ein Telefon mit Nico, dank dem dortigen WiFi. Es ist immer wieder schön, mit einander in Kontakt zu bleiben. Beim auspacken an Bord merken wir, dass die Kartoffeln im Laden geblieben sind, wenigsten ist es nicht die Flasche Rum, die wir vergessen haben.

 

Freitag, 13.04.2018 - Falmouth Harbour (Antigua)

 

Windiges Wetter, gaaanz langsam kommen wir dem Dinghi an Land… 

Samstag, 14.04.2018 - Falmouth Harbour (Antigua)

Heute ist es noch windiger, es bläst mit mehr als 25kn, daher bleiben wir lieber an Bord.

 

Sonntag, 15.04.2018 - Falmouth Harbour (Antigua)

Der Wind hat etwas nachgelassen, wir machen eine kleine Wanderung von English Harbour über den Middle Ground Trail zur One-Gun Battery. Es ist heiss, jeder Windhauch nehmen wir dankbar auf. Im Gegensatz zur letzten Woche ist es heute beinahe windstill. Der Weg führt uns durch eine sehr trockene Gegend, es ist eher wie in der Steppe, Dornenbüsche, Kakteen, kleine Bäume, einige Ziegen knabbern an Wachholder artigen Stauden. Die Aussicht von der One-Gun Battery entschädigt uns aber für die vielen Schweisstropfen, die wir im Aufstieg vergossen haben. Der Ausblick reicht von English Harbour, Falmouth Habour weit übers Meer bis hinüber nach Guadeloupe und Montserat.
Der Abstieg gestaltet sich weniger Schweisstreiben als der Aufstieg. Aber es dauert doch noch eine ganze Weile, bis wir in der Skull Duggery Bar unseren Durst löschen können. Ein Caribe hat allerdings nicht gereicht. Kaum sind wir wieder an Bord, öffnet der Himmel die Schleusen und einige Squalls ziehen über uns hinweg und verpassen uns eine Dauerdusche.

 

Montag, 16.04.2018 - Falmouth Harbour (Antigua)
Der letzte Tag in Falmout Harbour bricht an. Es hat uns gut gefallen in dieser schönen Bucht. Noch einmal frische Gemüse einkaufen und einen letzten Rum Punch in der Skull Duggery.

 

Dienstag, 17.04.2018 - Falmouth Harbour nach Jolly Harbour (Antigua)

 

Kurz vor Zehn lichten wir unseren Anker, was einigermassen gut geht, obschon sich «La Vie» vor zwei Tagen schier über unserem Anker platziert hat. Wir fragen uns schon, was das soll, wenn Boote so dicht in einander ankern.
Kaum sind wir draussen werden wir wieder von einer dicken Squall eingeholt und tüchtig angebraust. Toll, so wird wenigsten gleich der ganze Dreck auf dem Vordeck vom Anker hieven weggewaschen. Es geht der Küste von Antigua nach Nordwesten, durch den Great Goat Channel durch türkisblaues Wasser. Der Wind bläst zwar schön von achtern, aber wir müssen eh unsere Batterie laden, so wird halt mal wieder etwas der Dieselwind bemüht. Nach knapp drei Stunden fällt unser Anker im türkisblauen Wasser in drei Meter Tiefe vor Jolly Harbour. Zuerst einen Sprung ins angenehm kühle Wasser und dann ein Shandy zur inneren Kühlung. Cheers! Ganz in der Nähe liegen Salsa und Ellen, zwei alte Bekannte vom ARC 2017.
 

Mittwoch, 18.04.2018 – Vor Anker vor Jolly Harbour (Antigua)

Wir warten vor Jolly Harbour vor Anker. Es ist windig, aber das Wasser ist schön türkisblau.

 

Donnerstag, 19.04.2018 - Jolly Harbour (Antigua)

Um zehn Uhr gehen wir Anker auf und fahren die kurze Strecke nach Jolly Harbour, wo die Santjana kurz ans Trockene soll. Während dem vergangenen Jahr hat sie einen regelrechten Pelz aus Algen und Muscheln angelegt. Dieser Bewuchs soll heute im Boat Yard von Jolly Harbour herunter- kommen. Auf der Karte ist der Slip, wo die Santjana an den Kran kommen soll an einem anderen Ort eingezeichnet, als in der Realität. Den Kran kann man allerdings nicht übersehen. Als wir ins Dock einlaufen wollen, entsteht beim Yard Personal Aufregung, was wir den hier wollten? Naja, wir hätten einen bestätigten Krantermin heute um zehn Uhr dreissig. Grosse Verwirrung, grosse Diskussion von Land zum Boot und wieder zurück an Land. Nach einer Weile und ein Anlegemanöver später dürfen wir dann doch noch ins Dock einlaufen. Irgendwie ist mein Bestätigungsmail nicht im Yard angekommen. Bald hängt die Santjana in den Slings und der Bewuchs kommt vom Rumpf runter. Dann wird der ganze Rumpf mit dem Hochdruckreiniger abgespritzt. Der Rumpf sieht wieder fast neu aus und die Santjana kommt wieder in ihr Element zurück. Dazwischen bin ich einige Male zwischen Boatyard und Marina Office hin u n hergependelt, um zuerst den Vertrag aufsetzen zu lassen, zu unterschreiben und dann noch zu zahlen. Wie so oft hier in der Karibik, sind wir im Marina Office nicht gerade mit offenen Armen empfangen worden, ganz anders war der Kontakt mit dem Boatyard, wo sich die Angestellten sehr um uns bemüht hatten und sehr freundlich waren.
Zur Feier von Doris heutigem Geburtstag machen wir anschliessend in der Marina fest und geniessen dort ein feines Z’Nacht in der typisch griechischen Taverne. Ein ereignisreicher und sehr schöner Tag klingt langsam bei einem Glas Rosè aus.

 

Freitag, 20.4.2018 – Jolly Harbour (Antigua)

 Heute beginnen wir mit den diversen Arbeiten an Bord, die sich in den letzten paar Wochen langsam angestaut haben. Unter anderem muss das Cockpit mit dem Hochdruckreiniger ausgespritzt werden. Die Fischer auf der gegenüberliegenden Seite des Fahrwassers haben keine Freude an meinen Aktivitäten. Offenbar habe ich die Fische verscheucht oder dies vom Beissen abgehalten. Die Fische danken es mir.

 

Samstag, 21.04.2018 – Jolly Harbour (Antigua)

Weiter geht es mit Boot reinigen und aufräumen, unglaublich, was sich im Verlauf eines Jahres so alles angestaut hat.

 

Sonntag, 22.04.2018 – Jolly Harbour (Antigua)

 Wir arbeiten uns weiter durch unsere ToDo- Liste, zwischendurch wird unsere Arbeit durch einige Regengüsse verzögert.

 

Montag, 23.04.2018 – Jolly Harbour (Antigua)

 

Wir machen uns ans Aufräumen von unserem Stauraum. Kaum sind wir damit fertig, naht auch schon wieder eine dicke graue Wolkenwand und deckt uns eine Stunde mit einem Regenguss ein. Danach bleibt es heute angenehm kühl. Diesmal kommen wir weniger ins Schwitzen, wie die letzten paar Tage, als es eher tropenhaft war.

 

Dienstag - Montag, 30.04.2018 - Jolly Harbour (Antigua)
Die Tage vergehen wie im Flug, bei schönem Wetter, dh. ohne Regengüsse von oben können wir im Cockpit gemütlich z’morgen essen. Neben uns legen jeweils die Touristenboote an, übernehmen ihre Tagesgäste und verlassen die Anlegestelle wieder, um am späten Nachmittag wieder anzulegen, die Sonnen verbrannten Gäste wieder an Land zu bringen und ihr Anglerglück auf dem Steg abzusetzen. Im Verlauf dieser Woche kämpfen wir uns durch die Todo- Liste mit den noch anstehenden Arbeiten.
Kaum zu glauben wie schnell ein Tag sich an den anderen reiht, erst war es doch grad noch Anfang der Woche und jetzt ist bereits wieder Montag.